Home
http://www.faz.net/-gzg-75c0u
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Weihnachtspredigten Katholische Bischöfe fordern mehr Miteinander

Menschenwürde und Technik, ein stärkeres Miteinander sowie vergessene Opfer - das waren die zentralen Themen der Weihnachtspredigten katholischer Bischöfe in Hessen.

© dpa Vergrößern Will Opfern mehr Aufmerksamkeit schenken: Mainzer Bischof Kardinal Lehmann.

Menschenwürde und Technik, ein stärkeres Miteinander sowie vergessene Opfer - das waren die zentralen Themen der Weihnachtspredigten katholischer Bischöfe in Hessen. Fuldas Bischof Heinz Josef Algermissen warnte, Menschenwürde verkomme zunehmend zum Spielball der Technik und „unbeherrschbarer Mächte“. „Präimplantationsdiagnostik, Bluttests zur Erkennung des Down-Syndroms bei Ungeborenen und deren Selektion infolgedessen, aber auch erleichterte Möglichkeiten zum Suizid offenbaren eine Respektlosigkeit hinsichtlich der Menschenwürde“, sagte Algermissen am ersten Weihnachtsfeiertag laut Redemanuskript im Fuldaer Dom. Die Kirche sei deshalb zum Handeln aufgerufen.

Der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst rief die Menschen in seiner Weihnachtspredigt zu mehr Miteinander auf. „Wo Menschen voreinander die Türe zugeschlagen haben, in Ehen und Familien, in Gemeinden und in der Kirche, schmerzen gerade am Weihnachtsfest die verschlossenen Türen in den Beziehungen“, sagte er laut vorab verbreiteten Predigttext an Heiligabend im Limburger Dom. Verschlossene Türen verführten zum Tod der Kommunikation. Wo die Tür zugefallen sei, könne man sich nicht mehr verstehen.

Opfer mehr in den Blick nehmen

Opfer müssten mehr in den Blick der Geschichte genommen werden, forderte der Mainzer Bischof Kardinal Karl Lehmann. „Die Sieger nehmen die erste Stelle ein. Die Opfer werden nur kurz, wenn überhaupt, erwähnt“, sagte er laut Mitteilung seines Bistums in seiner Weihnachtspredigt im Mainzer Dom. Geschichte müsse daher auch mit einer anderen Optik betrachtet werden, aus der Sicht derer, die zu Unrecht als Verlorene gesehen würden. Das Bistum Mainz erstreckt sich auch auf Teile Hessens.

Quelle: LHE

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Früherer Limburger Bischof Tebartz-van Elst sagt Auftritt wieder ab

Franz-Peter Tebartz-van Elst wollte mit einem Auftritt bei einem Stammtisch in Bregenz in die Öffentlichkeit zurückkehren. Nun hat der frühere Bischof von Limburg wieder abgesagt. Mehr

20.01.2015, 19:29 Uhr | Politik
Gemischte Reaktionen auf neuen Tonfall des Vatikans

Auf einer Tagung von 200 Bischöfen zum Thema Familie hatte sich die Führung der katholischen Kirche entschieden, einen Schritt auf Schwule und Lesben zuzugehen. In Buenos Aires, der Heimat von Papst Franziskus, wurde das Papier mit Interesse aufgenommen. Mehr

15.10.2014, 12:18 Uhr | Politik
Früherer Limburger Bischof Tebartz-van Elst zieht in den Vatikan

Franz-Peter Tebartz-van Elst erhält angeblich eine neue Aufgabe im Vatikan. Der frühere Bischof von Limburg soll Sekretär im Rat für die Förderung der Neuevangelisation werden. Mehr

23.01.2015, 14:52 Uhr | Politik
Bischofssynode im Vatikan Noch keine neue Haltung gegenüber Homosexuellen

Papst Franziskus hat seinen 1978 gestorbenen Vorgänger Papst Paul VI. seliggesprochen. Mit der feierlichen Zeremonie auf dem Petersplatz ging die katholische Bischofssynode im Vatikan zu Ende. Zwei Wochen lang hatten 200 Bischöfe zum Thema Familie getagt. Mehr

20.10.2014, 09:33 Uhr | Politik
Tebartz-van Elst Neuer Posten in Rom?

Papst Franziskus gewährt dem ehemaligen Bischof Tebartz-van Elst offenbar eine zweite Chance: 15 Monate nach seiner Abberufung in Limburg soll er wohl einen Posten als Sekretär im Vatikan bekommen. Mehr

23.01.2015, 16:04 Uhr | Rhein-Main
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 26.12.2012, 10:48 Uhr

Politik muss über Vorranggebiete entscheiden

Von Mechthild Harting

Zwölf Jahre alt ist die Ankündigung, in Südhessen Vorranggebiete für Windräder auszuweisen. Diese Gebiete gibt es bis heute nicht. Derzeit wirkt das Verfahren wie eine Beschäftigungstherapie für Regionalpolitik und Verwaltung. Mehr 10 1