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Verhandlungen vereinbart Vorerst wird kein deutsches Opelwerk geschlossen

 ·  Zumindest bis Ende 2016 wird keines der vier deutschen Opelwerke geschlossen.

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Zumindest bis Ende 2016 wird keines der vier deutschen Opelwerke geschlossen. Das haben am Mittwoch die Führung des Autobauers, der Betriebsrat und die IG Metall gemeinsam mitgeteilt. Außerdem soll darüber verhandelt werden, auch über 2014 hinaus betriebsbedingte Kündigungen bei dem angeschlagenen Konzern zu vermeiden. Thema der Gespräche soll auch die Zukunft des Werks in Bochum sein: Derzeit plane die Geschäftsführung „unter den gegenwärtigen ökonomischen Rahmenbedingungen“ nicht, nach dem Ende der derzeitigen Zafira-Produktion ein neues Modell dort montieren zu lassen.

Für die rund 3000 Beschäftigten des Werks in Nordrhein-Westfalen bedeutet die Entscheidung des Unternehmens zumindest eine längere Gnadenfrist: Bisher war davon ausgegangen worden, dass in der Bochumer Fabrik schon Anfang 2015 die Bänder ausgeschaltet werden sollten. Befürchtet worden war, dass das dortige Zafira-Kontingent dem modernen Opel-Stammwerk in Rüsselsheim zugeschlagen werden könnte. Fest steht, dass die nächste Generation des bisher in Bochum produzierten Astra, dem meistverkauften Opel-Modell, nicht mehr in Deutschland, sondern in Werken in England und Polen gebaut werden wird.

Zeit gewonnen

Laut Mitteilung wird der Opel-Vorstand dem Aufsichtsrat des Mutterkonzerns General Motors (GM) Ende des Monats ein Konzept zur Sanierung von Opel vorlegen. So soll „signifikant“ in die Produktpalette investiert werden. Bis 2016 sollen 23 neue Modelle sowie 13 Motoren und Getriebe entwickelt werden. Durch diese „Produktoffensive“ und eine „neue Markenstrategie“ soll der Absatz von Fahrzeugen erhöht werden. Außerdem will Opel künftig auf wichtigen Wachstumsmärkten wie Russland, China und der Türkei stärker vertreten sein. Auf der anderen Seite sollen die Material-, Entwicklungs- und Produktionskosten sinken, wobei das Unternehmen dabei Hoffnungen in die Zusammenarbeit mit dem französischen Konkurrenten Peugeot setzt. In der Mitteilung stellt Opel-Vorstandsvorsitzender Karl-Friedrich Stracke aber auch klar, dass der Autobauer nach wie vor in einer schwierigen Lage stecke: Man erwarte eine Schrumpfung des Automobilmarkts in Europa um 20Prozent, daher müsse Opel jetzt handeln.

Auch wenn formal der Aufsichtsrat noch zustimmen musst, hat Opel seine Pläne offenbar schon mit GM abgestimmt: Man stehe voll und ganz hinter den Plänen des Tochterunternehmens, ließ GM-Spitzenmanager Stephen Girsky gestern verlauten. Erleichtert zeigte sich in der Mitteilung der Betriebsratsvorsitzende von Opel, Wolfgang Schäfer-Klug: Der Geschäftsplan gehe „in die richtige Richtung“, allerdings gebe es bei vielen Details Beratungsbedarf. Doch die Bereitschaft, über einen weitergehenden Verzicht auf Kündigungen zu verhandeln sei eine wichtige Voraussetzung für weitere Gespräche.

Nach Einschätzung von Berthold Huber, dem Vorsitzenden der IG Metall, ist mit der Vereinbarung für Opel Zeit gewonnen worden. Zudem sei sie ein Bekenntnis zur Entwicklung von Opel. Allerdings erwarte er vom Mutterkonzern GM, dass die Pläne für Opel nun durch Investitionen untermauert würden. Derzeit beschäftigt Opel rund 40.000 Menschen in Europa, etwas mehr als die Hälfte von ihnen in Deutschland.

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Jahrgang 1964, Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Kreis Groß-Gerau.

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