Mohr in Wiesbaden
Für Markus Seegert und Bernhard Weber, die ihr Restaurant „M“ an der Taunusstraße in Wiesbaden aufgeben mussten, ist ein Nachfolger gefunden, es ist Andreas Mohr. Seit acht Jahren betreibt er in Bad Homburg das Mohrs, mit gutem Erfolg und guten Bewertungen für eine unbeschwert auftretende, aromenstarke Küche, die europäisch-mediterrane und asiatische Elemente mischt. Das Lokal in Bad Homburg vermietet er von sofort an nur noch für Partys. In Wiesbaden ist alles zum Start bereit. Ein paar bürokratische Hürden, einhergehend mit dem unlängst reformierten hessischen Gaststättengesetz, das keine vorläufigen Konzessionen mehr kennt, gelte es noch zu nehmen, sagt Mohr. Er hoffe, in den nächsten Wochen die Türen aufmachen zu können. Am Namen seines neuen Betriebes braucht er schon mal nichts zu ändern.
Lokal kommt, Party war
400 Gäste, Köche mit zusammen 13 Michelinsternen, unter anderen Jens Fischer vom Restaurant Freundstück im Ketschauer Hof in Deidesheim, Sven Elverfeld aus dem Aqua in Wolfsburg, Hans Horberth aus dem La Vision in Köln, Kevin Fehling aus dem Columbia Hotel Travemünde, der gastgebende Küchenchef Christoph Rainer: Das war die Küchenparty 2012 in der Villa Rothschild in Königstein, die dort Gourmet-8-Gipfel heißt, ein entspanntes Fest, bei dem die Leute von Herd zu Herd schlendern und kleine Gerichte essen. Das Format ist auch andernorts beliebt, heute zum Beispiel kocht Christoph Rainer in Köln beim Kollegen Horberth. Die Party bei ihm, sagt Stephan Massa, Direktor der Villa Rothschild, sei scharf kalkuliert und solle am Ende null auf null aufgehen, werfe eher einen emotionalen und einen Imagegewinn ab als einen monetären. Messbar sei ein anschließend an solche Veranstaltungen größerer Zulauf ins Restaurant des Hauses und in seine Kochkurse, sagt Rainer. Die Gourmet-8-Gäste haben 185 Euro gezahlt, die Gastköche, denen ein Budget von etwa vier Euro netto je Gericht zur Verfügung stand, wurden mit Gutscheinen für Übernachtungen und Restaurantbesuch entlohnt. Ein Tipp: für 2013 vormerken. Eine Nachricht: Im Schwesterhotel Kempinski Falkenstein wird im August das Restaurant Landgut eröffnet; es soll gehoben-regionales Essen anbieten, das Falkensteins Küchenchef Oliver Heberlein verantwortet.
Häppchen im Hotel
Wieder neu erfindet sich das frühere Arabella Grand Hotel an der Konstablerwache in Frankfurt, das heute ein Grand Hotel der Marke Westin ist. Im Erdgeschoss des Fünf-Sterne-Hauses gibt es jetzt ein Restaurant mit Namen Grand Seven. Dafür wurde das Atrium des Hotels, in dem sich auch die traditionsreiche Bar befindet, neu eingerichtet. Das Konzept hat Pierre Nierhaus entworfen, der in Frankfurt zahlreiche Objekte geführt hat und heute Gastronomie-Berater ist. Im Grand Seven stehen Sofas und Ohrensessel, man kann an Tischen sitzen oder weiterhin rund um die Bar. Küchenchef Christoph Brandstätter verarbeitet viele regionale Produkte zu mediterran geprägten Gerichten. Geöffnet ist täglich von 9 bis 1 Uhr, mittags gibt es einen Business-Lunch. Mittwochs bietet die Küche ihre Gerichte abends in Probierportionen zu sieben Euro an, einmal im Monat macht ein DJ Musik - für alle, die sich noch an das Frankfurter Nachtleben zu Hochzeiten des Cooky’s am Salzhaus erinnern: es ist Heinz Felber (Konrad-Adenauer-Straße 7; 069/29810).
Umbaupläne für Hotel
Ziemlich in die Jahre gekommen ist das Kempinski Hotel Gravenbruch, das seit kurzem neue Besitzer hat. Die wollen, so heißt es, in den Umbau des Anwesens, zu dessen Vorzügen die Lage inmitten eines gr0ßen Areals aus Wiesen und einem See gehört, 20 Millionen Euro investieren. Im Zuge dessen soll auch das Restaurant umgestaltet werden, über die inhaltliche Ausrichtung - Gourmet oder rustikal, vielleicht Steakhaus - sei noch nichts entschieden, sagt Hotelchef Stefan Schwind. Unterdessen sei die neueröffnete Torschänke, ein Lokal in einem Nebengebäude, das fremd verpachtet war und nun wieder in Regie des Hauses geführt wird, gut angelaufen; das Essen dort ist hessisch-deftig.
Allgaier im Westend
Das frühere Restaurant Gargantua im Frankfurter Westend, das lange leer stand, hat mit Stefan Allgaier, Besitzer der Grünen Gans in Kronberg, einen neuen Pächter. Eröffnung soll im Juli sein, geplant ist eine Karte mit verschiedenen Weinmenüs und eine Weinkarte mit mehreren hundert Positionen. Das Lokal Zum Grünen Wald in Kronberg, das ebenfalls Allgaier gehört hat, ist verkauft. Es wird nun vom ehemaligen Küchenchef Vincent Orosco betrieben, der auch wieder kocht.
Weinstube in Nied
Neues Leben in der Alten Schmiede in Frankfurt-Nied: Christa Hörle hat das Lokal wiedereröffnet, nach Umbau und Renovierung. Hörle, Partnerin des Weinberaters Harry Hochheimer, bietet kleine Vesper-Gerichte (Spundekäs’, Schinkenplatte) und anständige Weine, unter anderem vom Würzburger Juliusspital (Beunestraße 4-6, 069/35357677; mittwochs bis samstags von 17 Uhr an, sonntags von 14 Uhr an).
Neuer Lieferservice
Der Trend ist noch recht jung, aber schon gibt es zahlreiche Anbieter, die den traditionellen Lebensmittel-Lieferservice variieren. Statt nur Gemüse und Obst oder Fleisch bringen sie dazu noch Rezepte ins Haus und die Zutaten portionsweise. Das jüngste Angebot dieser Art in der Region heißt Kochzauber, es ist ein Unternehmern, mit dem sich zwei junge Leute selbständig gemacht haben. Kunden versprechen sie wöchentlich wechselnde, in 30 Minuten nachzukochende Anleitungen, zu denen sie alles zur Herstellung Notwendige liefern - zu Preisen von rund 40 Euro an für zwei Personen (über kochzauber auf facebook).
Neu in Kassel
Gute Restaurants gibt es in Kassel nicht gerade in Überfülle; vielleicht aber jetzt eines mehr, im Schlösschen Schönfeld. Dort haben Sabrina Schoregge (Service) und Eduard Jaisler (Küche) das Restaurant übernommen. Gekocht werde mit vielen regionalen Zutaben, sagt Jaisler; auf seiner Karte hat er Gerichte wie eine glasierte Jungente aus dem Rohr und Kartoffel-Gnocchi mit wildem Brokkoli. Wer das probieren möchte: Bosestraße 13, 0561/73976745; www.parkschoenfeld.com
... und außerdem
... hat die Bar im Hotel Villa Kennedy in Frankfurt den „Glenfiddich Award für Barkultur 2011“, einen in der Szene begehrten Preis mit gutem Ansehen, gewonnen; macht der ehemalige Geschäftsführer des Weinguts Friedrich Altenkirch, Andreas von Rosen, jetzt seinen eigenen Sekt; gibt es in Ingelheim ein von dem Frankfurter Architekturbüro Franken Architekten interessant gestaltetes italienisches Lokal, das Nonna Martha.