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Vogelgrippe Polizei stellt Geflügel aus Osteuropa sicher

09.01.2006 ·  Das hessische Umweltministerium und die Polizei haben am Montag vormittag in Frankfurt wegen der Ausbreitung der Vogelgrippe Reisebusse aus Ost- und Südosteuropa auf illegal mitgeführte Lebensmitteln kontrolliert.

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Das hessische Umweltministerium und die Polizei haben am Montag vormittag in Frankfurt wegen der Ausbreitung der Vogelgrippe Reisebusse aus Ost- und Südosteuropa auf illegal mitgeführte Lebensmitteln kontrolliert. Die Behörden stellten dabei rund 200 Kilogramm Fleisch und Fleischprodukte sicher, teilte Thomas Fröhlich, Leiter der Tierseuchenbekämpfung im hessischen Umwelt- und Verbraucherschutzministerium, mit. Bei rund zwei Dritteln der sichergestellten Lebensmittel habe es sich um Geflügelfleisch gehandelt. Fröhlich schätzt die Gefahr, daß das Vogelgrippevirus durch illegal eingeführtes Fleisch nach Deutschland eingeschleppt werde, als "sehr hoch" ein. Im Vergleich dazu werde die Gefährdung durch Zugvögel vom Ministerium nur mit mäßig bis hoch eingestuft.

Ob das Geflügel tatsächlich mit dem gefährlichen Virus infiziert ist, konnte Fröhlich nicht sagen. Das werde nicht überprüft. Da die Einfuhr von Geflügel aus Ländern, in denen Fälle von Vogelgrippe aufgetreten sind, grundsätzlich verboten sei (siehe Kasten), werde das sichergestellte Fleisch in der Müllverbrennungsanlage vernichtet.

Im Visier habe man vor allem Reisebusse aus den Risikoländern Rumänien, Rußland und Türkei, so Marc Watterson von der Direktion Sonderdienste der Polizei. Busse aus der Türkei, wo in den vergangen Tagen drei Kinder an dem Virus gestorben sind, seien nicht in die Kontrollen geraten, sagte Fröhlich. Offenbar hätten sich die Busfahrer untereinander über den Kontrollen informiert. Zudem hätten einige Medien schon von zehn Uhr an von der Aktion berichtet. "Das war nicht vorteilhaft." Die Polizei war mit fünf Streifenwagen im Einsatz und überprüfte vor allem auf dem Busparkplatz an der Südseite des Hauptbahnhofs, auf den Autobahnen und Hauptverkehrsstraßen zahlreiche Fahrzeuge. Watterson kündigte für die nächste Zeit weitere Stichproben an.

Die Behörden stellten am Montag unter anderem Wurst, rohes Fleisch, rohe Eier und Hackfleisch sicher. Außerdem fanden die Beamten verschmutzte Federn und Daunen, die über den Kot der Tiere ebenfalls den Virus übertragen könnten. Lebende Tiere wurden nicht gefunden. Darüber hinaus stieß der Zoll auf größere Mengen an Zigaretten und Kaffee sowie Schmuggelware.

Auffällig war die gefundene Menge an Fleisch. "Das war mehr als Reiseproviant", sagte Fröhlich. Die meisten Fahrgäste hätten durchaus gewußt, daß sie kein Fleisch einführen dürften, es aber trotzdem versucht. Das Fleisch sei für das heute beginnende Opferfest der Muslime - eines der wichtigsten Feste des Isalm - bestimmt gewesen, berichtete eine aus dem bosnischen Mostar kommende Frau. Getrocknetes Rindfleisch könne man in Deutschland so nicht kaufen. Problematisch sei, daß das gefundene Fleisch nicht vollständig erhitzt oder geräuchert sei, so Fröhlich. Das Vogelgrippevirus werde schon bei 60 Grad Celsius abgetötet. "Aber bei diesen niedrigen Temperaturen wird es regelrecht konserviert."

Umweltministerium, Polizei, Zoll und Veterenäramt führten am Montag wie schon in den Tagen zuvor wegen der Ausbreitung der Vogelgrippe auch am Rhein-Main Flughafen verstärkt Kontrollen durch. Alleine aus der Türkei kämen zur Zeit täglich 15 bis 18 Maschinen, berichtete Fröhlich, aus den Risikogebieten weltweit insgesamt 80 Maschinen. "Wir beschränken uns auf Stichproben." Seit Anfang September 2005 wurden nach seinen Angaben rund 58 000 Passagiere kontrolliert. Dabei seien 14 Tonnen an Lebensmitteln sichergestellt worden, darunter Entenzunge, Entenfüße und in Wodka eingelegte Kobras. Fritz Merl, Leiter des Veternäramts in Frankfurt, hält noch intensivere Kontrollen für dringend erforderlich. Doch dazu fehle leider das notwendige Personal. (mark.)

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