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Veröffentlicht: 26.12.2012, 11:15 Uhr

Tierischer Jahresrückblick Hunde im Museum oder Rennschildkröte

Eine tierische Ausstellung, eine vermeintlich sportive Schildkröte, ein schläfriger Fuchs, ein Känguru-Krimi und der tragische Tod von sechs Erdmännchen -all das beschäftigten 2012 Ermittler und Tierfreunde. Polizisten erwiesen sich als Igel-Retter, und im Frankfurter Zoo gehört ein Gorilla-Mädchen zu den tierischen Stars des Jahres.

© Schmitt, Felix Traurige Nachrichten im Frankfurter Zoo: Das Gehege der Erdmännchen brach im Oktober zusammen.

Zu Ostern verschwindet ein Kaninchen, Hunde besuchen eine Ausstellung, und Gorilla-Mama Rebecca präsentiert ihre kleine Tochter. Tiere sorgten auch 2012 für sehr unterschiedliche Schlagzeilen in Hessen.

Im Zoo in Frankfurt rührte im Juli GORILLA-Dame Rebecca die Besucher, als sie ihr neugeborenes Baby präsentierte. Liebevoll trug sie es am Bauch herum, so dass die Pfleger zunächst das Geschlecht des Affenkindes nicht bestimmen konnten. Das Baby ist ein Mädchen, das „Sawa“ genannt wurde, was in der westafrikanischen Sprache Lingála „gut, richtig“ bedeutet, wie eine Sprecherin des Zoos mitteilte.

Traurige Nachricht im Frankfurter Zoo

Traurig dagegen war die Nachricht vom Tod einer Gruppe Erdmännchen im Frankfurter Zoo. Zwei Wochen ließen sich die beliebten Tierchen nicht blicken, und die Pfleger überkam schnell ein schrecklicher Verdacht. Dieser bestätigte sich, als sie die sechs Erdmännchen verschüttet in ihrem Gehege fanden. Warum ihr unterirdisches Reich zusammenbrach, konnte nicht ermittelt werden. Unter den toten Tieren war auch „Franky“, der Namenspatron für das Maskottchen des Fußball-Zweitligisten FSV Frankfurt.

Ebenso traurig stimmte der gewaltsame Tod zweier Parmakängurus in einem Herborner Tierpark. Zunächst ging die Polizei davon aus, dass ein Unbekannter die kleinen Kängurus erschossen habe. „Die Tiere wurden gezielt und eiskalt ausgesucht“, sagte der Leiter des Parks, Wolfgang Rades, im November. Die Polizei ermittelte in alle Richtungen. Eine veterinärmedizinische Untersuchung ergab schließlich, dass die Kängurus totgebissen wurden. Welches Raubtier unbemerkt in das Gehege gelangen konnte, blieb ungeklärt.

„Schnappi“ in Südhessen

Exotische Tiere leben in Hessen normalerweise meist in Zoos, deshalb überraschte der Anblick eines Sumpfkrokodils in einem Wald in Südhessen den Jagdpächter. Dieser alarmierte die Polizei. Als angriffslustig erwies sich das von Polizisten „Schnappi“ getaufte Reptil allerdings nicht: Es war ausgestopft. Weil Sumpfkrokodile vom Aussterben bedroht sind, ermittelt die Polizei wegen des Verdachts auf Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz.

Der Winter hat so seine Tücken, stellte ein kleiner Vogel im Februar in Mühlheim bei Offenbach fest. Buchstäblich kalte Füße bekam eine Blaumeise, so dass sie auf einer vielbefahrenen Straße festfror. Polizeibeamte entdeckten das arme Tier bei einer Streifenfahrt und lösten den bibbernden Vogel vorsichtig vom Asphalt. Im Streifenwagen kam die Meise schnell wieder zu Kräften.

Rätselraten wegen Sarah

An Ostern sorgte das Verschwinden von Rassekaninchen „Sarah“ im südhessischen Münster für Rätselraten. Hatte sich jemand unerlaubt einen frischen Osterbraten gegönnt? Oder war „Sarah“ im Namen des Oberosterhasen unterwegs? Nach der Vermisstenmeldung am Ostermontag hoppelte „Sarah“ kurze Zeit später wieder auf dem heimischen Gelände umher, ein wenig dehydriert und verängstigt. Ob „Sarah“ Opfer eines später reumütigen Diebes wurde oder „heimlich nachts in österlicher Mission unterwegs“ war, sollte noch ermittelt werden.

In Darmstadt sorgte im Juli eine kleine Schildkröte mit der Rückennummer „10“ für Aufsehen. Das handtellergroße Tierchen war einer Frau in Groß-Gerau abhandengekommen und nach wenigen Tagen im 14 Kilometer entfernten Darmstadt wieder aufgetaucht. Anfangs habe die Vermutung nahe gelegen, es könne sich um eine „Rennschildkröte“ handeln, hieß es in der Polizeimitteilung. Doch die Besitzerin ging von Diebstahl aus. Wegen der auffälligen Rückennummer mutmaßten Polizeibeamte, es könne sich um den Mittelfeldspieler einer Schildkröten-Fußballmannschaft handeln.

Schwäne auf dem Hessentag

Zwei kleine Schwäne wurden auf dem Hessentag in Wetzlar zur Attraktion und stachen dabei fast Weltstar Elton John aus: Weil die armen Vögel hilflos im Schacht eines Wasserkraftwerks in einem Strudel trieben, wurden sie unter Applaus der Hessentags-Besucher von der Feuerwehr gerettet. Die Feuerwehrleute quittierten dies mit einer Verbeugung.

In Darmstadt erwiesen sich Polizeibeamte als Retter mit Fingerspitzengefühl. Ein kleiner IGEL hatte sich in einem Joghurtbecher verfangen und irrte hilflos umher. Die Ordnungshüter griffen zu Skalpell und Schere und befreiten den stacheligen Gesellen aus seiner Joghurt-Falle. „Quietschfidel wurde der Igel im Anschluss wieder in freier Natur ausgesetzt“, berichtete daraufhin die Polizei.

Fuchs sucht Mitfahrgelegenheit

Ungewohnt schlapp dagegen zeigte sich ein Fuchs im November im Odenwald. In der Küche eines Hauses plünderte er zunächst den Obstkorb, um dann auf der Anrichte ein Nickerchen zu machen. Die überraschte Bewohnerin hatte den Fuchs beobachtet und den Jagdpächter alarmiert. Dieser weckte das Wildtier sanft und komplimentierte es nach draußen. Verschlafen trollte sich der Vierbeiner Richtung Wald.

Vielleicht wollte ein anderer Fuchs in Michelstadt einfach nur eine Mitfahrgelegenheit nutzen. Im Juli meldete ein Autofahrer bei der Polizei einen Wildunfall, ein verletztes Tier habe er aber nicht entdecken können und sei nach Hause gefahren. Erst dort stellte er fest, dass sich ein Fuchs unglücklich in seinem Kühlergrill verfangen hatte. Unter fachlicher Aufsicht eines Jagdpächters wurde Meister Reinecke in einem Autohaus befreit und verschwand im angrenzenden Wald - ohne sich um eine Schadensregulierung zu kümmern, wie es im Polizeibericht hieß.

„DOGumenta“ in Frankfurt

In Frankfurt, einer Stadt mit Kultur, konnten im November auch Hunde vom Angebot einer Galerie profitieren. Zur an die Kunstschau documenta angelehnten Ausstellung „DOGumenta“ kamen Besucher an der Leine. Das Interesse der Wauwaus an den Fotos ihrer Artgenossen hielt sich allerdings in Grenzen. Möbel und andere Vierbeiner erwiesen sich für die vierbeinigen Ausstellungsbesucher als deutlich spannender.

Quelle: LHE

 

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