http://www.faz.net/-gzg-76yhq
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 15.02.2013, 16:30 Uhr

Wiesbaden Mieterbund fordert Bau von 150.000 neuen Wohnungen

Gerade in den Ballungsräumen ist die Wohnungspolitik wieder zum heißen Eisen geworden. Der Mieterbund will mehr Sozialwohnungen und ein schärferes Mietrecht.

© dpa Wenig Raum: in vielen Städten beklagt der Mieterbund fehlende Sozialwohnungen, wie bei dieser Demonstration in Hamburg.

Wohnungsnot und steil ansteigende Mieten vor allem in den Ballungszentren machen nach Ansicht des Deutschen Mieterbundes (DMB) den Bau von jährlichen mindestens 150.000 neuen Mietwohnungen erforderlich. 40.000 davon müssten Sozialwohnungen sein, sagte DMB-Präsident Franz-Georg Rips am Freitag vor einer Vorstandssitzung in Wiesbaden. „Wohnen darf kein Luxus werden.“

Zur Ankurbelung des Wohnungsbaus schlug er steuerliche Anreize vor, die auch der energetischen Sanierungen von Wohnungen zu Gute kommen sollen. Das Investitionsvolumen bezifferte Rips auf rund fünf Milliarden Euro.

Die von der CDU/FDP-Regierung jüngst beschlossenen Änderungen beim Mietrecht gehen nach Ansicht des Mieterbundes an den wirklichen Problemen vorbei. Rips verlangte eine Begrenzung der Neuvermietungsmieten. Während beim Bestand der Anstieg durch die ortsüblichen Vergleichsmieten begrenzt sei, könne ein Vermieter nach einem Wechsel für die gleiche Wohnung bis zu 30 Prozent oder noch mehr verlangen.

Der DMB-Präsident forderte auch eine Erhöhung des Wohngelds für einkommensschwache Haushalte mit einem Nettoeinkommen bis 1300 Euro. In diesem Segment liege die Belastung durch die Mieten bei über 45 Prozent.

Mehr zum Thema

Hessen schneide beim Sozialwohnungsbau besonders schlecht ab, kritisierte der DMB-Landesvorsitzende Wolfgang Hessenauer. 2011 habe es in Hessen noch über 20.000 öffentlich geförderte Wohnungen gegeben, im Jahr 1991 seien es noch 200.000 gewesen. Der schwarz-gelben Regierung in Wiesbaden warf er vor, nichts gegen die explodierenden Mieten im Rhein-Main-Gebiet zu tun. 53 Prozent der Haushalte im Regierungsbezirk Darmstadt zahlten inzwischen acht Euro Kaltmiete pro Quadratmeter. 15 Prozent sogar mehr als zehn Euro.

Quelle: LHE

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Öl billiger als Gas 40 Prozent weniger Heizkosten

Im vorigen Winter war Öl billiger als Gas. Woran das lag – und ob es jetzt klug ist sich eine Ölheizung zuzulegen. Mehr Von Christian Siedenbiedel

29.06.2016, 08:05 Uhr | Finanzen
Airbnb & Co In Berlin bleiben Ferienwohnungen illegal

Seit dem 1. Mai 2016 gilt ein Zweckentfremdungsverbot für Wohnungen in Berlin. Denn durch Airbnb und andere Vermittler, die Wohnungen für kurze Zeit an Touristen vermieten, fällt Wohnraum für die Bevölkerung weg. Nach dem Grundsatz Gemeinwohl vor Privatinteresse will der Berliner Senat mit diesem Mittel Ferienwohnungen wieder in normale Mietwohnungen verwandeln. Mehr

09.06.2016, 14:43 Uhr | Wirtschaft
Steuertipp Steuern sparen mit Immobilien

Einkünfte aus der Vermietung von Immobilien unterliegen einer Steuerlast von bis zu 50 Prozent. Doch es gibt einen Weg, das mindestens zu halbieren. Mehr

21.06.2016, 16:09 Uhr | Finanzen
Reetdachhaus Zu Besuch in einer Luxusimmobilie auf Sylt

Das Haus, in dem Ralph Justus Maus auf Sylt wohnt und arbeitet, hat einen Schätzwert von sieben Millionen Euro. Dafür gibt es zwei Wohnzimmer, vier Schlafzimmer und viel Platz für Freunde. Mehr

28.06.2016, 09:24 Uhr | Gesellschaft
Durchschnittswohnungen Im Schnitt recht groß

Eine vierköpfige Familie lebt im Mittel auf 97 Quadratmetern. Doch gerade in den großen Städten ist der Wohnraum knapp - und nicht jeder kann sich vergrößern. Mehr

21.06.2016, 11:45 Uhr | Wirtschaft

Behinderungen sind unvermeidbar

Von Hans Riebsamen

Die Sperrung des S-Bahn-Tunnels ist unvermeidbar. Vielerorts wäre man beglückt, wenn überhaupt an den Verkehrswegen gebaut würde. Mehr 0

Abonnieren Sie unsere Rhein-Main Newsletter

  • Newsletter auswählen

    Newsletter auswählen