30.10.2008 · Die Arbeitslosigkeit in Hessen ist im Oktober auf dem niedrigsten Stand seit 1993 und liegt nun bei 6,2 Prozent. Doch in den Arbeitsmarktdaten deuten sich auch Anzeichen des Abschwungs an.
Von Jochen RemmertDie Arbeitslosigkeit in Hessen ist im Oktober auf den niedrigsten Stand seit 15 Jahren gesunken. Mit 191.906 Männern und Frauen waren 11,8 Prozent weniger Arbeitslose registriert als im Oktober 2007. Die Arbeitslosenquote beläuft sich auf 6,2 Prozent und ist damit um einen weiteren Prozentpunkt im Vergleich zum Vormonat gesunken.
Wie eine Sprecherin der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit sagte, sind zurzeit auf dem Arbeitsmarkt noch keine unmittelbaren Folgen der Finanzkrise zu spüren. Allerdings habe diesmal der Herbstaufschwung am Arbeitsmarkt nicht mehr ganz die Kraft wie in den vergangenen fünf Jahren.
Schwierige Lage für Arbeitslose über 50 Jahren
Gleichwohl hat sich die Zahl der für die Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme entscheidenden sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse in Hessen um zwei Prozent auf nunmehr fast 2,2 Millionen erhöht. An der nachlassenden Nachfrage bei den Leiharbeitsfirmen nach zusätzlichen Arbeitskräften zeige sich allerdings, dass die Konjunktur an Schwung verloren habe, führte die Sprecherin weiter aus. Auch sei davon auszugehen, dass die Zahl der Kurzarbeiter in den Unternehmen steige, genaue Zahlen darüber stünden aber nicht kurzfristig zur Verfügung, äußerte die Sprecherin weiter.
Wolfgang Forell, Leiter der Regionaldirektion, wies angesichts der im Vergleich nach wie vor sehr guten Zahlen darauf hin, dass der Arbeitsmarkt zeitlich verzögert auf die konjunkturelle Entwicklung reagiere. Dass aber der Abbau der Arbeitslosigkeit an Tempo verliere, deute auf eine Veränderung hin.
Besonders schwierig ist in Hessen nach wie vor die Lage der mehr als 50 Jahre alten Männer und Frauen, die einen Arbeitsplatz suchen. Ihre Zahl beläuft sich zurzeit auf 49.500. Sie bilden mehr als ein Viertel aller Arbeitslosen in Hessen. Allerdings ist in diesem Oktober auch ihre Zahl im Vorjahresvergleich gesunken – um 7,8 Prozent. Verglichen mit dem September, ist der Wert jedoch um 0,8 Prozent gestiegen. Direktionschef Forell wies darauf hin, dass die Wirtschaft aufgrund des demographischen Wandels künftig gerade auch auf diese Gruppe angewiesen sein wird, ein entsprechender Bewusstseinswandel in der deutschen Gesellschaft lasse aber bislang auf sich warten.