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Ausbau der Frankfurter Arena : Ein Traum, aber keine Utopie

Sieht so aus wie die WM-Arena in Frankfurt, ist sie aber nicht: Das Nationalstadion in Bukarest ist fast baugleich, bietet aber 55.000 Zuschauern Platz. Bild: Archiv

Die Frankfurter Fußball-Arena ist „einfach zu klein“, um Rockstars wie AC/DC oder das Halbfinale der Europameisterschaft auszurichten. Ein Ausbau ist machbar – kann aber noch dauern.

          Am Tag, als die Eintracht eine Sternstunde erlebte und in der ausverkauften Arena den 1. FC Köln 6:2 besiegte, war das Strahlen in den Gesichtszügen von Axel Hellmann hell und leuchtend. Das Vorstandsmitglied der Eintracht Frankfurt Fußball AG sah sich bestätigt. „Wir brauchen eine größere Zuschauerkapazität“, sagte Hellmann. Er dachte an die geplante Bewerbung des Deutschen Fußball-Bundes um die Ausrichtung der Europameisterschaft 2024 – und an eine Aufwertung des Standorts Frankfurt.

          Doch Hellmann weiß es, und Patrik Meyer, der Geschäftsführer der Frankfurter Commerzbank-Arena weiß es auch: Halbfinalspiele finden woanders statt – und nicht in Frankfurt. Die Arena ist zu klein. Der Schlüssel für mehr sportliche und wirtschaftliche Attraktivität – national wie international – liegt nach Ansicht der beiden Macher in der Kapazitätserweiterung. 51.500 Zuschauern bietet die Frankfurter Arena Platz. Spielt die Nationalmannschaft oder locken Europa-League-Spiele der Eintracht wie zuletzt vor zwei Jahren, muss die Arena den Regularien entsprechend ausschließlich bestuhlt werden, was zu einer Reduzierung der Plätze auf 48.000 führt. Doch das muss nicht sein. Meyer richtet deshalb den Blick Richtung Südosten.

          Meyers Pläne für das Stadion

          Was kaum jemand weiß: Jenseits von Deutschland gibt es eine Arena, die aussieht wie die in Frankfurt: in Bukarest. Das rumänische Nationalstadion, ebenfalls von der Firmengruppe Max Bögl gebaut, „ist an und für sich baugleich mit unserer Commerzbank-Arena“, sagt Meyer. Das Interessante: Es hat eine Zuschauerkapazität von 55.000 Plätzen. Meyer hält es in absehbarer Zeit für machbar, „dass wir in Frankfurt in einem ersten Schritt um 8000 bis 10.000 Plätze erhöhen“, und findet dies „sinnvoll. Dafür müssen wir kein Beton und kein Dach anfassen“, sagt er.

          Sollten Meyers „Gedankenspiele“, wie er die Ausbaupläne bezeichnet, eines Tages Wirklichkeit werden, müssten sich nicht nur der Arena-Geschäftsführer und seine Mitarbeiter, sondern auch viele der mehr als 100 Angestellten auf der Eintracht-Geschäftsstelle auf neue Ausblicke gefasst machen. Freier Blick auf die Spielfläche – das ginge dann nicht mehr. Meyers Plan sieht vor, den Oberrang tiefer zu ziehen. „Dadurch bekämen wir drei Sitzreihen vor die Büros mit den Fenstern. Und wenn wir den Winkel ändern würden, könnte es sogar sieben oder acht zusätzliche Reihen geben. Das wäre dann schon mal 2000 Plätze mehr.“

          Idee, die Spielfläche abzusenken

          Meyer hält einen möglichen Um- und Ausbau der Frankfurter Arena nicht für „utopisch“. So wäre auch ohne weiteres denkbar, eine 23. Sitzreihe zu ermöglichen, die sich ganz oben in der Arena an der durchsichtigen Wind- und Regenschutzwand befinden würde. „Das wären weitere 700 Plätze“, rechnet Meyer vor. „Und dann könnten wir auch noch die Spielfläche absenken. Dadurch würden wir weitere fünf Reihen und ein paar tausend zusätzliche Plätze bekommen.“

          Planspiele, die Meyer auch aus eigenem Interesse anstellt. Denn nicht nur mit dem Hauptmieter Eintracht Frankfurt sorgt er in der Arena für Umsatz, sondern auch mit Musik- und sonstigen Veranstaltungen. „Wir hätten AC/DC und auch Robbie Williams in der Commerzbank-Arena haben können.“ Stattdessen erhielt die Arena auf Schalke den Zuschlag. „Dort gibt es bei Konzerten 55.000 Sitzplätze, bei uns 45.000. Wir sind einfach zu klein.“

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