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U2 bis Bad Homburger Bahnhof : Verlängerung der U-Bahn genehmigt

Last Exit Gonzenheim: Noch endet die Linie der U-Bahn in dem Stadtteil im Osten Bad Homburgs. Bild: Wolfgang Eilmes

Die U-Bahn-Line 2 soll verlängert werden. Dann ist nicht mehr Bad Homburg-Gonzenheim die Endhaltstelle, sondern der Bahnhof. Doch der Oberbürgermeister der Stadt reagiert verhalten auf die Nachricht.

          Für eines der größten Verkehrsprojekte Bad Homburgs könnte demnächst Planungsrecht bestehen. Das Regierungspräsidium Darmstadt hat mitgeteilt, dass es die Verlängerung der U-Bahn-Linie 2 von der bisherigen Endstation Gonzenheim zum Bad Homburger Bahnhof genehmigt hat. Der Planfeststellungsbeschluss datiert vom 25.Januar und ist jetzt der Stadt Bad Homburg als Vorhabenträgerin übersandt worden. Die U-Bahn-Strecke soll um knapp 1,7 Kilometer verlängert werden.

          Bernhard Biener

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Hochtaunuskreis.

          190 Meter vor der heutigen Endstation sollen die Gleise langsam nach unten führen, bis die künftig vollständig unterirdische Haltestelle Gonzenheim erreicht ist. Sie läge dann unter der Frankfurter Landstraße auf der Westseite der Gotenstraße. Den Plänen nach unterquert die neue U-Bahn-Linie in einem Tunnel die bestehenden Bahngleise der Strecke Friedrichsdorf–Bad Homburg und kommt dahinter am Erlenweg wieder an die Oberfläche. Parallel zur Eisenbahnlinie soll sie dann auf Brücken über Lange Meile und Hessenring hinweg zum Bad Homburger Bahnhof führen.

          Finanzierung noch ungeklärt

          Wenn der Planfeststellungsbeschluss in den Zeitungen und im Staatsanzeiger bekanntgemacht ist, läuft eine Frist von einem Monat. In diesem Zeitraum ist eine Klage gegen den Beschluss vor dem Hessischen Verwaltungsgerichtshof in Kassel möglich. Ob er also tatsächlich im März rechtskräftig wird, bleibt abzuwarten. Wie Regierungspräsidentin Brigitte Lindscheid (Die Grünen) mitteilte, sind im Verfahren 160 Einwendungsschreiben bei der Behörde eingegangen. Im April 2012 gab es zudem einen öffentlichen Erörterungstermin. Anwohner fürchteten vor allem Lärm und Erschütterungen während der Bauzeit, eine Beeinträchtigung der Wohnqualität mit Betrieb der U-Bahn und Schäden an den Gebäuden. Auch gab es Zweifel, ob das Vorhaben überhaupt erforderlich sei. Der Plan habe dennoch nach Prüfung der Einwendungen festgestellt werden können, heißt es in der Mitteilung Lindscheids. Sie verwies auf zahlreiche Auflagen, die der Stadt dafür gemacht worden seien.

          Trotz der Genehmigung eines für derartige Großprojekte markanten Einschnitts reagierte Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU) verhalten auf die Nachricht aus Darmstadt. „Das heißt zunächst noch gar nichts“, sagte er mit Blick auf die ausstehende Finanzierungsvereinbarung. 2011 entschieden sich die Stadtverordneten schon einmal für den „Frankfurter Weg“, bei dem die Stadt Tunnel und Haltestelle im Rohbau bezahlt hätte, die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) hingegen Gleise, Bahndamm und Brücke. Auch sollte die VGF die Wagen beschaffen und dafür die Fahrgeldeinnahmen bekommen. 2013 jedoch stellte der Magistrat fest, dass Frankfurt keine Infrastrukturvorhaben außerhalb des eigenen Stadtgebiets mehr finanziere. Nach dem Verursacherprinzip sollte nun Bad Homburg die kompletten Baukosten übernehmen und seinerseits die Fahrgeldeinnahmen bekommen. Eine Einigung gab es bisher jedoch nicht.

          Ringschluss von U- und S-Bahn am Bahnhof möglich

          Zunächst einmal müssten die heutigen Baukosten ermittelt werden, sagte Hetjes. Die Zahl von knapp 48 Millionen Euro, für die man allerdings erhebliche Zuschüsse erwarten könne, sei mehrere Jahre alt. Die Finanzierung habe zwei Komponenten: die Investition und die Folgekosten. Derzeit zahlt Bad Homburg 1,1 Millionen Euro im Jahr für den Betrieb der U-Bahn-Linie auf dem eigenen Stadtgebiet.

          Verkehrspolitisch misst der Oberbürgermeister der Verlängerung große Bedeutung zu. Der dadurch mögliche Ringschluss von U- und S-Bahn am Bad Homburger Bahnhof, der später einmal durch die Regionaltangente West komplettiert werden soll, komme der ganzen Region zugute. Sollte der Planfeststellungsbeschluss rechtskräftig werden und auch die Finanzierungsvereinbarung stehen, ist nach früheren Angaben mit weiteren zwei Jahren für die Planung und danach zweieinhalb Jahren Bauzeit zu rechnen.

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