http://www.faz.net/-gzg-74bqt
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 13.11.2012, 12:47 Uhr

„Verwaltungsaufwand zu groß“ Pferdesteuer in Lauterbach offenbar vom Tisch

Lauterbach rückt von einem in Deutschland bislang einmaligen Plan ab: Die Einführung einer Pferdesteuer für Hobby-Reiter ist nun doch kein Thema mehr. Begründung: Der Verwaltungsaufwand ist zu groß.

© dpa Finanzquelle Reitpferd: Lauterbach wäre die erste Kommune in Deutschland gewesen, die die Pferdesteuer eingeführt hätte

Die Einführung der Pferdesteuer ist in Lauterbach mit großer Wahrscheinlichkeit vom Tisch. Der Haupt- und Finanzausschuss strich diese Idee am Montagabend bei seiner Sitzung aus dem Maßnahmenkatalog, um den Haushalt der hochverschuldeten Vogelsberg-Kreisstadt zu verbessern. Am Mittwochabend entscheiden die Stadtverordneten, mit welchen Mitteln gespart werden soll. Die Pferdesteuer ist bei diesen Gedankenspielen aber nun kein Thema mehr.

Lauterbach wäre die erste Kommune in Deutschland gewesen, die die Pferdesteuer eingeführt hätte, wie Thomas Ungruhe von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung am Dienstag sagte. Diskutiert werde aktuell über solch eine Abgabe in Hessen aber noch in Bad Sooden-Allendorf und Hessisch Lichtenau.

„Der Verwaltungsaufwand ist zu groß“

Erwogen worden war in Lauterbach, Pferdehalter mit rund 200 Euro im Jahr zur Kasse zu bitten. Betroffen gewesen wären aber nur Hobby-Reiter, keine gewerblichen Pferdehalter in Zucht oder Landwirtschaft. Die Stadt versprach sich davon Einnahmen von 30 000 Euro jährlich. „Letztlich mangelt es aber an der Umsetzbarkeit. Der Verwaltungsaufwand ist zu groß - das sprach dagegen“, sagte Ungruhe.

Lauterbach muss dringend sparen, um unter den hessischen Rettungsschirm für notleidende Kommunen zu dürfen. Der Hessische Städte- und Gemeindebund hält die Pferdesteuer durchaus für ein Instrument, um Einnahmen anzukurbeln.

Beim Pferdesportverband Hessen trafen die Lauterbacher Pläne auf Proteste: Das Reiten wäre der einzige Sport, der besteuert würde, kritisierte Geschäftsführer Robert Kuypers. Getroffen hätte die Steuer vor allem Nachwuchsreiter. Zwei Drittel der Aktiven sei unter 21 Jahren. Es sei ein Irrglaube, dass viele Reiter wohlhabend seien.

Quelle: LHE

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Berufsausbildung Lehre wird für Jugendliche zunehmend unattraktiv

Die hessische Arbeitsverwaltung schlägt Alarm: Junge Leute gingen lieber weiter in die Schule oder suchten gleich das schnelle Geld. Für eine Lehre jedoch interessierten sie sich weniger denn je. Mehr Von Manfred Köhler, Frankfurt

29.07.2016, 10:04 Uhr | Rhein-Main
Weltjugendtage Eine teure aber große Chance für Krakau

Die Weltjugendtage beginnen im polnischem Krakau. Während die einen ihren Glauben feiern, machen andere damit ein Geschäft. In Madrid hat der letzte Weltjugendtag Einnahmen in Höhe von 350 Mio. Euro beschert. Mehr

27.07.2016, 02:00 Uhr | Politik
Hessen Justizministerin will Flüchtlinge stärker kontrollieren

Hessens Justizministerin Kühne-Hörmann spricht sich für eine strengere Überprüfung von Flüchtlingen aus. Denn oft würden Asylbewerber aus Syrien einfach durchgewunken. Mehr

29.07.2016, 16:45 Uhr | Rhein-Main
Totengebet Muslime beten für die Opfer von München

Nach dem Amoklauf von München haben rund 1000 Muslime für die Toten und Verletzten gebetet. Auch der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter nahm an der Veranstaltung am Tatort am Olympia-Einkaufszentrum teil. Zu dem Totengebet hatten Münchner Imame und mehrere Gemeinden geladen. Mehr

28.07.2016, 13:00 Uhr | Gesellschaft
Hessen Flüchtlinge fallen in Statistik zu Arbeitslosen bisher kaum auf

Überraschungen auf dem hessischen Arbeitsmarkt sind im Juli ausgeblieben. Der leichte Anstieg sei für den Sommer normal. Flüchtlinge machen weniger als ein Prozent der Arbeitslosen aus. Mehr

28.07.2016, 15:08 Uhr | Rhein-Main

Schluss um Mitternacht

Von Helmut Schwan

Flughafenbetreiber Fraport fordert mehr Flexibilität bei der Handhabung des Nachtflugverbots. Minister Al-Wazir verspürt aber keine Lust, sich auf diesem Feld Ärger einzuhandeln. Mehr 5 9

Abonnieren Sie unsere Rhein-Main Newsletter

  • Newsletter auswählen

    Newsletter auswählen