Nach dem verheerenden Brand in einer Holzhandlung in Wiesbaden suchen Experten weiter nach der Ursache. Zunächst gab es weder Hinweise auf Brandstiftung noch auf einen technischen Auslöser. „Aufgrund der großen Hitze sind die Zerstörungen so groß, dass alle Spuren verbrannt sind“, sagte ein Polizeispreche. Die Ermittler hoffen nun auf Zeugen, die in der Nacht zum Dienstag zwischen 0.30 Uhr und 2.30 Uhr Verdächtiges beobachtet haben könnten.
Die Flammen verursachten einen Millionenschaden. Von der riesigen Lagerhalle voller Holz blieben nur verkohlte Balken. Gluthitze und Funkenflug hatten auch benachbarte Gebäude und einen Lastwagen beschädigt sowie geparkte Autos in Brand gesetzt. Um das Feuer zu löschen, waren mehr als 200 Feuerwehrleute über Stunden hinweg im Einsatz.
Der Standort der Holzhandlung zwischen einem alten Gewerbegebiet und der neuen Wohnsiedlung Europaviertel war seit Jahren umstritten. Die Wiesbadener Stadtentwicklungsgesellschaft SEG hatte dicht am Betriebsgelände 16 Reihenhäuser für junge Familien geplant und verkauft. Die Holzfirma klagte erfolgreich gegen den Bebauungsplan; die Stadt musste 2010 die Rohbauten zurücknehmen und die Käufer mit 2,5 Millionen Euro entschädigen.

