http://www.faz.net/-gzg-75c0u
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 26.12.2012, 10:48 Uhr

Weihnachtspredigten Katholische Bischöfe fordern mehr Miteinander

Menschenwürde und Technik, ein stärkeres Miteinander sowie vergessene Opfer - das waren die zentralen Themen der Weihnachtspredigten katholischer Bischöfe in Hessen.

© dpa Will Opfern mehr Aufmerksamkeit schenken: Mainzer Bischof Kardinal Lehmann.

Menschenwürde und Technik, ein stärkeres Miteinander sowie vergessene Opfer - das waren die zentralen Themen der Weihnachtspredigten katholischer Bischöfe in Hessen. Fuldas Bischof Heinz Josef Algermissen warnte, Menschenwürde verkomme zunehmend zum Spielball der Technik und „unbeherrschbarer Mächte“. „Präimplantationsdiagnostik, Bluttests zur Erkennung des Down-Syndroms bei Ungeborenen und deren Selektion infolgedessen, aber auch erleichterte Möglichkeiten zum Suizid offenbaren eine Respektlosigkeit hinsichtlich der Menschenwürde“, sagte Algermissen am ersten Weihnachtsfeiertag laut Redemanuskript im Fuldaer Dom. Die Kirche sei deshalb zum Handeln aufgerufen.

Der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst rief die Menschen in seiner Weihnachtspredigt zu mehr Miteinander auf. „Wo Menschen voreinander die Türe zugeschlagen haben, in Ehen und Familien, in Gemeinden und in der Kirche, schmerzen gerade am Weihnachtsfest die verschlossenen Türen in den Beziehungen“, sagte er laut vorab verbreiteten Predigttext an Heiligabend im Limburger Dom. Verschlossene Türen verführten zum Tod der Kommunikation. Wo die Tür zugefallen sei, könne man sich nicht mehr verstehen.

Opfer mehr in den Blick nehmen

Opfer müssten mehr in den Blick der Geschichte genommen werden, forderte der Mainzer Bischof Kardinal Karl Lehmann. „Die Sieger nehmen die erste Stelle ein. Die Opfer werden nur kurz, wenn überhaupt, erwähnt“, sagte er laut Mitteilung seines Bistums in seiner Weihnachtspredigt im Mainzer Dom. Geschichte müsse daher auch mit einer anderen Optik betrachtet werden, aus der Sicht derer, die zu Unrecht als Verlorene gesehen würden. Das Bistum Mainz erstreckt sich auch auf Teile Hessens.

Quelle: LHE

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
F.A.Z. exklusiv Milliarden-Loch in Pensionskasse der katholischen Kirche

Der katholischen Kirche drohen große finanzielle Verwerfungen: Der Pensionskasse der Diözesen fehlen 5,5 Milliarden Euro. Im schlimmsten Fall käme es zur Zahlungsunfähigkeit einzelner Bistümer. Mehr Von Daniel Deckers

20.04.2016, 21:21 Uhr | Politik
Video Papst Franziskus besucht Flüchtlinge auf Lesbos

Papst Franziskus ist zu einem Besuch auf der griechischen Insel Lesbos eingetroffen. Dort will sich das Oberhaupt der katholischen Kirche mit Flüchtlingen untern anderem aus Syrien und Irak treffen, die in griechischen Auffanglagern quartiert sind. Der Papst plädierte für mehr Solidarität gegenüber den Flüchtlingen. Mehr

17.04.2016, 19:16 Uhr | Politik
Katholische Kirche Milliarden-Deckungslücke wächst weiter

Die katholischen Bischöfe beraten an diesem Montag über die Sanierung der kirchlichen Rentenkasse. Der Druck ist groß, denn der Fehlbetrag in der Bilanz der Kirchlichen Zusatzversorgungskasse wird immer größer. Mehr Von Daniel Deckers

24.04.2016, 17:30 Uhr | Politik
Mindestens 500 Tote Zahl der Opfer steigt nach Erdbeben in Ecuador weiter

Nach dem Erdbeben in Ecuador steigt die Zahl der Opfer weiter an. Die vorläufige Bilanz des Bebens: Mindestens 500 Tote, mehr als 4500 Verletzte und Schäden in Höhe von bis zu 3 Milliarden Dollar. Mehr

21.04.2016, 15:59 Uhr | Gesellschaft
Dieburg Chance für die Außenseiter

Aggressiv, laut und störend, im Unterricht eine Last: Unter solchen Schülern sind viele Autisten mit einer Inselbegabung. In Dieburg finden sie Hilfe. Mehr Von Werner Breunig, Dieburg

17.04.2016, 20:42 Uhr | Rhein-Main

Die Brücke polarisiert

Von Oliver Bock

Die politischen Mehrheiten in Rüdesheim und Bingen haben sich geändert. So steht auf einmal wieder der Bau einer Brücke über den Rhein zur Diskussion - auch wenn die Argumente alt sind. Mehr 0

Abonnieren Sie unsere Rhein-Main Newsletter

  • Newsletter auswählen

    Newsletter auswählen