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Wald im Hochtaunus : Grüne Wertanlage mit großem Erholungswert

Wertbeständig: Bad Homburgs Stadtwald wirft regelmäßig Gewinn ab Bild: Sonntag, Florian

Es hängt von den Preisen ab, wie viel Holz die Stadt Bad Homburg einschlägt. Derzeit sind sie niedrig, weshalb weniger Bäume fallen.

          Die Lieferadresse der Buchenstämme liegt im Südosten. Die Entfernung allerdings kann sehr unterschiedlich sein. Holz aus dem Bad Homburger Stadtwald ist in Aschaffenburg ebenso gefragt wie in China. Förster Günter Busch ist wählerisch. Er verkauft nur dann, wenn der Erlös entsprechend hoch zu werden verspricht. Langfristige Lieferverträge hat er nicht: „Das ist ein Spotmarkt.“

          Bernhard Biener

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Hochtaunuskreis.

          Zurzeit drückt die schwache Konjunktur im europäischen Ausland auf den Preis, während der Eurokurs den Export nach China begünstigt. Weil der Förster im Moment etwa fünf bis zehn Prozent weniger erzielt als im Vorjahr, sollen 2013 im Stadtwald 600 Festmeter weniger geschlagen werden als 2012. Der Waldwirtschaftsplan sieht insgesamt den Verkauf von 7250 Festmetern vor. Das meiste davon fällt an, wenn die dicht stehenden Jungbäume gelichtet werden, also bei der sogenannten Durchforstung. Nur 800 Festmeter sollen von ausgewachsenen Bäumen kommen, die den höchsten Ertrag bringen.

          Vor allem Fichten werden geerntet

          Die im Wirtschaftsplan vorgesehenen Erlöse fallen im nächsten Jahr mit 28.000 Euro entsprechend niedrig aus. Zu erzielen sind sie nur, wenn kein Sturm den Markt durcheinanderwirbelt. Trotz des geringen Ertrags ist Oberbürgermeister Michael Korwisi (Die Grünen) mit dieser Aussicht zufrieden. Denn abermals würde der Wald Gewinn abwerfen.

          Zwischen 70.000 und 160.000 Euro betrugen die Überschüsse seit dem Jahr 2005, als Bad Homburg die Zuständigkeit für den Wald übernommen hat. Deswegen sei die Entscheidung damals richtig gewesen, sagte Korwisi bei der Vorstellung des Plans. Selbst ein Jahr mit schlechten Zahlen könne man ausgleichen, denn die bisherigen Überschüsse seien in einer Waldrücklage gesammelt worden.

          Dabei ist der Aufwand denkbar gering: Förster Busch kümmert sich gewissermaßen allein um die 1270 Hektar Stadtwald. Den Holzeinschlag besorgen Privatfirmen, und die Waldarbeiter bestellt Busch beim Betriebshof. Sie kümmern sich sonst um die Bäume im Stadtgebiet, etwa im Kurpark. Allerdings habe sich herausgestellt, dass der Betriebshof einen neuen Forstschlepper benötige, um schneller umgestürzte Bäume wegräumen zu können. Für 110.000 Euro sei ein solches Fahrzeug in diesem Jahr beschafft worden.

          Bei der Holzernte im nächsten Jahr sollen die Fichten mit 3440 Festmetern den höchsten Anteil haben. Buchen und Eichen folgen mit 1180 und 1710 Festmetern. Für Bad Homburg sei der Wald aber nicht in erster Linie Rohstofflieferant, sagte Korwisi, sondern diene der Erholung der Bürger und Kurgäste. Dabei steige sogar der Wert des Waldes, wenn die Bäume wegen des geringen Einschlags länger stehen blieben.

          Versuch mit Esskastanien

          Mit der Holzernte, der Durchforstung und Neuanpflanzungen reguliert der Förster die Mischung des Bestands. Fichten und Lärchen würden entnommen, um den Laubholzanteil zu erhöhen. Derzeit setze man unter anderem 16.000 Eichen und 2000 Hainbuchen, aber auch 4200 Esskastanien. Sie stehen auf einem ein Hektar großen Versuchsfeld unterhalb des Herzbergs. „Wir wollen sehen, ob sie den veränderten Klimabedingungen besser standhalten“, sagte Busch. Ein Imker habe sich schon vor der Pflanzung danach erkundigt, weil Kastanienhonig besonders attraktiv sei.

          Demnächst wird der Förster einen besseren Überblick über das belaubte Vermögen der Stadt haben. Gerade wird von externen Fachleuten eine Waldinventur erstellt. Auf drei bis fünf Millionen Bäume schätzt Busch den Bestand. Auf den Baum genau wird die Zahl auch nach der Inventur nicht sein.

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