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Umzug nach Frankfurt Hausen Commerzbank verlegt Arbeitsplätze

 ·  Die Commerzbank will sparen. Daher will die Bank mit einigen Abteilungen in den Frankfurter Stadtteil Hausen ziehen, wie diese Zeitung am Rande einer Bilanzpressekonferenz am Freitag erfuhr.

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© Eilmes, Wolfgang Vergrößern Schnellen Schrittes: Commerzbank-Vorstandsvorsitzender Martin Blessing präsentiert die Geschäftszahlen von 2012.

Teil des großen Sparprogramms der Commerzbank ist offenbar auch eine Verlagerung von Arbeitsplätzen aus der Frankfurter Innenstadt in günstigere Randgebiete. Wie diese Zeitung gestern am Rande der Bilanzpressekonferenz erfuhr, will die Bank mit einigen IT- und Verwaltungsabteilungen in die ehemalige Zentrale der Deutschen Börse in den Frankfurter Stadtteil Hausen ziehen. Die frühere „Neue Börse“ am Industriehof, die inzwischen „Lateral Towers“ heißt, gehört der Tochtergesellschaft Commerz Real und steht seit dem Wegzug der Börse nach Eschborn 2008 leer. Das Gebäude bietet Platz für 2000 Mitarbeiter.

Von der Bank hieß es dazu gestern: „Die Commerzbank prüft zur Zeit, ob das Gebäude in die Immobilienstrategie der Bank integriert werden kann und als Alternative zu Gebäuden mit auslaufenden Mietverträgen in Frage kommt.“ Während der Pressekonferenz hatte Blessing lediglich gesagt: „Wir gucken uns alle Objekte in Frankfurt an, die wir besitzen oder gemietet haben und schauen, ob wir Flächen optimieren können.“ In dem Zusammenhang nannte er auch die Zentrale der früheren Eurohypo in Eschborn. Die Tochtergesellschaft der Commerzbank, die inzwischen Hypothekenbank Frankfurt heißt, wird auf Geheiß der EU abgewickelt. Bis 2015 sollen dort vorerst 350 Stellen wegfallen. Das Gebäude wolle die Bank behalten und mit Mitarbeitern von anderen Standorten „vollmachen“, sagte Blessing weiter.

Stellen fallen im Privatkundengeschäft weg

Bei der Bank, die ihre Geschäftszahlen bereits vor einigen Tagen veröffentlicht hatte, steht das Sparen weiter im Mittelpunkt. Blessing bekräftigte gestern noch einmal seinen Plan, 4000 bis 6000 Stellen bis 2016 zu streichen. Der Vorstandsvorsitzende bestätigte Angaben des Betriebsrats, wonach 1800 bis 3400 der geplanten Stellenstreichungen das Privatkundengeschäft betreffen sollen. „In begrenztem Umfang“ wolle man auch „Leistungen an Standorte verlagern, an denen sie effizienter und kostengünstiger erledigt werden können“, sagte Blessing. Erste Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern seien Anfang des Monats aufgenommen worden.

Die Verhandlungen versprechen hart zu werden. Bislang bezeichnet der Betriebsrat den Vorschlag des Vorstands als „nicht verhandlungsfähig“. Die Frankfurter Betriebsratschefin Gabriele Seum sagte gestern, dass die Bank erst einmal Eckdaten dazu liefern müsse, wie der Stellenabbau sozialverträglich gestaltet werden solle. Nach den jetzigen Plänen werde neben den Filialen auch die Zentrale in Frankfurt stark von dem Abbau betroffen sein, sagte Seum.

„Es ruppelt in Verhandlungen auch einmal“

Zu den Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern sagte Blessing gestern: „Es ist klar, dass es in Verhandlungen mit dem Betriebsrat in so einer Situation auch einmal ruppelt und man gelegentlich Beulen und blaue Flecken davonträgt“. Aber das gute an der deutschen Sozialpartnerschaft sei ja, dass sich Arbeitgeber und Betriebsräte „vorher fetzen“ könnten, und hinterher gemeinsam für die ausgehandelte Lösung einstünden. „Ich hoffe, dass wir das bis zur Sommerpause durchkriegen“, sagte der Vorstandsvorsitzende. Betriebsratschefin Seum nannte diesen Zeitplan gestern „sehr ehrgeizig“ - es komme aber darauf an, wie weit der Arbeitgeber der Belegschaft entgegenkomme.

Blessing machte während der Pressekonferenz darauf aufmerksam, dass die Bank nicht nur Stellen abbauen werde. Wachstum versprechende Abteilungen wie die Mittelstandsbank stellten auch weiter Mitarbeiter ein. Außerdem verwies er auf verschiedene Investitionsprogramme. So würden 200 Millionen Euro in die Modernisierung der IT gesteckt, 120 Millionen in ein neues Filialmodell.

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