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Umkreis von 100 Kilometer Mainova will in der Region 80 Windräder aufstellen

 ·  Die Mainova setzt noch stärker als bisher schon auf den Ausbau der Windkraft. 80 Masten will der Frankfurter Energiekonzern in einem Umkreis von 100 Kilometern aufstellen.

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Der Vorstand der Mainova AG richtet das Unternehmen noch stärker auf die Stromerzeugung mit regenerativen Energien aus. Der Frankfurter Energiekonzern will in Zukunft nicht nur am Betreiben von rund 80 Windrädern Geld verdienen, die in Frankfurt sowie an anderen Orten, vorwiegend in einem Radius von 100 Kilometern um die Mainmetropole herum, aufgestellt werden: Die Suche nach neuen Standorten und das Aufstellen solcher Anlagen auch für die Konkurrenz sollen sich ebenfalls rentieren. Wie der Vorstandsvorsitzende Constantin Alsheimer am Dienstag mitteilte, beteiligt sich die Mainova mit 7,5 Millionen Euro an der Abo Wind AG in Wiesbaden, einem Projektentwickler, der sich vorwiegend mit Windrädern, in geringerem Maße auch mit Biogasanlagen befasst.

Alsheimer bekräftigte, dass die Mainova bei regenerativen Energien in erster Linie auf Windräder in der Region setzt. Anlagen im Meer erscheinen dem Konzern als zu risikoreich. Bei Biomasse haben Prüfungen ergeben, dass sich damit im Rhein-Main-Gebiet nicht sinnvoll Strom erzeugen lässt, weil es an Biomasse - zum Beispiel Holz - fehlt und sie mithin erst teuer hergeholt werden müsste. Hinsichtlich der Solarenergie verwies der Vorstand gestern auf die Unsicherheit, wie die finanzielle Förderung fortgesetzt wird. Für Windenergie spreche zudem, dass sie von allen Formen der Stromerzeugung mit regenerativen Energien am wirtschaftlichsten sei.

355 Millionen Euro für Windräder vorgesehen

2015 will die Mainova mit Windkraft 500 Gigawattstunden Strom im Jahr erzeugen. Das entspricht dem Verbrauch von 143.000 Vier-Personen-Haushalten, was allerdings nur funktioniert, wenn das ganze Jahr über Wind weht. Um diesen Strom zu produzieren, sind 80 Anlagen mit einer Leistung von jeweils 2,4 Megawatt notwendig, wie Alsheimer weiter berichtete. Bisher betreibt die Mainova erst drei Anlagen in Mittelhessen, weitere vier sind dort im Bau. Auch in Frankfurt-Nieder-Erlenbach sollen vier Windräder aufgestellt werden, schließlich sechs nahe Würzburg.

Alles in allem sind im Investitionsprogramm der Mainova, das bis 2015 abgearbeitet werden soll und ein Volumen von 500 Millionen Euro hat, allein 355 Millionen für Windräder vorgesehen. Auf Solarenergie und Geothermie entfallen lediglich 30 Millionen, auf Biomasse sogar nur 15 Millionen. Mit 100 Millionen Euro beteiligt sich die Mainova am Bau eines mit Erdgas befeuerten Kraftwerks in Bremen, dessen Strom die Deutsche Bahn abnehmen wird. Überlegungen, sich am Bau eines weiteren Gaskraftwerks zu beteiligen, wurden zu den Akten gelegt; wegen des Ausbaus der erneuerbaren Energien gelten solche Anlagen als nicht mehr rentabel, wenn es keinen festen Abnehmer des Stroms gibt.

Verlässlicher Partner

Mit Abo Wind arbeitet die Mainova schon seit längerem zusammen. Das Unternehmen entwickelt Standorte für Windparks und erstellt auch solche Anlagen. Der Projektentwickler wurde 1996 von Jochen Ahn und Matthias Bockholt gegründet; die Anfangsbuchstaben ihrer Nachnamen finden sich in der Firma wieder. Derzeit arbeiten 200 Frauen und Männer in Deutschland und mehreren anderen Ländern für das Unternehmen, das im vergangenen Jahr bei einem Umsatz in Höhe von 77,6 Millionen Euro einen Überschuss von 4,2 Millionen erwirtschaftete. Die Mainova übernimmt 239000 nennwertlose Aktien aus einer Kapitalerhöhung und hält damit in Zukunft zehn Prozent des Kapitals. Jeweils 34 Prozent liegen dann noch bei den beiden Gründern, der Rest bei etwa 150 Aktionären, die sich dem Unternehmen seit Jahren verbunden fühlen, wie es heißt. Der Umsatz der Aktie, die beim Wertpapierhandelshaus Valora zu kaufen ist, sei nicht relevant. Der Vorstand berichtete jedoch gestern, es sei an eine weitere Kapitalerhöhung in ungefähr gleicher Höhe gedacht. Dann solle die Aktie auch im Freiverkehr der Börse gehandelt werden.

Alsheimer bezeichnete Abo Wind als verlässlichen und sachkundigen Partner. Die Finanzbeteiligung sichere der Mainova den Zugang zu attraktiven Projekten. Zudem steige der Energieversorger damit in ein neues Geschäftsfeld, eben die Projektentwicklung, ein. Aus Sicht von Abo Wind dient die Stärkung der Kapitalbasis dem weiteren Wachstum, außerdem erhalte man über die Mainova Zugang zu verschiedenen Kommunen. „Die strategische Partnerschaft mit der Mainova stärkt unsere ohnehin gute Wettbewerbssituation“, sagte Vorstand Ahn.

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Jahrgang 1961, Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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