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Westhafen Zum Abschluss Wohnungen und ein Spa

27.01.2012 ·  Im Westhafen drehen sich zum vorerst letzten Mal die Kräne. Auf dem früheren Hafengelände ist Wohnraum für 1600 Einwohner entstanden.

Von Rainer Schulze, Frankfurt
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Lagerhäuser, Getreidespeicher und Kaianlagen - es ist noch gar nicht lange her, da war der Westhafen fest in der Hand der Binnenschifffahrt. Erst 1993 beschloss die Stadt, auf dem mehr als hundert Jahre lang als Hafengebiet genutzten Gelände einen neuen Stadtteil anzulegen. Mittlerweile liegt das Wohnquartier Westhafen schon so selbstverständlich am Mainufer, dass bei vielen Frankfurtern die Erinnerung an die Zeit der Teppich- und Getreidehändler verblasst ist. Und die Zugezogenen kennen das Viertel ohnehin nur als schickes Wohnquartier am Wasser. Jetzt füllen sich auch die letzten Lücken. Ein neuer Wohnkomplex und ein „Westhafen Spa“ setzen die Schlusssteine am Westhafen.

Für Till Schneider ging die Entwicklung des Westhafens rückblickend „rasend schnell“. Der Architekt ist mit dem Ergebnis zufrieden, auch wenn das Viertel noch etwas Zeit brauche, um Patina anzusetzen. Das Architekturbüro Schneider+Schumacher war an beiden Enden des Westhafens tätig: Als eines der ersten Projekte wurde der Westhafentower errichtet. Der gläserne Büroturm, der im Volksmund „das Gerippte“ heißt, steht seit 2003 am östlichen Eingang des Viertels. Nun sind Schneider+Schumacher wie der Architekt Stefan Forster auch an einem der letzten Projekte beteiligt. Auf einem Baufeld an der Kreuzung von Speicher- und Hafenstraße errichtet der Projektentwickler Max Baum neben einem Gemeindezentrum des evangelischen Regionalverbands und einer Kindertagesstätte einen Wohnkomplex. Ende 2012 soll er fertig sein.

Ein wahrer Wellness- und Spa-Tempel oder  ein beheiztes Außenbecken auf dem Dach

Viele Frankfurter Architekturbüros haben sich im Westhafen verewigt - außer den schon genannten auch KSP und Christoph Mäckler. Sie haben dazu beigetragen, dass der Westhafen insgesamt als gelungen gilt. Die Bebauung wirkt großstädtisch mondän, ist aber für manchen Geschmack zu dicht geraten. Einzelne Solitäre auf der Mole fallen in ihrer architektonischen Qualität gegenüber dem Rest des Viertels ab. Besonders sorgfältig wurde der öffentliche Raum gestaltet.

Auf dem Molenkopf findet der Westhafen nun einen besonderen Abschluss. Dort errichtet das Unternehmen DI Technologies, das in der Nachbarschaft schon für 15 Millionen Euro Wohnhäuser „an anspruchsvolle Käufer“ veräußert hat, „einen wahren Wellness- und Spa-Tempel“. Dahinter verbirgt sich eine zweigeschossige Anlage mit Fitnessstudio, drei Saunen, mehreren Behandlungszimmern für Kosmetik und Massage und einem sechs mal 20 Meter großen, beheizten Außenbecken auf dem Dach, das von einem Windschutz begrenzt ist. Zu dem Komplex gehört auch ein Restaurant. Der restliche Molenkopf wird zum öffentlichen Park.

„Das Schwergewicht liegt auf Wellness und Kosmetik“

Weil nur wenige Parkplätze zur Verfügung stehen, will der Bauherr einen Parkdienst anbieten. Die Gäste stellen auf gemieteten Stellplätzen in der Umgebung ihre Fahrzeuge ab und werden von einem Chauffeur zum „Westhafen Spa“ gebracht. „Stressfrei ankommen, hingehen, drankommen“, so beschreibt Hendrik Härterich, beim Bauherrn für das Projekt zuständig, das Konzept. Es richtet sich vor allem an Stammkunden, die Termine vereinbaren. Das Spa biete Platz für 40 bis 50Besucher, die Preise seien „erträglich, aber nicht im mittleren Bereich“. Ende März 2013 soll das „Westhafen Spa“ fertig sein. Für Frankfurter, die nach der Arbeit noch rasch ein paar Bahnen schwimmen wollen, ist es nicht gedacht. „Das Schwergewicht liegt auf Wellness und Kosmetik“, sagt Härterich.

Wenn die letzten Projekte fertig sind, ist nur noch ein Grundstück für ein Bürogebäude frei. Unter dem Motto „Wohnen am Fluss“ zur Zeit des früheren Planungsdezernenten Martin Wentz (SPD) begonnen, hat die Bebauung des Westhafens Wohnraum für rund 1600Einwohner geschaffen. Die Entwicklung des Geländes wurde als öffentlich-private Partnerschaft organisiert. Das Hafenareal wurde in eine Grundstücksgesellschaft eingebracht, Entwicklung und Vermarktung übernahm eine Projektgesellschaft, an der die Stadt und private Investoren jeweils zur Hälfte beteiligt waren. Der Projektentwickler Max Baum und dessen Vater Michael waren von Anfang an dabei. „Uns ist ein vitaler Stadtteil gelungen“, sagt Max Baum.

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Jahrgang 1978, Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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