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Umstrittene Geräte : Körperscanner für Flüge in Vereinigte Staaten

Als erstes in Frankfurt erprobt: die Körperscanner. Bild: Fricke, Helmut

In Frankfurt werden die umstrittenen Geräte als erstem Ort in Deutschland eingesetzt. Die Bundespolizei plant aber schon deren Ausweitung.

          Am Frankfurter Flughafen sind seit Freitag drei Körperscanner im regulären Flugbetrieb im Einsatz. Die Geräte werden zunächst nur für die Kontrolle von Passagieren genutzt, die in die Vereinigten Staaten reisen wollen. Das geschehe wegen erhöhter Sicherheitsanforderungen auf diesen Flügen, sagte Christian Altenhofen, Sprecher der Bundespolizei. Die Fluggäste können selbst entscheiden, ob sie den Scanner durchlaufen wollen. Lehnen sie ab, werden sie wie bisher manuell kontrolliert.

          Denise Peikert

          Freie Autorin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Der größte deutsche Verkehrsflughafen ist der erste im Land, an dem die Geräte in der Praxis genutzt werden. Vor knapp zwei Jahren waren die als „Nacktscanner“ geschmähten Geräte in Hamburg zehn Monate lang erprobt worden. Sie hatten dort aber so häufig Fehlalarm ausgelöst, dass Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) anschließend sagte, es sei für einen flächendeckenden Einsatz noch zu früh. Grundsätzlich habe die Testphase in Hamburg laut Bundespolizei aber gezeigt, dass die Geräte geeignet seien, die Effizienz und Effektivität von Sicherheitskontrollen im Flugverkehr zu verbessern. Sprecher Altenhofen versicherte, dass die Software der nun in Frankfurt eingesetzten Modelle nach den Erfahrungen in Hamburg verbessert worden sei. „Wir sind die Ersten, die die Körperscanner der neuen Generation verwenden“, sagte er. Aussagen über die Trefferquote könne man jedoch nach einem Tag im Einsatz noch nicht treffen.

          Die Auswahl erfolgt „nach den Grundsätzen der polizeilichen Verhaltenskontrollen“

          Auf Flügen in die Vereinigten Staaten gibt es wegen erhöhter Sicherheitsanforderungen besondere Kontrollen. Bisher wurden nach dem Durchschreiten der herkömmlichen Sicherheitsschleusen einige Passagiere zusätzlich abgetastet, um nach verbotenen Gegenständen wie Messer, Waffen und Sprengstoff zu suchen. Die Auswahl erfolgt dabei, wie Altenhofen erklärt, „nach den Grundsätzen der polizeilichen Verhaltenskontrollen“. Nun wird den herausgegriffenen Fluggästen angeboten, in den Körperscanner zu steigen. Zwei davon stehen in Frankfurt am Flugsteig A, einer an C, alle sind getrennt von dem Abschnitt, an dem die Passagiere üblicherweise kontrolliert werden.

          Der Scanner sucht per Millimeterwellentechnologie nach Anomalien, „nach allem, was nicht zum Körper gehört“, sagt Altenhofen. So könnten auch versteckte Keramikmesser und Flüssigsprengstoff aufgespürt werden. Derartiges erfassen die üblichen Metalldetektoren nicht. Findet das Gerät eine Besonderheit, so markiert es auf einem Bildschirm an einem Piktogramm des menschlichen Körpers die verdächtige Stelle. Dort tasten die Sicherheitsleute im Anschluss noch einmal gezielt ab. Prothesen oder Herzschrittmacher würden die Scanner in jedem Fall anzeigen, weswegen Menschen, die eine solche Hilfe tragen und dies melden, weiter konventionell kontrolliert werden. Das Bauchnabelpiercing der Mitarbeiterin der Bundespolizei, die sich gestern zu Demonstrationszwecken in den Scanner stellte, blieb dem Gerät jedoch verborgen.

          Der Einsatz der Scanner soll ausgeweitet werden

          Joachim Erb arbeitet bei der Bundespolizei im Bereich Luftsicherheit. Er sagt, dass am ersten Tag der Kontrollen fast niemand den Gang in den Scanner abgelehnt habe. „Die amerikanischen Fluggäste sind das aber auch schon gewohnt“, fügte er an. In Nordamerika sind die Scanner an vielen Flughäfen im Einsatz, in Europa beispielsweise in Amsterdam. In Frankfurt werden die Scanner von Mitarbeitern eines Tochterunternehmens des Flughafenbetreibers Fraport bedient. „Wir freuen uns, an diesem Projekt teilhaben zu dürfen“, sagte ein Sprecher. Die Entscheidung, die drei Scanner aufzustellen, habe man gemeinsam mit der Bundespolizei getroffen.

          Weil die Scanner zunächst realistische Bilder von unbekleideten Körpern zeigten, gab es um ihren Einsatz heftige Diskussionen. Auch darüber, ob die Strahlen gesundheitsgefährdend sind, gingen die Meinungen auseinander. Bundespolizei-Sprecher Altenhofen beschwichtigte gestern: Die Geräte seien nach EU-Recht zugelassen und zeigten demnach nur Piktogramme. Die Millimeterwellen seien ungefährlich und in etwa mit denen zu vergleichen, mit denen Abstandsmesser in modernen Autos arbeiteten.

          Die Bundespolizei sieht in den Körperscannern vor allem zwei Vorteile: Sie erleichterten das Auffinden von verbotenen Gegenständen und reduzierten das von einigen Fluggästen als unangenehm empfundene Abtasten des Körpers. Der Einsatz der Scanner soll ausgeweitet werden - sowohl auf Flüge mit anderen Zielen als auch auf andere Flughäfen in Deutschland. Wann das geschieht, steht laut der Behörde noch nicht fest.

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