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Ausbildungsmarkt Weniger Lehrstellen, aber auch weniger Suchende

25.06.2009 ·  Laut IHK hat die Krise den Ausbildungsmarkt noch nicht erreicht. Ende Mai waren noch 15 718 Jugendliche auf der Suche und 10 041 Stellen frei, sagte eine Sprecherin der Regionaldirektion Hessen der Arbeitsagentur.

Von Jan Hauser
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Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt in Hessen ist nicht rosig. Landesweit suchen derzeit mehr Jugendliche einen Ausbildungsplatz als Unternehmen Stellen anbieten. Ende Mai waren noch 15.718 Jugendliche auf der Suche und 10.041 Stellen frei, sagte eine Sprecherin der Regionaldirektion Hessen der Arbeitsagentur. In diesem Lehrjahr haben Unternehmen bei der Agentur insgesamt 25.000 Lehrstellen angeboten und 30.000 Jugendliche ein Gesuch aufgegeben. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sind sowohl Angebot als auch Nachfrage deutlich zurückgegangen: 11,5 Prozent weniger gemeldeten Stellen stehen 14,8 Prozent weniger Suchenden gegenüber.


Die Handwerkskammer Rhein-Main ist mit ihrer Bilanz bisher zufrieden. Bis Ende Juni wurden im Handwerk 725 Ausbildungsverträge abgeschlossen - ein Plus von 14,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das berichtet ein Sprecher der Handwerkskammer Rhein-Main, die 30.000 Handwerksbetriebe im Rhein-Main-Gebiet vertritt: „Ein merklich gutes Zeichen, dass die Betriebe ausbilden.“ In den vergangenen Jahren wurden jeweils etwa 4000 Verträge abgeschlossen. In ihrer Onlinebörse www.lehrstellen-im-handwerk.de sind aktuell mehr als 300 freie Ausbildungsplätze zu finden. Die Handwerksbetriebe werden ähnlich viele Stellen wie im vergangenen Jahr anbieten, erwartet der Sprecher. „Jedem ausbildungswilligen und -fähigen Jugendlichen wollen wir die Chance auf einen Ausbildungsplatz geben“, sagt Handwerkskammer-Präsident Bernd Ehinger - der Wirtschafts- und Finanzkrise zum Trotz. Jeder zehnte Beschäftigte im Handwerk solle auch künftig ein Auszubildender sein.
Frankfurt ist die Region mit den besten Aussichten für Ausbildungssuchende in Hessen: Auf zehn angebotene Stellen kommen hier laut Arbeitsagentur nur acht Bewerber. Hessens Schlusslichter sind Gießen und Limburg mit jeweils zweieinhalb Bewerbern auf jede Stelle.

„Wenn ich gut bin, wenn ich passe, kriege ich auch einen Ausbildungsplatz“


„Mobilität ist gefragt“, empfiehlt die Arbeitsagentur-Sprecherin. Wer vor Ort nicht die gewünschte Lehrstelle finde, müsse sich fragen, ob er nicht die Stadt oder das Bundesland wechsle. „Man muss jetzt nicht die Flinte ins Korn werfen“, findet auch Brigitte Scheuerle von der Frankfurter Industrie- und Handelskammer (IHK). Die Geschäftsführerin für Aus- und Weiterbildung schätzt die Lage auf dem Lehrstellenmarkt optimistisch bis chancenreich ein und stützt sich dabei auf die Ausbildungsumfrage der IHK aus dem November: Drei Viertel der befragten Betriebe sagten, sie stellen gleich viele oder sogar mehr Auszubildende ein im Vergleich zum Vorjahr.


„Wenn ich gut bin, wenn ich passe, kriege ich auch einen Ausbildungsplatz“, sagt die Sprecherin der Arbeitsagentur. Doch im Umkehrschluss bedeutet das auch: Mit schlechten Noten wird es schwierig. So benötigen Lehrlinge im Handwerk gute schulische Vorleistungen, merkt der Handwerkskammer-Sprecher an. Wer schlechte Noten habe, solle jedoch nicht verzweifeln, sondern Eigeninitiative zeigen. Der Ausbildungssuchende solle nahe Betriebe aufsuchen, dort nachfragen und in dem Unternehmen vielleicht erst einmal ein Praktikum machen. Wer gute Leistungen bringe, dem biete der Handwerksmeister einen Lehrvertrag an, meint er. Zu einem sechs- bis neunmonatigen Praktikum zur Einstiegsqualifizierung rät auch IHK-Geschäftsführerin Scheuerle. Sieben von zehn der Praktikanten würden anschließend im Betrieb bleiben und dort ihre Ausbildung machen, sagt sie. „Für das Ausbildungsjahr 2009 wird die Krise nicht kommen.“ Aber wie es sich danach entwickeln werde, kann sie nicht sagen.

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Jahrgang 1983, Redakteur in der Wirtschaft.

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