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Sonntag, 12. Februar 2012
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Anlage-Zertifikate Helaba bot Lehman-Produkte einzelnen Sparkassen an

09.10.2008 ·  In Hessen haben nicht nur Kunden der Frankfurter Sparkasse viel Geld mit Zertifikaten der Lehman Brothers verloren. Auch von anderen Sparkassen, die die Zertifikate über die Helaba erhielten, sowie nicht zuletzt von der Dresdner Bank und der Citibank wurden die Papiere vertrieben.

Von Manfred Köhler
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Es geht lebhaft auf jenen Seiten im Internet zu, auf denen sich Menschen äußern, die in Zertifikate von Lehman Brothers investiert haben. „Alles weg - will mit dem Mist nix mehr zu tun haben“, schreibt einer. „Das ist eine ganz perfide Art“, lässt ein anderer wissen. Pardon dürfen Kreditinstitute, die in den vergangenen Jahren Produkte der inzwischen insolventen Investmentbank vertrieben haben, nicht erwarten. Doch nach wie vor ist nicht zu übersehen, wie viele Anleger einen Schaden erlitten haben. Die Frankfurter Sparkasse spricht von 5000 Kunden und davon, dass der Anlagebetrag im „höheren zweistelligen Millionenbereich“ liege. Vertrieben wurden die Produkte allerdings über viele Häuser.

Besonders stark engagierten sich offenbar auch die Dresdner und die Citibank. An eine Offenheit, die der der Frankfurter Sparkasse vergleichbar wäre, ist dort aber nicht zu denken. Beide Häuser schweigen über Kundenzahl oder Volumen. Soweit es die Sparkassen der Region angeht, kam der Landesbank Hessen-Thüringen eine Schlüsselrolle zu. Sie übernahm, wie es auf den Faltblättern hieß, mit denen für die Zertifikate geworben wurde, die „Produktkoordination“. Eine Sprecherin sagte, die Nachfrage aus den Sparkassen sei mit dem Angebot der Amerikaner zusammengebracht worden. Die Produkte habe dann das Haus den einzelnen Sparkassen angeboten.

Auf Seite sieben Lehman als Emittent genannt

Tatsächlich haben offenbar auch weitere Sparkassen die Lehman-Zertifikate vertrieben. Die Taunus-Sparkasse bestätigte, sie seien an 59 Kunden verkauft worden, mit denen das Haus nun Kontakt aufnehmen wolle. Im Internet findet sich auch ein Hinweis auf eine weitere Sparkasse im Rhein-Main-Gebiet.

Zumindest die Frankfurter Sparkasse hat die Produkte aber so offeriert, dass nicht auf den ersten Blick erkennbar war, wer der Emittent ist. Auf dem Titel eines Faltblatts für ein zu Jahresbeginn aufgelegtes Zertifikat ist lediglich von der Sparkasse zu lesen. Auf Seite sieben wird Lehman als Emittent genannt. Das Emittentenrisiko, also die Gefahr der Insolvenz der Bank, wird nicht erwähnt, allerdings wird auf den ausführlichen Verkaufsprospekt verwiesen.

Bei der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz hieß es, bisher hätten sich 1200 Anrufer gemeldet, die in Lehman-Zertifikate investiert hätten. Am häufigsten fielen die Namen der Dresdner und der Citibank, die Frankfurter Sparkasse habe einen eher kleinen Anteil. Dagegen berichtete der Frankfurter Rechtsanwalt Matthias Schröder von der Kanzlei LSS Leonhardt, Spänle, Schröder, unter den weit mehr als 100 Anrufern in dieser Sache seien 70 Prozent Kunden der Frankfurter Sparkasse. Bei Schröder häufen sich die Anrufe, seit im Internet auf einer Seite von Lehman-Geschädigten auf ihn verwiesen wird. Er sieht gute Chancen, Ansprüche gegen die Frankfurter Sparkasse durchzusetzen, der er eine desaströse Öffentlichkeitsarbeit vorwirft.

Einigung bei den Ombudsleuten als Ziel

Die Schutzgemeinschaft ließ wissen, in vergleichbaren Fällen sei es häufig nicht zu Gerichtsverfahren gekommen, vielmehr sei eine Einigung bei den Ombudsleuten der verschiedenen Säulen des Kreditwesens erreicht worden. Auch der Sparkassen- und Giroverband Hessen-Thüringen hat eine solche Stelle eingerichtet. Im Jahresbericht des Ombudsmanns des Bundesverbands deutscher Banken wird anonymisiert über einen Bankkunden berichtet, der meinte, über die Risiken einer Geldanlage - eines Rentenplans - nicht zureichend informiert worden zu sein. In diesem Fall erklärte sich die Bank in einem Schlichtungsverfahren bereit, die Hälfte des Schadens zu erstatten. Das bedeutet aber keineswegs, dass alle Verfahren so enden müssen.

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