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Autohersteller und Mode-Accessoires Das andere Geschäft mit der Automarke

25.09.2011 ·  Mit Porsche Design fing es an. Inzwischen nutzen auch andere Autobauer die Fähigkeiten der eigenen Designer auch für noble Kleidung und Accessoires. Doch Porsche bleibt vorne: Am Mittwoch eröffnet das Unternehmen ein Geschäft für solche Produkte an der Freßgass'.

Von Jochen Remmert, Frankfurt
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Kein Automobilkonzern, der nicht Polohemden, T-Shirts, Regenschirme, Kinderbuggys oder Ähnliches auf Lager hat, worauf das eigene Markenzeichen geklebt, genäht oder gedruckt ist. Doch mit den anspruchsvollen Produkten, die die Porsche Design Group, Mercedes-Benz und neuerdings auch Audi in eigenen Studios entwerfen und entwickeln lassen, haben solche Allerweltsartikel nicht mehr viel gemein. Bei Porsche reicht die Palette vom Manschettenknopf bis zum Design spektakulärer Hightech-Yachten. Der Konzern mit dem Stern lässt von den Designern bei „Mercedes-Benz-Style“ schon einmal das Interieur für einen Hubschrauber entwerfen, damit das kahle Sechs-Millionen-Fluggerät der noblen Bequemlichkeit einer S-Klasse-Limousine entspricht. Bei Audi betreibt man das Geschäft noch auf etwas kompakterem Niveau, die Designer dort entwerfen aber auch zum Beispiel Konzertflügel.

Auch die drei Premiumhersteller haben zwar Merchandise-Artikel im Angebot. Bei Porsche etwa hat man das Design-Know-how jedoch schon von Beginn der siebziger Jahre an zu einer international anerkannten Design- und Luxusmarke entwickelt. Zu den bekanntesten Accessoires aus den Anfängen dieser Reihe zählt die Porsche-Sonnenbrille, die es heute noch zu kaufen gibt.

Brillen, Schreibutensilien und Luxusuhren

Längst sieht sich Porsche Design mit der Qualität und der Exklusivität seines Angebots in einer Liga mit Prada, Gucci, Louis Vuitton und S. T. Dupont. Dafür mag auch sprechen, dass die französische Luxusmarke Louis Vuitton unlängst Porsche Design die Marketingchefin Inga Hofmann abspenstig gemacht hat.

Künftig sollen das auch die Frankfurter erleben können, ohne an den Flughafen fahren zu müssen. Am Mittwoch eröffnet in Frankfurt an der Großen Bockenheimer Straße, also der Freßgass’, die zweite Dependance in der Mainmetropole und die siebte in Deutschland, im Haus mit der Nummer 41.

Genaugenommen teilen sich die Design-Aktivitäten unter dem Dach der Porsche Design Group in drei Sparten. Da ist einmal die Luxusmarke Porsche Design. Sie geht zurück auf den Designer des legendären Porsche 911, Ferdinand Alexander Porsche. Er hatte 1972 das Porsche-Design-Studio in Zell am See gegründet, nachdem sich die Familie im Zuge einer später auch als „Erbfolgekrieg“ beschriebenen Auseinandersetzung darauf geeinigt hatte, sich aus der unmittelbaren Unternehmensleitung der Sportwagenschmiede zurückzuziehen und nur mehr im Aufsichtsrat tätig zu werden. Das Studio gibt es noch heute, dort werden beispielsweise jene noblen Lederjacken, Brillen, Schreibutensilien und Luxusuhren entworfen, die es künftig auch an der Freßgass’ geben wird.

Sportjacken aus dem Design-Studio

Diese Produkte tragen durchweg keinen auffälligen Markenschriftzug, wie ein Sprecher erläutert, sie seien nicht auf die Sportwagen bezogen, es sei denn in dem Anspruch, qualitativ besonders hochwertig und exklusiv zu sein. Nur dieses Sortiment wird in den Porsche-Design-Läden angeboten, von denen bereits einer am Frankfurter Flughafen existiert. Ein weiterer soll dort in absehbarer Zeit noch jenseits der Sicherheitskontrollen hinzukommen. Der erste ist diesseits der Barrieren für jedermann zugänglich.

Die zweite Geschäftssparte der Design- Gruppe ist die Porsche Design Driver’s Selection. Darunter sind die Dinge zu verstehen, auf die am ehesten der Ausdruck Merchandise-Artikel zutrifft, die aber ebenfalls den Qualitätsanspruch der Marke erfüllen sollen. Es handelt sich um Bekleidung wie Polohemden, Sportjacken und Kappen. Auch diese Produkte werden in dem Design-Studio entworfen.

Das dritte Betätigungsfeld der Porsche- Designer sind Arbeiten für andere Unternehmen. Unter den Entwürfen finden sich solche für Haushaltsgeräte wie der eines Toasters von Siemens. Das Porsche Design Studio gilt heute als eine der renommiertesten Adressen für Produkt- und Industriedesign in Europa. Den Jahresumsatz beziffert die Gruppe auf 70 Millionen Euro.

„Deutlich steigende Umsätze“

Das Geschäft mit nobler Bekleidung, sogenannten Lifestyle-Produkten und dergleichen hat Mercedes erst sehr viel später entdeckt als Porsche und betreibt es seit dem Jahr 2000. Die Sparte ist mit dem Zubehörgeschäft in der Mercedes-Benz Accessories GmbH untergebracht.

Unter „Mercedes-Benz Style“ ist das Haus inzwischen auch in das Geschäft der Auftragsarbeiten eingestiegen, bei denen die Rechte an der Gestaltungsleistung an den Produkthersteller verkauft oder als Designlizenzen vergeben werden. In beiden Fällen kann der Hersteller wählen, ob Mercedes-Benz namentlich genannt wird oder nicht. Auch Mercedes nimmt für sich in Anspruch, das Design nur solchen Produkten und Herstellern zur Verfügung zu stellen, die zum Premiumanspruch des Hauses passen.

Was der jüngste in der Premium-Riege, Audi, inzwischen mit der „Audi Collection“ erwirtschaftet, verraten die Neckarsulmer nicht. Ein Sprecher berichtet lediglich von „deutlich steigenden Umsätzen“. Auch dort herrscht die Losung beim Entwurf der Accessoires „Qualität geht vor Quantität“. Der Käufer müsse bei allem, was er dort erwerbe, sicher sein können, dass er „Hochwertigkeit bis ins Detail bekommt“. Wenn das funktioniert, verspricht man sich auch Audi in Zukunft noch mehr Geschäft neben dem mit den Autos.

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Jahrgang 1961, Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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