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Städte-Ranking : Viele Sitzenbleiber in Rhein-Main-Region

Abgemeldet: In Hanau bleiben 3,5 Prozent der Schüler sitzen - das ist der höchste Wert unter den Städten Hessens. Bild: dpa

In Hanau gibt es besonders viele Sitzenbleiber, aber auch in anderen Städten der Region sieht es nicht viel besser aus. Doch Armut soll laut Studie nicht der Grund für hohe Quoten sein.

          In den großen Städten der Rhein-Main-Region müssen vergleichsweise viele Schüler eine Klasse wiederholen. In einer bundesweiten Statistik von 122 Städten liegt Hanau mit einer Sitzenbleiber-Quote von 3,5 Prozent auf dem fünften Platz. Ansonsten sind die vorderen zehn Ränge ausnahmslos von bayerischen Städten belegt; an der Spitze steht Coburg mit einer Quote von 3,8 Prozent. Weitere hessische Städte im vorderen Drittel sind Gießen auf Rang 13 mit 3,2 Prozent sowie mit jeweils rund 2,6 Prozent Offenbach auf Platz 23, Wiesbaden auf Platz 26, Frankfurt auf Platz 28 und mit 2,5 Prozent Darmstadt auf Rang 31.

          Matthias Trautsch

          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Das Vergleichsportal „billiger.de“, das den „Großen Sitzenbleiber-Atlas“ zusammengestellt hat, beruft sich im Wesentlichen auf Daten der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder. Einbezogen wurden Nichtversetzungen in sämtlichen allgemeinbildenden Schulformen. Für die Vermutung, Sitzenbleiben könne etwas mit der sozialen Lage der Schüler zu tun haben, finden sich in der Studie keine Anhaltspunkte. Eine „Armuts-Quote“, die die Autoren aus dem jeweiligen Anteil der Empfänger von Mindestsicherung ableiten, weist keine signifikante Beziehung zur Nichtversetzungs-Quote auf. Bundesweit verfehlen besonders oft Realschüler das Klassenziel: Dort müssen im Schnitt 49 von 1000 Schülern das Schuljahr wiederholen.

          Die Autoren bewerten einen hohen Sitzenbleiber-Anteil negativ. Sie sehen nicht nur das Wohl der Wiederholer gefährdet, sondern verweisen auch auf volkswirtschaftliche Konsequenzen. Allein für die in der Studie berücksichtigten 122 Städte beliefen sich die Kosten auf 1,8 Milliarden Euro, nehme man Daten der OECD als Berechnungsgrundlage.

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