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Unternehmen Weiter Sorge um das Opel-Stammwerk

07.10.2004 ·  In der Zentrale der Adam Opel Aktiengesellschaft gibt man sich zugeknöpft: Zwar werde der Mutterkonzern General Motors (GM) bis Ende November weitere Beschlüsse zur Restrukturierung von Opel fassen, derzeit könne man Berichte über einen möglichen Stellenabbau aber nicht kommentieren (F.A.Z.

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In der Zentrale der Adam Opel Aktiengesellschaft gibt man sich zugeknöpft: Zwar werde der Mutterkonzern General Motors (GM) bis Ende November weitere Beschlüsse zur Restrukturierung von Opel fassen, derzeit könne man Berichte über einen möglichen Stellenabbau aber nicht kommentieren. Es seien auch noch keine Beschlüsse gefaßt worden, hieß es.

Verwiesen wird auf die Verhandlungen zwischen Management und Arbeitnehmervertretung über die Zukunft der Werke in Deutschland und Europa. Eigentlich sollten diese Gespräche Ende Oktober abgeschlossen sein, inzwischen fordert der Betriebsrat jedoch mehr Zeit für die offenkundig schwierigen Verhandlungen. Der Betriebsratsvorsitzende Klaus Franz hat bereits scharfe Kritik am GM-Management geübt. Während die Marke Opel gerade wieder ein positives Image gewinne, grenzten die jüngsten Äußerungen an geschäftsschädigendes Verhalten.

Unterdessen hat sich die hessische Landesregierung besorgt über die Standortdiskussion gezeigt: Man müsse den Verantwortlichen im Opel-Mutterkonzern General Motors die Stärken des Standorts Rüsselsheim, des Stammwerks, verdeutlichen, heißt es in einer Mitteilung des hessischen Wirtschaftsministers Alois Rhiel (CDU).

Die jüngsten Befürchtungen gründen auf Berichte, daß mehr als 10000 der insgesamt 62000 Stellen im europäischen Opel-Verbund gestrichen werden sollen, mittelfristig dann auch Werksschließungen drohen. Besonders im Rüsselsheimer Werk und in der Saab-Fabrik in Trollhättan wächst die Sorge um den Erhalt der Produktion. Die nächste Generation von Opel-Mittelklasse-Modellen soll nur noch in einer Fabrik vom Band laufen. Zwar ist das deutsche Werk moderner und produktiver als die schwedische Anlage, dieser Vorteil könnte allerdings durch Subventionen zum Beispiel aus europäischen Fördertöpfen für den schwedischen Standort überlagert werden. Stellenstreichungen dürften allerdings auch für die übrigen europäischen Standorte ein Thema werden: Inklusive des Saab-Werks werden in zehn europäischen Fabriken Autos montiert, Zulieferbetriebe nicht eingerechnet.

Nach wie vor hat Opel die schwerwiegende Finanzkrise nicht überwunden. Auch im laufenden Jahr wird der Konzern voraussichtlich hohe Verluste schreiben, obwohl der frühere Vorstandsvorsitzende und jetzige Vizepräsident des europäischen GM-Zweigs ein Sanierungsprogramm durchgesetzt hatte. Als Hypothek für Opel erweist sich der schleppende Absatz in Europa und vor allem die starke Kaufzurückhaltung auf dem wichtigen deutschen Markt.

Ohnehin hat das Stammwerk in den vergangenen drei Jahrzehnten als Produktionsstandort an Bedeutung im Konzern verloren: In den siebziger Jahren waren mehr als 40000 Menschen in Rüsselsheim bei Opel beschäftigt, der Löwenanteil in der Produktion. Mittlerweile sind an diesem Standort nur noch rund 21000 Mitarbeiter beschäftigt, ein Viertel davon in der Montage der in Rüsselsheim produzierten Vectra-Reihe. Zahlenmäßig größere Bedeutung haben im Stammwerk heute die Konzernverwaltung und vor allem das Technische Entwicklungszentrum. HANNS MATTES

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