Das Land Hessen hat den heftig umstrittenen Plan zum Verkauf der Nassauischen Heimstätte endgültig begraben. Ein Verkauf von Hessens größter sozialer Wohnungsbaugesellschaft sei unter den aktuellen Bedingungen wirtschaftlich nicht sinnvoll, teilten Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) und Wirtschaftsminister Florian Rentsch (FDP) mit. Dies habe eine Prüfung in den vergangenen Monaten ergeben.
Das Land ist mit 56 Prozent Mehrheitseigner der Nassauischen Heimstätte, die knapp 63.000 Wohnungen an 150 Standorten hat. Mehr als die Hälfte der Wohnungen werden günstig an sozial schwache Menschen vermietet.
Protest von Mieterverbänden
Gegen den geplanten Verkauf waren Gewerkschaften und Mieterbund in den vergangenen Monaten Sturm gelaufen, weil sie Mieterhöhungen gerade in Ballungsräumen wie dem Rhein-Main-Gebiet fürchteten. Die Landesregierung hatte dagegen argumentiert, es werde nur verkauft, wenn die Sozialbindung des Unternehmens erhalten bleibe.
Das Land will nun für die Nassauische Heimstätte nach Kooperationspartnern suchen. Dies könnten die Hessische Landesbank oder Sparkassen sein, sagte Rentsch im Landtag beim Einbringen eines Gesetzes zur Förderung von sozialen Wohnraums. Die Regierung werde dabei regional differenziert vorgehen, kündigte der FDP-Politiker an. Neben Mietwohnungen solle vorrangig auch der Erwerb von Wohneigentum durch Einkommensschwache gefördert werden.

