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Hessischer Arznei-Hersteller : Chinesen bestätigen Interesse an Stada

  • Aktualisiert am

Es gab schon ruhigere Zeiten im Hause Stada. Bild: Marcus Kaufhold

Das Ringen um Stada schien schon entschieden. Doch nun signalisiert Shanghai Pharmaceuticals Interesse an dem hessischen Arzneimittelhersteller - und soll zwei Verbündete haben.

          Die Anzeichen verdichten sich, dass das Bieterrennen um den Arzneimittelhersteller Stada noch nicht entschieden ist. Die chinesische Firma Shanghai Pharmaceuticals hat Kontakte zu Finanzinvestoren über ein mögliches Gegengebot für den hessischen MDax-Konzern bestätigt. Wie aus einer Mitteilung an die Hongkonger Börse vom Mittwoch hervorgeht, führte Shanghai Pharmaceuticals darüber mit Investoren Gespräche. Ein offizielles Angebot sei aber nicht unterbreitet worden. Es bestünden noch Unsicherheiten, hieß es weiter.

          Am Montag hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg gemeldet, dass der im Bieterrennen unterlegene Finanzinvestor Advent gemeinsam mit Shanghai Pharmaceuticals erwäge, für Stada ein Gegenangebot vorzulegen. Es gehe um eine Offerte von rund 70 Euro je Aktie. Am Mittwoch schrieb die Agentur, dass auch der Investor Permira erneut mit im Boot sein soll. Die Finanzierung stehe, hieß es weiter. Sprecher wollten sich dazu nicht äußern.

          Wer bietet mehr?

          Mit einem Angebot von 70 Euro je Aktie würde das Konsortium die Offerte der Investoren Bain und Cinven übertreffen. Sie hatten sich im April gegen die konkurrierenden Investoren Advent und Permira in einem Bieterrennen durchgesetzt und wollen Stada für insgesamt 66 Euro je Aktie kaufen. Stada hat seinen Aktionären die Annahme des 5,3 Milliarden Euro schweren Angebots empfohlen. Bain und Cinven hatten Zusagen zur Sicherung von Jobs und Standorten von Stada abgegeben.

          Strategische Investoren wie Shanghai Pharmaceuticals haben Analysten zufolge mehr finanziellen Spielraum als Finanzinvestoren. Während letztere Firmen kaufen, um sie nach einigen Jahren mit Gewinn zu veräußern, können strategische Investoren unter Umständen höhere Synergien mit dem eigenen Geschäft heben.

          Stada, ein Hersteller von Nachahmermedikamenten (Generika) und rezeptfreien Markenprodukten hatte sich am Dienstag von den Gerüchten unbeeindruckt gezeigt und erneut um Annahme des Angebots von Bain und Cinven geworben. „Wir haben kein weiteres Angebot erhalten, und uns wurde auch keines angekündigt„, sagte ein Sprecher.

          Die Zeit für ein mögliches Angebot von Shanghai Pharmaceuticals, Advent und Permira drängt indes. Die Frist für die Offerte von Bain und Cinven läuft bereits und endet am 8. Juni. Der Deal kommt zustande, wenn 75 Prozent der Stada-Aktionäre zustimmen.

          Analysten äußerten sich skeptisch. Ein Gegenangebot von Shanghai Pharma über 70 Euro sei wenig wahrscheinlich, schrieb Thomas Maul von der DZ Bank. Die Hoffnung auf eine höhere Offerte könne aber dazu führen, dass Aktionäre abwarteten und die Mindestannahmeschwelle möglicherweise verfehlt werde.

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