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Wasseruntersuchungen : Multiresistente Keime in vier Gewässern

Trügerische Idylle: Auch eine Wasserprobe aus der Nidda enthielt antibiotikaresistente Erreger. Bild: Maria Klenner

Erstmals sind die Wasserproben, die viermal im Jahr genommen werden, auf die gefährlichen Bakterien untersucht worden. Die Resultate seien kein Grund zur Panik, meint das Gesundheitsamt.

          Bei Wasseruntersuchungen in allen Frankfurter Bächen und Flüssen sowie im Rebstockweiher hat das Gesundheitsamt in fünf Proben multiresistente Erreger entdeckt. Das hat Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Die Grünen) mitgeteilt. Nachgewiesen wurden die Erreger in der Nidda bei Harheim, im Urselbach vor und nach der Oberurseler Kläranlage, im Königsbach im Frankfurter Stadtwald, der auch Luderbach genannt wird und den Jacobiweiher mit Wasser versorgt, sowie im Rebstockweiher.

          Mechthild Harting

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Ergebnisse sind nach Angaben von Fachleuten für die Bevölkerung kein Grund, alarmiert zu sein oder gar in Panik zu geraten. „Wir sehen keine Notwendigkeit, von unseren bisherigen Empfehlungen im Umgang mit Bächen und Flüssen abzuweichen“, sagt Ursel Heudorf, Hygieneexpertin des Frankfurter Gesundheitsamts. Das Amt rate seit Jahren davon ab, in Oberflächengewässern in Frankfurt zu schwimmen, und empfehle, nach direktem Kontakt mit Wasser oder Schlamm die Hände zu waschen. Nur wenn man diese Grundregeln der Hygiene nicht einhalte, könne man sich „etwas holen“.

          Gleiche Hygieneprinzipien wie am Main

          Für manchen scheint es attraktiv zu sein, in renaturierten Abschnitten der Nidda zu baden – etwa am umgebauten Höchster Wehr – oder an anderen beschaulich wirkenden Bachabschnitten ins Wasser zu steigen. Doch für diese landschaftlich reizvollen Passagen gelten Heudorf zufolge die gleichen Hygieneprinzipien wie etwa am Main. Insgesamt stelle das Vorhandensein multiresistenter Erreger „in Krankenhäusern ein Problem dar, nicht aber im alltäglichen Leben der Menschen“. Nur wenn die Keime in Wunden gerieten oder an die Schleimhäute, könnten sie gefährlich werden und schlimmstenfalls zum Tod führen.

          Erstmals sind die Gewässerproben, die das Gesundheitsamt seit 30Jahren an 19Stellen jedes Vierteljahr nimmt, mithilfe neuer wissenschaftlicher Methoden in der Universität Bonn auf antibiotikaresistente Erreger untersucht worden waren. Anlass für die wegen der Kosten wohl einmalige Untersuchung war der Fall eines Frankfurters, der im Frühjahr in den Eschbach gestürzt und vermutlich dort mit den gefährlichen Keimen in Berührung gekommen war. Nachdem er ins Uniklinikum gebracht worden war, wurde bei ihm der multiresistente Erreger Klebsiella pneumoniae gefunden. Teile der Intensivstation mussten deswegen für Wochen geschlossen werden.

          Für Heudorf ist das Ergebnis der Gewässeruntersuchungen „plausibel“. Es sei bekannt, dass ein Teil der Bevölkerung multiresistente Bakterien im Darm trage. Über die Ausscheidungen gelangten die Keime in die Kläranlagen und von dort auch in die Gewässer. Denn die Kläranlagen desinfizierten das Abwasser nicht.

          Überraschender sei, dass sich die Erreger auch in Gewässern wie dem Königs- und Luderbach sowie im Rebstockweiher fänden, in die kein Klärwasser eingeleitet werde. Mögliche Ursachen sind nach Worten von Gesundheitsdezernent Majer das Düngen mit Gülle, Tierhaltung auf Wiesen am Rand der Gewässer oder aber Wildvögel. Im Fall des Rebstockweihers kommen eigentlich nur letztere in Frage. Heudorf zufolge gibt es mittlerweile Untersuchungen, die belegen, dass etwa Möwen in Spanien und Frankreich multiresistente Erreger in sich tragen.

          Die bei dem Eschbach-Patienten im Frühjahr entdeckte Keimform ist bei den Proben auch wieder dabei gewesen, dieses Mal allerdings im Urselbach. Nun soll untersucht werden, ob es sich tatsächlich um den identischen Erreger handelt.

          mch.

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