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Banken Taunus-Sparkasse gibt Renditeziel auf

01.12.2006 ·  Die Taunus-Sparkasse wird in diesem Jahr weniger verdienen als im vergangenen. Das Betriebsergebnis liegt bei 25,7 Millionen Euro. „Sie wissen, daß wir mit diesem Ergebnis nicht zufrieden sein können“, sagt der Vorstandsvorsitzende Hans-Dieter Homber.

Von Manfred Köhler
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Die Taunus-Sparkasse wird in diesem Jahr im laufenden Geschäft weniger verdienen als im vergangenen. Das Betriebsergebnis vor Bewertung werde aller Voraussicht nach bei 25,7 Millionen Euro liegen und damit 8,5 Prozent niedriger als 2005, sagte der Vorstandsvorsitzende Hans-Dieter Homberg am Donnerstag abend. „Sie wissen, daß wir mit diesem Ergebnis nicht zufrieden sein können“, fügte er hinzu. Als Hauptgrund nannte Homberg geringere Überschüsse im Hauptgeschäft der Sparkasse, dem Anlegen von Kundengeldern und der Vergabe von Krediten.

Der Zinsüberschuß und weitere laufende Erträge fielen in diesem Jahr fünf Prozent niedriger aus als 2005. Homberg beklagte, daß sich infolge der Zinserhöhungen mit der sogenannten Fristentransformation kaum noch etwas verdienen lasse. Kreditinstitute legen kurzfristiges Geld der Kundschaft langfristig an und streichen die Differenz zwischen den verschiedenen Zinssätzen ein. Wenn sich diese Sätze annähern, schrumpfen diese Erträge. Wie Homberg weiter ausführte, hat die Sparkasse zudem wegen der Zinsentwicklung ihre Eigenanlagen abgebaut - auch deshalb sei der Ertrag geringer ausgefallen.

Zudem spürt die Taunus-Sparkasse, daß auch die Großbanken das Privatkundengeschäft und den Mittelstand wiederentdeckt haben. Namentlich die Commerzbank sei gut aufgestellt, und die Postbank sowieso, führte Homberg aus. Soweit die eigene Kundschaft damit liebäugelt, Tagesgeld hochverzinst bei der Konkurrenz anzulegen, versucht man sie mit Alternativangeboten zu halten, etwa Festgeld für sechs Monate. Der scheidende Privatkundenvorstand Holger Mai berichtete, solche als „S-Renditekonzept“ firmierende Anlagen seien 2006 von 240 auf 360 Millionen Euro gestiegen. Zugleich gingen die als Tagesgeld angelegten Beträge von 1,32 auf 1,24 Milliarden Euro zurück.

„Das Steigern von Gewinnen wird schwer“

Daß es die Sparkasse nicht härter getroffen hat, führt Homberg darauf zurück, daß sich das Haus in den vergangenen Jahren konsequent als Vertriebsbank aufgestellt habe. Alles in allem wuchsen die Kundenausleihungen wie die Kundeneinlagen 2006 jeweils um annähernd zwei Prozent, die ersteren auf 2,67 Milliarden, die letzteren auf 2,39 Milliarden Euro. Für 2007 erwartet Homberg einen weiteren Druck auf den Zinsüberschuß.

Homberg hatte stets das Ziel ausgegeben, 2007 oder 2008 solle die Taunus-Sparkasse ein Betriebsergebnis vor Bewertung in Höhe von einem Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme erreichen. Bei einem Ergebnis von 25,7 Millionen und einer für Oktober angegebenen Bilanzsumme in Höhe von 3,56 Milliarden Euro ist das Kreditinstitut davon noch ein gutes Stück entfernt. So nahm Homberg von diesem Ziel am Donnerstag abend Abschied: „Die Ertragsträume werden nicht in den von uns prognostizierten Himmel wachsen.“ Zumindest in den nächsten zwei, drei Jahren sei das ursprüngliche Ziel nicht zu erreichen. Der Vorstandsvorsitzende, der den Weg der Taunus-Sparkasse nach oben stets mit dem eines Bergsteigers verglichen hatte, meinte zur Begründung, „im Hochgebirge gibt es Schlechtwetterperioden“. Vor zwei, drei Jahren habe niemand mit einer solchen Entwicklung der Zinsen gerechnet.

Am wichtigsten sei es jetzt, sich der Konkurrenz mit ihren „knallharten Konditionen“ so zu stellen, daß die Sparkasse ihren Marktanteil halte. Stelle man hingegen das bisherige Renditeziel in den Vordergrund, so bestehe die Gefahr, daß man gar kein Geschäft mehr mache. „Das Steigern von Gewinnen wird in den nächsten ein, zwei Jahren sehr, sehr schwer.“

Belastung durch faule Kredite

Homberg sieht auch keine Möglichkeiten, im Hause durchgreifend zu sparen. Er strich es vielmehr als einen Erfolg heraus, daß die Verwaltungskosten konstant blieben. Personalabbau wolle er zwar nicht ausschließen, eigentlich aber seien beim Kontakt zu den Kunden eher mehr als weniger Beschäftigte notwendig. Das Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag liegt nach seinen Worten derzeit bei 73,0 Prozent - die Sparkasse muß 73 Cent in die Hand nehmen, um einen Euro zu verdienen. Ziel in der Sparkassenorganisation sind 60 Prozent.

Der Vorstandsvorsitzende sprach sich für eine Kooperation der Sparkassen im Rhein-Main-Gebiet aus. Wenn die beiden größeren Kreditinstitute, die Frankfurter Sparkasse und die Nassauische Sparkasse, ihre Hausaufgaben gemacht hätten, werde darüber zu reden sein. Als Beispiele nannte Homberg die Abwicklung, den Einkauf und die Bargeldversorgung. Bei letzterer könne vielleicht auch die Frankfurter Volksbank mitmachen, meinte Homberg, schließlich gebe es einige Orte im Taunus, in denen die drei Sparkassen und die Volksbank ihre Filialen direkt nebeneinander hätten.

Zum Bewertungsergebnis, bei dem es vor allem um die Belastung durch faule Kredite geht, sagte Homberg lediglich, es werde sich in der gleichen Größenordnung bewegen wie 2005. Damals hatte es 17 Millionen Euro betragen; nach Zahlung von Steuern in Höhe von 6,5 Millionen hatte das Haus den gleichen Betrag, also ebenfalls 6,5 Millionen Euro, als Bilanzgewinn ausgewiesen. Mit einem Bilanzgewinn in ähnlicher Höhe rechnet Homberg trotz des Rückgangs im laufenden Geschäft auch für 2006.

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Jahrgang 1961, Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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