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Wechsel ermöglichen 22.500 Unterschriften für G9

Rund 22.500 Unterzeichner haben sich dem Anliegen der Elterninitiative G9-Wahl.de angeschlossen. Sie fordert, auch den jetzigen Fünft- und Sechsklässlern eine insgesamt neunjährige Gymnasialzeit zu ermöglichen.

© dapd Zum Abitur, aber in wieviel Jahren?

Rund 22.500 Unterzeichner haben sich dem Anliegen der Elterninitiative G9-Wahl.de angeschlossen. Sie fordert, auch den jetzigen Fünft- und Sechsklässlern eine insgesamt neunjährige Gymnasialzeit zu ermöglichen. Die Zeichnungsfrist für die Online-Petition hatte Mitte Dezember begonnen und wurde laut Initiative nun beendet, „damit der Politik genug Zeit zur Reaktion bleibt und im Anschluss daran auch den Gymnasien ausreichend Zeit bleibt, die erhofften Änderungen umzusetzen“, wie Sprecher Andres Bartels am Mittwoch sagte. Er wertete die Resonanz als Zeichen dafür, dass viele hessische Eltern ihren Kindern „gern Zeit zum Lernen und Reifen geben und überflüssigen Lernstress ersparen möchten“.

Matthias Trautsch Folgen:

Bei der Willensbekundung im Internet handelt es sich nicht um eine formelle Petition an den Landtag, wie sie in der hessischen Verfassung vorgesehen ist. Dennoch will die Elterninitiative die Unterstützerliste am 31.Januar in Wiesbaden übergeben. Das Kultusministerium hatte Zweifel an der Zahl der Unterzeichner geäußert, weil viele davon anonym blieben oder nicht aus Hessen stammten. Laut Initiative musste jedoch jeder Unterstützer seine Daten hinterlegen, auch wenn diese nicht im Internet erschienen. Etwa 21.100 der 22.500 Unterschriften stammten aus Hessen.

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Eltern hätten mit Veränderung nicht rechnen können

Gemäß der vor Weihnachten beschlossenen Änderung des Schulgesetzes dürfen hessische Gymnasien zum nächsten Schuljahr von G8 zu G9 zurückkehren, ihren Schülern also ein Jahr mehr bis zum Abitur geben. Dies gilt jedoch nicht für die jetzigen Gymnasiasten, sondern nur für neue Jahrgänge. Die Elterninitiative hofft, die Politik mit der Petition dazu zu bewegen, doch noch eine G9-Option für Schüler der bestehenden Klassen 5 und 6 zu schaffen.

Die Landesregierung begründet ihre Weigerung, eine solche Möglichkeit zu gewähren, mit dem Bestandsschutz für Eltern, die den G8-Bildungsgang gewählt haben und auch dabei bleiben wollen. Sie hätten zum Zeitpunkt ihrer Entscheidung nicht mit einer Rückkehr zu G9 rechnen können und würden deshalb zurecht auf die um ein Jahr kürzere Lernzeit vertrauen, heißt es in der Antwort auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion im Landtag.

Eltern gerieten unter Druck

Selbst für den Fall, dass alle Eltern einer Klasse für G9 stimmten, will die Landesregierung diesem Wunsch nicht entsprechen. Sie begründet dies mit den Erfahrungen bei den Kooperativen Gesamtschulen, die schon länger auf G9 umstellen dürfen. Dort hatte es zwischenzeitlich die Möglichkeit zum Wechsel bestehender Klassen gegeben, sofern die Eltern ihn einstimmig befürworteten. Laut Landesregierung führte dies allerdings dazu, dass Eltern mit G8-Präferenz unter Druck gerieten, sich einer wechselwilligen Mehrheit zu beugen.

Eine Chance auf die längere Schulzeit haben derzeitige Fünft- und Sechstklässler laut Landesregierung allenfalls in Gymnasien, die an einem Schulversuch teilnehmen, in dem parallel G8 und G9 angeboten wird. Dort soll erst nach der sechsten Klasse über den Wechsel in den jeweiligen Zweig entschieden werden.

Quelle: F.A.Z.

 
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