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Toys’R’Us in Offenbach : Vom Parkhaus soll später nichts zu sehen sein

Soll bald in neuem Glanz erstrahlen: Das Toys’R’Us-Gebäude in der Berliner Straße in Offenbach. Bild: Helmut Fricke

Investor Michael Dietrich hat großes vor: Aus dem Toys’R’Us-Gebäude in Offenbach soll ein attraktiver Neubau mit einer Vielzahl an Läden und Wohnungen werden. Das Gebäude wäre das erste seiner Art in Deutschland.

          Wenn es nach dem Investor Michael Dietrich geht, wird sich in der Umgebung des Offenbacher Marktplatzes in den nächsten Jahren einiges ändern: Das aus den siebziger Jahren stammende Toys’R’Us-Gebäude an der Berliner Straße mit seinem unansehnlichen Parkdeck in den Obergeschossen soll einem wesentlich attraktiveren Neubau mit Läden und 151 Wohnungen weichen. 80 bis 100 Millionen Euro will Dietrich dafür investieren.

          Eberhard Schwarz

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für die Stadt und den Kreis Offenbach.

          Derzeit überlegt der Offenbacher Investor, auch das City-Center auf der gegenüberliegenden Seite der Berliner Straße zu sanieren und zu verschönern sowie die Fassade neu zu gestalten; dort sei man aber „noch nicht so weit“. In dem sechsgeschossigen City-Center, ebenfalls ein Bauwerk der siebziger Jahre, sind derzeit ein Schnellrestaurant, eine Spielhalle und das von Offenbacher Kreativen betriebene „Upper City Center“ zu finden. Sowohl das Toys’R’Us-Gebäude als auch das City-Center gehören Dietrich, der von 2014 bis 2016 in der Nachbarschaft schon das Projekt „Wohnen am Spitzen Eck“ mit 68 Wohnungen verwirklichte.

          „Menetekel der Stadtentwicklung der 70er“

          Das Toys’R’Us-Gebäude wurde einst im Erbbaurecht errichtet. Das Grundstück, auf dem es steht, erwarb Dietrich im Juni von der Stadt. Damals beschlossen die Stadtverordneten, für das Neubauprojekt einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan aufzustellen.

          Als „Monstrum“ und „Menetekel der Stadtentwicklung der siebziger Jahre“ bezeichnete Oberbürgermeister Horst Schneider (SPD) gestern den Toys’R’Us-Komplex, der abgerissen werden soll, sobald der vorhabenbezogene Bebauungsplan für den Neubau mit einer Brutto-Grundfläche von rund 40.000 Quadratmetern vorliegt. Das könnte im Sommer nächsten Jahres sein. Von Ende 2018 oder Anfang 2019 an soll das Nachfolger-Gebäude in die Höhe wachsen. Die Pläne dafür stammen von dem Frankfurter Architekten Christoph Mäckler. 2020 könnte alles fertig sein. Schneider rechnet mit einem „großen Wurf für die Offenbacher Innenstadt“.

          Parkhaus von Wohnungen und Läden umgeben

          Architektur müsse sich wie selbstverständlich in den Raum einfügen, hob Mäckler hervor. Das Toys’R’Us-Gebäude entlang der Berliner Straße trenne den Mainraum von der Offenbacher Innenstadt: Niemand komme in Nord-Süd-Richtung durch. Dabei habe die Stadt einen starken Bezug zum Main. Mit dem Neubau wird diese Verbindung wieder aktiviert: Das aus zwei Teilen bestehende Wohn- und Geschäftshaus weist einen trichterförmigen Durchgang dort auf, wo Salzgässchen und Sandgasse künftig aufeinandertreffen. An dieser Stelle ist auf der nördlichen Seite der Berliner Straße ein vierzehngeschossiges Wohn-Hochhaus vorgesehen, das die Hochhausarchitektur der südlichen Straßenseite mit Rathaus, Haus der Wirtschaft, City-Tower und Stadthaus aufnimmt.

          Auf dem Areal entstehe das erste Gebäude in Deutschland, bei dem sich ein öffentliches Parkhaus oben in der Mitte eines Blocks befinde und von Wohnungen und Läden umgeben und „eingepackt“ werde, sagte Mäckler. Von außen werden die insgesamt 390 Stellplätze, von denen 180 öffentlich genutzt werden können, nicht zu sehen sein. Zweigeschossige Arkaden sollen sich entlang der Berliner Straße ziehen. Läden und Büros sind im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss vorgesehen. Toys’R’Us wird es auch künftig in dem Gebäude geben. In den höheren Obergeschossen sehen die Pläne Wohnungen, Zimmer oder Apartments mit hotelähnlichen Leistungen – Boardinghouses – und Büros vor, die das Parkdeck im östlichen Baublock umschließen. Vom Wohn-Hochhaus abgesehen, weisen die anderen Eckgebäude sechs bis neun Geschosse auf. Ansonsten sind bis zu sieben Geschosse vorgesehen.

          Nach Angaben von Dietrich summiert sich die Wohnfläche auf rund 13000 Quadratmeter. 6500 Quadratmeter stehen dem Einzelhandel zur Verfügung, weitere 6000 Quadratmeter für Boardinghouse und Büros gedacht. Eine Kindertagesstätte, die im Toys’R’Us-Gebäude zu finden ist, wird während der Bauzeit ausgelagert, kehrt aber in den Neubau zurück. Die Freifläche des sogenannten „Feldherrenhügels“ an der Berliner Straße mit dem an Hollywood erinnernden Schriftzug „Offenbach“ wird bebaut. Für 500.000 Euro soll eine Ersatz-Grünfläche an der Domstraße entstehen.

          Quelle: F.A.Z.

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