Das aufwendigste Bauvorhaben zur Verbesserung der städtischen Infrastruktur seit langem, Modernisierung und Umgestaltung des Wetzlarer Bahnhofsareals, nähert sich der Vollendung. Voraussichtlich noch in diesem Jahr soll der dritte Bauabschnitt abgeschlossen sein. Dabei geht es um den Bau einer neuen Park-and-ride-Anlage und dem Bau eines Fahrradparkplatzes.
Die Kosten für diese Arbeiten belaufen sich nach Auskunft aus dem Rathaus auf rund 5,9 Millionen Euro. Daran beteiligt sich das Land mit ungefähr 3,1 Millionen Euro. Die Anlage entsteht auf einem für den Schienenverkehr nicht mehr benötigten Areal auf der dem Stationsgebäude gegenüberliegenden Seite. 198Stellplätze lässt die Stadt dort herrichten. Der Fahrradparkplatz umfasst 48Stellplätze, hinzu kommen 13Fahrradboxen. Zugang zu den Gleisen, Bahnhofsgebäude und zum Bahnhofsvorplatz bekommt die Parkanlage mit der Unterführung, die dafür verlängert und ausgebaut wird.
Weitgehend zum Hessentag erledigt
Mit Gesamtkosten von etwa 22 Millionen Euro bildete das Projekt Bahnhofserneuerung auch das umfangreichste und teuerste Vorhaben zum Hessentag, der Anfang Juni in der 52000 Einwohner zählenden mittelhessischen Stadt stattfand. Rund 14 Millionen Euro davon fließen als Zuschüsse von Land, Deutscher Bahn und Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV).
Die Arbeiten am Bahnhof, die zum Hessentag in diesem Jahr weitgehend erledigt waren, betreffen vor allem die Erweiterung und Renovierung der Bahnsteige. So wurden alle Bahnsteige angehoben, um den Ein- und Ausstieg zu erleichtern. Zudem wurden die Bahnsteige für die Lahntalbahn und für die Strecke Frankfurt-Köln verlängert, um den Zu- und Ausstieg zu beschleunigen.
Elektronische Anzeigetafeln
Damit Behinderte ohne fremde Hilfe zu den Zügen gelangen können, gibt es für die Fernbahnsteige Aufzüge, die über das Bahnhofsgebäude erschlossen Gleise sind über Rampen erschlossen. Für mehr Komfort sorgen sollen neue Wartestationen mit Windschutz an den Bahnsteigen.
Viel getan hat sich auch auf dem Gelände des Busbahnhofs für dem Haupteingang des Stationsgebäudes. Über einen neuen Kreisel hat die zentrale Station für den städtischen und regionalen Busverkehr Anschluss an den Stadtring erhalten. Rund ein Dutzend überdachte Haltepunkte für eine Vielzahl von Buslinien in alle Richtungen hat die Stadt errichten lassen, die nach aktuellen Vorgaben für den Nahverkehr mit speziellen Bordsteinen ausgestattet sind, um auch Gehbehinderten und Fahrgästen mit Kindern und schwerem Gepäck den Zustieg zu erleichtern.
Unterschiedliche Markierungen im Pflaster leiten Blinde und Sehbehinderte zu den Stationen der einzelnen Linien. Neue elektronische Anzeigentafeln geben Orientierung an jedem Haltepunkt. Grünflächen mit Bänken auf dem neu gestalteten Vorplatz laden zum Verweilen ein und werten das Entree zur Stadt auf. Kleine Rasenflächen, ergänzt mit Bäumen und Sträuchern, werden auch den neuen Park-and-ride-Platz säumen und sollen das Bahnhofsumfeld auch an dieser Stelle ansehnlicher machen.