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Chemieindustrie Clariant baut in Höchst eine Produktionsanlage für Spezialwachse

 ·  Clariant investiert im Industriepark Frankfurt-Höchst 20 Millionen Mark in eine Anlage, in der vom Frühjahr 2006 an Hochleistungswachse hergestellt werden sollen. Der Chemiekonzern spricht von einem „Quantensprung“.

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In der jüngeren Vergangenheit hat Clariant im Rhein-Main-Gebiet vor allem durch den Verkauf von Tochterfirmen und Stellenabbau von sich reden gemacht - doch nun nimmt der Chemiekonzern wieder Geld in die Hand und investiert. Im Industriepark Höchst baut Clariant eine Produktionsanlage für vielseitig einsetzbare Spezialwachse. Rund 20 Millionen Euro soll das Werk kosten, in dem Clariant 20 Arbeitsplätze schaffen wird. Diesen Donnerstag wurde der Grundstein für die weltweit erste Anlage dieser Art gelegt. Mit der Wahl des Standortes hat sich Clariant nach eigenen Angaben „ganz bewußt“ für den Industriepark im Frankfurter Westen entschieden. Mit den schon bestehenden Wachs-Betrieben soll der neue Betrieb ein Zentrum für Forschung und Herstellung der neuen Hochleistungswachse bilden.

Die Stellen werden aus dem Unternehmen heraus mit Beschäftigten besetzt, die Clariant an sich binden will, wie Unternehmens-Sprecher Hans-Georg Klose dieser Zeitung sagte. Zum Verhältnis von Baukosten und Arbeitsplatzzahl führte er aus: „In der modernen Chemieindustrie kostet ein Arbeitsplatz rund eine Million Euro.“

„Quantensprung in der Produktionstechnologie“

Der in der Schweiz ansässige Konzern, der im vergangenen Jahr weltweit 5,8 Milliarden Euro umsetzte und 27.000 Mitarbeiter zählt, versteht diese Investition als Beitrag zur Zukunftssicherung, wie Projektleiter Hans-Friedrich Herrmann sagte. Die Produktion zielt auf verschiedene Anwendungsgebiete. Was vom Frühjahr 2006 an hergestellt werden soll, könne für Lacke und für Klebstoffe, wie sie im Wachstumsmarkt für Transportverpackungen oder der Buchproduktion gebraucht würden, ebenso verwendet werden wie für Dichtungsmassen und Verbundwerkstoffe aus Kunststoffen und Metallen, die die Automobilindustrie benötigt.

Die im Laufe von rund zehn Jahren entwickelten Wachse haben sich nach weiteren Angaben von Clariant in der Praxis schon bewährt. Das Unternehmen betreibt schon seit fünf Jahren im Industriepark Höchst eine Pilotanlage, die kleine Mengen der neuartigen Kunststoffe hervorbringt. Mit einem mehrfach patentierten Verfahren könnten Wachse maßgeschneidert werden. Die Produkteigenschaften der Kunststoffe wie Härte, Schmelzpunkt und Zähflüssigkeit könnten genau eingestellt werden. Clariant spricht von einem „Quantensprung in der Produktionstechnologie von Wachsen“ und sieht sich mit Blick auf die Möglichkeiten, die die Anlage bietet, erst am Anfang.

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Jahrgang 1967, Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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