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Unentschieden gegen Ingolstadt Die Eintracht im Spagat

Konzentriert bleiben, aber auch entspannt: Nach dem 1:1 gegen Ingolstadt und vor dem Spiel gegen Aue wollen die Frankfurter sich trotz der Enttäuschung selbst treu bleiben.

© Wonge Bergmann Vergrößern Im Krebsgang: Kapitän Pirmin Schwegler geht gegen den Ingolstädter Manuel Schäffler kurzzeitig zu Boden.

Ganz am Ende des Gesprächs ist Pirmin Schwegler dann doch noch kurz ins Schmunzeln geraten. Der Kapitän der Eintracht, der an diesem Abend nach dem Abgang vom Spielfeld wie alle seine Kollegen nicht wirklich glücklich dreinblickte, konnte sich ein knappes Lächeln nicht verkneifen, als er gefragt wurde, ob er angesichts des 1:1 gegen Ingolstadt und des bevorstehenden Restprogramms nun ein Gefühl der Angst verspüre, dass es mit dem geplanten Aufstieg vielleicht doch nichts werden könnte. „Wenn es so wäre“, antwortet der kleine Schweizer, der auch wegen seiner besonnenen Führungsqualität innerhalb der Kabine besonders geschätzt wird, „wäre ich hier fehl am Platz.“ Die Situation, so sprach er weiter ins Reportermikrofon, hätte nach dem 30. Spieltag besser sein können, ausgesprochen gut sei sie aber immer noch: „Wir sind fünf Punkte vor dem ersten Verfolger und nicht fünf dahinter“, sagte der Fünfundzwanzigjährige. Er empfahl daher, „auch auf den letzten Metern die Ruhe zu bewahren, die Schultern hoch zu nehmen und den Kopf oben zu behalten“ - denn es gebe aus seiner Sicht keinen Grund, „warum wir es nicht schaffen sollten“. Ruhe bewahren gilt in diesen Tagen der englischen Woche als erste Frankfurter Spielerpflicht.

Marc Heinrich Folgen:  

Das Team liegt vier Spieltage vor Ultimo auf dem zweiten Tabellenplatz und hat schon an diesem Samstag in der nächsten Partie vor eigenem Publikum die Chance, es besser zu machen als gegen die bockigen Bayern, die durch viel Glück und ein wenig Geschick in Person von Ahmed Akaichi Torwart Oka Nikolov nur ein einziges Mal gefährlich nahe kamen - und ihn dabei zum für sie glücklichen Endstand (71. Minute) überwanden. So genügte der zwölfte Saisontreffer von Mohamadou Idrissou (46.) nicht zum elften Heimsieg, und die versprochene Wiedergutmachung für den vorangegangenen Ausrutscher in Duisburg (0:2) fiel aus. Das erhöht den Druck, nun gegen Erzgebirge Aue, einen weiteren Abstiegskandidaten, dreifach zu punkten, damit aus der Schwächephase kein Mini-Krise erwächst und die Mannschaft doch noch beginnt, an sich selbst zu zweifeln. Trainer Armin Veh sieht sich in diesen aufregenden Tagen der englischen Woche angesichts der wachsenden Nervosität insbesondere als Muntermacher und Pädagoge gefordert, der sein Team gegen eine von ihm schon lange als überzogen betrachtete Erwartungshaltung von außen in Schutz nimmt: „Ich sage es doch schon seit Wochen, wir sind noch lange nicht durch und müssen konsequent weiterarbeiten.“ Die Ausgangsposition sei „noch immer super, die müssen wir einfach nutzen“.

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„Wir haben keinen Stress“

Aufgeregtheit sei dabei nicht angebracht, denn dass das Polster des Tabellenzweiten auf Fortuna Düsseldorf auf eine Handvoll Zähler zusammengeschmolzen ist, sei eine Momentaufnahme, die keinen grundsätzlich negativen Trend erkennen lasse: „Wenn mir das jemand vor der Saison gesagt hätte, hätte ich es sofort unterschrieben“, meinte Veh. Der Coach weiß jedoch um die Gefahr, dass die eigene Elf und das gewohnt erwartungsfreudige Umfeld bei einem weiteren unerwarteten Resultat schnell das Zittern und die Hektik befallen könnten: „Es ist ein Spagat zwischen höchster Konzentration und einer gewissen Lockerheit. Wenn du jetzt anfängst, über bestimmte Dinge nachzudenken, die passieren könnten, dann passieren sie auch. Also müssen wir ein bisschen locker mit den Dingen umgehen.“

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Veröffentlicht: 12.04.2012, 19:31 Uhr

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Von Ralf Euler

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