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Wasserschutzpolizei Die Wacht vom Rhein

 ·  Die Wasserschutzpolizei muss eingreifen, wenn Not auf dem Strom ist. Vier Länder wollen die Einsätze enger kooperieren, darunter Hessen und Rheinland-Pfalz.

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Ein Schiff läuft auf Grund, ein Betrunkener springt in den Rhein, ein Tanker gerät in Brand: In solchen Fällen ist die Wasserschutzpolizei im Einsatz. Aber auch, wenn andere feiern: Etwa, wenn das Lichter-Spektakel „Rhein in Flammen“ steigt. Meist geht es allerdings um die Kontrolle von Schiffen: Ist gefährliche Ladung gut gesichert, haben die Schiffe zu viel geladen, verlieren sie Schadstoffe, sind genug Leute an Bord?

Klaus Sack, Chef der Wasserschutzpolizei in Mainz, berichtet auch von Einsätzen um Leben und Tod. „Eine Frau wollte sich mal das Leben nehmen unterhalb des Zollhafens. Wir haben sie gerettet.“ Manchmal spielt die Wasserschutzpolizei schon mal Feuerwehr: „Wir haben auch überraschende Einsätze, wenn jemand zum Beispiel von der Theodor-Heuss-Brücke in Mainz springt.“

Engere Zusammenarbeit

Der Polizeichef hat den größten Einsatz der jüngsten Zeit noch gut in Erinnerung: die Havarie des Säuretankers „Waldhof“ vor etwa zwei Jahren. Damals kam mindestens ein Besatzungsmitglied ums Leben, von einem Matrosen fehlt bisher jede Spur. Die Bergung dauerte 33Tage, als der Rhein gesperrt war, stauten sich die Schiffe zeitweise bis nach Köln. „Da war die ganze Wasserschutzpolizei Rheinland-Pfalz beteiligt.“ Nicht nur bei solchen Unglücken arbeiten die Polizisten grenzübergreifend zusammen. „Wir haben gemeinsame Nachtstreifen“, sagt Sack.

Vier Länder - Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland - haben im vergangenen Jahr vereinbart, dass ihre Polizei stärker zusammenarbeiten soll. Es geht vor allem darum, Kosten zu senken. Dabei war auch die Zusammenlegung einiger Standorte der Wasserschutzpolizei im Gespräch - Wiesbaden und Mainz sowie Rüdesheim und Bingen. Hessens Innenminister Boris Rhein (CDU) hat das Vorhaben allerdings erst mal gestoppt. Er machte klar, dass keine Wasserschutzpolizei-Station in Hessen geschlossen werden soll.

Mit 50 Kilometern pro Stunde

Das führte zu Irritationen am anderen Ufer. „Wir haben das sehr überrascht zur Kenntnis genommen“, sagt Innenstaatssekretärin Heike Raab (SPD) in Mainz. Bisher sei nichts Offizielles dazu aus Hessen gekommen. „Wir sind nach wie vor an einer Kooperation im Sinne einer gemeinsamen Rhein-Polizei interessiert“, sagt sie. Denn das bringe mehr Sicherheit. Die Hessen haben elf Streifenboote, neun schnelle und flexible Hilfsstreifenboote sowie ein Ausbildungsboot. Zur Wasserschutzpolizei Rheinland-Pfalz gehören 16Streckenboote und sechs Sportbootkontrollboote. Bis auf die „Rheingold“ tragen sie nüchterne Namen: In Mainz liegen die WSP 4 und WSP 5.

Hauptkommissar Andreas Korn und Oberkommissar Jürgen Becker verrichten ihren Dienst auf der WSP 4, die 50 Kilometer pro Stunde fahren kann. Wer Wasserschutzpolizist werden will, braucht eine Spezialausbildung von zwei Jahren: „Ein Sportbootführerschein reicht nicht“, sagt Korn. Außerdem ist Streckenkenntnis gefordert.

4667 Schiffe wurden kontrolliert

Becker steuert die WSP 4 und hält Kontakt zur Zentrale. Korn kontrolliert einen Frachter, als Frachter und Boot auf gleicher Höhe sind, steigt er auf das Schiff. Dabei werden die Papiere gecheckt sowie Ladung und Gewicht. Das kann schon einmal eine Stunde dauern. 2011 kontrollierte die Polizei 4667 Schiffe und 3113 Sportboote. Ein Schwerpunkt bei Schiffen sei das Einhalten der Einsatzzeiten, sagt Bootsführer Walter Riedl.

Auch auf der Mosel und der Saar wird der Schiffsverkehr überwacht. Dabei ist das Saarland auf die Hilfe des Nachbarlandes angewiesen. Die Nachbarn helfen der Saar-Wasserschutzpolizei mit einem funktionierenden Boot aus.

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