Home
http://www.faz.net/-gzj-usgz
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Biotechnologie Starker Stellenzuwachs durch Biotech erwartet

25.04.2007 ·  In der Bio- und Gentechnologiebranche in Deutschland wird ein starker Beschäftigungszuwachs erwartet. Das geht aus einer Studie zur Zukunft der Branche hervor. Auch das Rhein-Main-Gebiet könnte vom Aufschwung profitieren.

Von Thorsten Winter
Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)

In der Bio- und Gentechnologiebranche in Deutschland wird ein starker Beschäftigungszuwachs erwartet. Bis 2020 werden mehr Menschen einen Arbeitsplatz haben, der mit der Biotechnologie verknüpft ist, als heute in der gesamten Chemieindustrie tätig sind, die 440.000 Mitarbeiter beschäftigt. Dies sagte Edeltraud Glänzer vom Hauptvorstand der Chemiegewerkschaft in Frankfurt bei der Präsentation einer Studie zur Biotechnologie in Deutschland.

Um die Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft im internationalen Wettbewerb zu stärken, müsse Biotechnologie in ihrer Bandbreite forciert angewendet werden – also in der Medizin und Arzneimittelproduktion, in der Ernährungs- und Landwirtschaft sowie durch den Einsatz von gentechnisch veränderten Mikroben zur Herstellung etwa von Chemikalien.

Rhein-Main-Gebiet verfügt über gute Basis

Die Deutsche Industrievereinigung Biotechnologie sieht ihre Branche erst am Anfang ihrer wirtschaftlichen Entwicklung, wie ihr Vorsitzender Bernward Garthoff hervorhob. Das Rhein-Main-Gebiet verfügt aus seiner Sicht über eine gute Basis, um vom erwarteten Aufschwung in der Biotechnologie zu profitieren. Die stark vertretene Chemie- und Pharmaindustrie, die Biotechnologie einsetze, biete ein geeignetes Umfeld. Hinzu kämen Einrichtungen wie das Frankfurter Innovationszentrum Biotechnologie, die zur Anziehungskraft der Region auf biotechnologisch ausgerichtete Firmen und Forscher beitrügen, sagte Garthoff der F.A.Z.

Die Industrievereinigung hat die Studie gemeinsam mit der Chemiegewerkschaft in Auftrag gegeben. Die Studie befasst sich mit Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigungspotentialen der Biotechnologie und ist vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung und dem Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung erstellt worden. Sie ist nach Angaben der Auftraggeber die erste, die die Biotechnologie erstmals umfassend und branchenübergreifend darstellt.

Demnach sind derzeit 258.000 bis 443.000 Arbeitsplätze bei Anwendern sowie Firmen und Einrichtungen, die Biotechnologie bereitstellen, von dieser beeinflusst. Bis 2020 sollen es 369.000 bis 596.000 sein. Die Streuung erklärt sich aus dem Mangel an Statistiken zur Stellenzahl. Angesichts dessen sind für die Studie Branchenexperten gefragt worden, wie hoch der Biotech-Anteil an der Produktion in ihren Betrieben und der jeweiligen Branche ist. Anhand der Angaben und vorhandenen und erwarteten Patenten sind Umsatz- und Stellenzahlen hochgerechnet worden.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel

Jahrgang 1967, Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

Jüngste Beiträge

Perspektivlosigkeit ist Gift

Von Rainer Schulze

Die Zukunft der Wohnungsbaugesellschaft Nassauische Heimstätte ist unklar. Das Land will sich von der Beteiligung trennen - Frankfurt hat die Hand gehoben. Eine Entscheidung tut not. Mehr