31.08.2006 · Fünf Jahre ging es bergab: Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Hessen sank und sank. Jetzt steigt sie wieder, und die Arbeitslosigkeit geht zurück.
Von Jochen RemmertDer positive Trend auf dem Arbeitsmarkt wird robuster. Denn nicht nur die Zahl der Arbeitslosen ist im vergangenen Monat weiter gesunken, erstmals seit fünf Jahren ist auch bei den sozialversicherungspflichtigen Voll- und Teilzeitbeschäftigungsverhältnissen ein Zuwachs zu verzeichnen. Die Zahl dieser für die Finanzierung der Sozialversicherungssysteme entscheidenden Arbeitsverhältnisse war bislang - auch bei leichtem Rückgang der Arbeitslosigkeit - immer weiter gesunken. Nun steigt sie wieder.
Die Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit zählte in diesem August gut 24 000 und damit acht Prozent weniger Arbeitslose als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote lag damals bei 9,9 Prozent, nun ist sie auf neun Prozent gesunken. Die Belebung geht nach den Angaben der Arbeitsagentur deutlich über die üblichen saisonalen Impulse hinaus. Die konjunkturelle Erholung wirke sich aus.
Mehr sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze
Was die Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse betrifft, ist wohl auch in den folgenden Monaten mit einer Besserung zu rechnen, denn die Trendwende bei diesen hat sich bereits im Juni ergeben. Anders als die Arbeitslosenzahlen liegen der Arbeitsagentur die Daten zu den sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen immer erst mit einer Verzögerung von zwei Monaten vor. Da sich die anderen für den Arbeitsmarkt wesentlichen Faktoren auch in den vergangenen beiden Monaten positiv entwickelt haben, spricht einiges dafür, daß die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze auch im Juli und im August gestiegen ist.
Die Arbeitsverwaltung zählte im August auch weniger Arbeitslosmeldungen von entlassenen oder nach einer Befristung ausgeschiedenen Männern und Frauen. Das sei darauf zurückzuführen, daß sich die Einstellungschancen so weit verbessert hätten, daß der Übergang von einem gekündigten oder auslaufenden Arbeitsverhältnis in eine Neuanstellung immer öfter gelinge, ohne daß die Betroffenen zwischenzeitlich arbeitslos würden.
Im Agenturbezirk Frankfurt sind schließlich die Arbeitslosenzahlen im August erstmals in diesem Jahr unter den Stand des Vorjahres gefallen. Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Frankfurt, Hans-Peter Griesheimer, zeigte sich erleichtert, daß sich nun auch im Frankfurter Bezirk die allgemeine Besserung am Arbeitsmarkt stärker auswirke als bisher.