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Berufsbildungsmesse Fach- und Spitzenkräfte fallen nicht vom Himmel

90 Firmen und Institutionen präsentierten ihre Ausbildungsmöglichkeiten in der Weibelfeldschule - und 3000 Schüler nutzten das Angebot.

© Rüchel, Dieter Vergrößern Für die Arbeitgeber ist es die Suche nach Fach- und Spitzenkräften, für die Schüler die Suche nach dem idealen Mittel, sich fortzubilden: die 15. Dreieicher Ausbildungsmesse.

Lorina Wicker hat sich entschieden: Seit September ist sie bei dem Pharmaunternehmen Merck in Darmstadt tätig. Dort und an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Mannheim absolviert sie ein duales Studium „Bachelor of Arts - Industrie“, das eine betriebliche Ausbildung mit einem wirtschaftswissenschaftlichen Studium kombiniert. „Bisher macht es mir sehr viel Spaß“, sagte Wicker. Besonders attraktiv findet sie, dass sie während des Studiums einen Praxiseinsatz bei einer Merck-Tochtergesellschaft im Ausland ableisten kann. Bei der „Dreieicher Ausbildungsmesse“ für Berufs- und Studienanfänger in der Weibelfeldschule, einer Gesamtschule in Dreieich, gab Wicker am Freitag Schülern aus dieser, aber auch aus anderen Schulen Auskunft über die Ausbildungsmöglichkeiten bei Merck.

Eberhard Schwarz Folgen:  

Rund 90 Firmen, Institutionen, Berufsakademien, Fachhochschulen, Universitäten und Hochschulen stellten sich vor. 80 Unternehmen und Institutionen waren an 71 Messeständen präsent. Elf Workshops und 43 Vorträge wurden angeboten; dazu hatten die Schüler Gelegenheit, eine Bewerbungssituation zu simulieren. Bürgermeister Dieter Zimmer (SPD) wies darauf hin, Ausbildung sei eine wichtige gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Fach- und Spitzenkräfte, die dringend benötigt würden, fielen schließlich „nicht vom Himmel“.

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„Auch Bauingenieure werden gesucht“

Lufthansa, Deutsche Bahn, Allianz, Lidl und AOK waren ebenso vertreten wie Bundespolizei, Zoll und die hessische Justiz. Früher habe es einen Ausbildungsmarkt gegeben; heute gebe es einen Bewerbermarkt, sagte Frank Meisinger, der bei Merck für das Ausbildungsmarketing verantwortlich ist. Meisinger sprach vom „Kampf um geeignete Mitarbeiter der Zukunft“; denn die Schülerzahl werde in den nächsten Jahren sinken. Insgesamt wurden bei der Ausbildungsmesse rund 400 verschiedene Berufe und Studiengänge vorgestellt. Etwa 3000 junge Leute nahmen die Informationsmöglichkeiten wahr.

Manche legten einen Stopp etwa am Stand der Baufirma Hochtief ein. Mit Ausbildungsberufen wie Betonbauer, Maurer, Zimmerer und Industriekaufmann spreche man Hauptschüler, Realschüler und Gymnasiasten an, machte Günter Braun deutlich, der bei Hochtief für gewerbliche Berufe zuständig ist. Mancher Abiturient, der später ein Bauingenieur-Studium beginnen wolle, lasse sich erst zum Maurer ausbilden. „Auch Bauingenieure werden gesucht“, sagte Braun. Direkt daneben warb das Bildungswerk Bau Hessen-Thüringen um Nachwuchs und machte auf die Möglichkeiten des „Baucamps“ 2013 aufmerksam. Mehr als zwei Drittel der Teilnehmer des vergangenen Baucamps hätten einen Ausbildungsplatz bekommen, sagte Matthias Gurth vom Bildungswerk Bau.

Auch Ermias Yared und Burak Yilmaz, die die zwölfte Klasse der Weibelfeldschule besuchen, informierten sich, was für sie später in Frage kommt. Yared, dessen Familie aus Eritrea stammt, könnte sich vorstellen, zur Kriminalpolizei zu gehen. Aber auch der Pilotenberuf oder ein Medizinstudium wären interessant. Viele Gleichaltrige hätten sich noch nicht entschieden, wie es nach der Schule weitergehen solle.

Quelle: F.A.Z.

 
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