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Autoversicherung November ist Wechselzeit

 ·  Bis 30. November können Verbraucher jedes Jahr ihre Autoversicherung ohne Angaben von Gründen kündigen. Die Tarife sind jetzt besonders günstig.

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© Bergmann, Wonge Vergrößern Im November ist nicht nur besonders auf Wildwechsel zu achten - es ist auch Wechselzeit bei der Autoversicherung

Der kleine F-OU ist nicht mehr ganz neu, ein Peugeot 206, Baujahr 2004. Bisher hat der Fahrzeughalter für Teilkasko bei 150 Euro Selbstbehalt sowie für Haftpflicht mit Schutzbrief knapp 284 Euro im Jahr gezahlt.

Leider steht der Wagen in Frankfurt am Straßenrand - und die Stadt ist aus Sicht der Autoversicherer insofern ein gefährliches Pflaster, weil Beschädigungen und Unfälle hier besonders häufig vorkommen. Wie der Autobesitzer auf telefonische Nachfrage von seiner Versicherung erfährt, wird Frankfurt vom nächsten Jahr an in der entsprechenden Regionalklasse eine Stufe schlechter gesetzt, das heißt von R 9 auf R 10, darüber gibt es nur noch R 11. Das wirke sich negativ auf den Tarif aus, heißt es.

In Wechselstimmung

Hinzu kommt, dass sich auch die Typklasse des Peugeot verschlechtert, weil bei diesem Fahrzeugtyp in diesem Jahr ein Anstieg der Unfälle registriert wurde. Beide Werte - Regionalklasse und Typklasse in der Haftpflicht - werden vom Dachverband der Versicherungen für alle Anbieter festgelegt. Die Verschlechterung der Parameter bedeutet im Fall des F-OU ein Anstieg des Tarifs um 34 auf knapp 318 Euro. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass der Fahrzeughalter schon viele Jahre unfallfrei fährt und er mit der Schadenfreiheitsklasse SF 18 inzwischen nur noch 35 Prozent des Beitragssatzes zahlt. Bei 30 Prozent ist in der Regel ohnehin Schluss.

Der F-OU-Besitzer ist daher in Wechselstimmung. Er möchte wissen, wo es einen günstigeren Tarif gibt. Für solche Fragen gibt es inzwischen Vergleichsportale im Internet, wie Transparo - auch auf FAZ.net -, die auch deshalb zum Wechsel anspornen, weil sie wie Makler beim Abschluss eines Vertrages Provision kassieren. In den Wochen vor dem Stichtag 30. November ist der Wettbewerb erfahrungsgemäß besonders scharf und die Tarife billig, weshalb Autohalter nicht nur im November kündigen, sondern auch in diesem Monat einen Tarif sichern sollten, auch wenn sie dafür theoretisch auch im Dezember Zeit hätten.

Der Peugeot-Besitzer will sich nicht auf ein Portal verlassen und versucht es parallel bei den drei genannten Adressen. Dafür muss er mindestens eine Stunde Zeit einplanen, da eine Reihe von Angaben, vorzugsweise aus dem Fahrzeugschein, in Listen einzutragen sind. Im besten Fall lassen sich diese speichern und später wieder aufrufen und nach Belieben verändern.

100 Euro Ersparnis

Einfluss auf die Höhe des Tarifs haben neben den gesetzten Gegebenheiten wie Wohnort, Typklasse, gefahrene Jahreskilometer und die persönliche Unfallstatistik auch nach Belieben wählbare Zusatzleistungen wie etwa freie Werkstattwahl, Absicherung gegen Marderschäden oder Schutzbrief. Grundsätzlich sind die Versicherungen in den vergangenen Jahren leistungsstärker geworden, und die Extras fallen bei den Tarifen in der Regel finanziell nicht groß ins Gewicht. In unserem Beispiel kostet der Schutzbrief, der normalerweise bei allen Versicherungen die Abschleppkosten bei einer Panne abdeckt, sofern der Unfall nicht im Umkreis von 50 Kilometern des Wohnortes passiert ist, gerade einmal 10 Euro. Das ist mehr als viermal günstiger als der ADAC-Standard-Schutzbrief (44,50 Euro). Mit dem Verzicht auf die freie Werkstattwahl könnte der Halter knapp 7 Euro sparen. Die Frage ist, ob sich dieser Verzicht auf Komfort lohnt. Der Peugeot-Halter belässt es bei Schutzbrief und freier Werkstattwahl.

Das Ergebnis ist erfreulich: Gut 100 Euro kann der Fahrzeughalter durch einen Versicherungswechsel sparen. Bei Transparo und Toptarif führt jeweils derselbe Versicherer die Liste an, in einem Fall mit knapp 218 Euro, im anderen mit knapp 217 Euro. Der eine Euro Unterschied könnte sich dadurch ergeben, dass im teureren Fall auch Marderbiss mitversichert ist. Es lohnt sich also in jedem Fall der Blick in die Tarifdetails. Das günstigste Angebot bei Check 24 beläuft sich auf knapp 238 Euro.

Der Peugeot-Besitzer hat noch etwas anderes unternommen. Er hat bei seiner bisherigen Versicherung, mit der er immer gute Erfahrungen gemacht hat, angerufen und seinen Wechselwillen bekundet. Statt für 318 Euro bietet ihm das Unternehmen denselben Tarif jetzt für 294 Euro an. Der Autohalter überlegt noch, ob er das Angebot annimmt. Bis zum 30. November hat er Zeit zu kündigen.

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17.05.2013, 21:01 Uhr

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