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Tiefgarage im Nordend Wutbürger gegen Quartiersgarage

 ·  Der Streit um den Bau einer Tiefgarage im Nordend zeigt die Tücken der Demokratie. Wer vertritt das Volk? Die Stadtverordneten oder die Anwohner der Glauburgschule?

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (4)
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Martin Schwoerer
Martin Schwoerer (ms-ffm) - 05.01.2013 21:37 Uhr

Der Frankfurter Sonderweg: Süditalienische Verhältnisse

In allen möglichen Großstädten -- München, Paris, London, Tokio -- werden öffentliche Parkplätze abgeschafft, weil sie als nicht zum städtischen Verkehrswesen passend angesehen werden, und als Verschwendung öffentlicher Gelder. Parken ist nun einmal Privatsache.

Warum, also, will die vermeintlich arme Stadt Frankfurt 43 Million Euro für ein Parkhaus in einer wohlhabenden Gegend ausgeben? Am angeblichen Parkdruck kann es nicht liegen; jeder weiss, dass man z.B. bestens im Hof des Krankenhauses in der Scheffelstraße parken kann, wenn man denn bereit ist, dafür zu zahlen.

Wenn in Italien oder Griechenland verschuldete Gemeinden Abermillionen für Wasserpolohallen ausgeben, dann sagen die dort verantwortlichen: die körperliche Ertüchtigung unserer Jugend ist uns jede Summe wert. Hier, im Falle der Quartiersgarage heisst es, die armen Autofahrer dürften nicht aus dem Nordend vertrieben werden. In beiden Fällen geht es eher um eine unheilvolle Allianz aus Baulobby und Privatvergnügen.

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Wolfgang Erlenkötter

Wer braucht die Parkplätze?

Das Nordend zeichnet sich durch seine zentrale Lage aus. Es sind nur wenige Minuten zu Fuß oder mit dem Fahrrad hin zur Innenstadt. Alle Geschäfte sind ebenfalls schnell zu erreichen. Es gibt eine U-Bahn, zwei Straßenbahnen und eine Buslinie.

Vergessen wird im Artikel leider, dass über die ganze Zeit der Planung nie die Rede davon war, die bestehenden Bäume in den beiden Straßen zu fällen. Erst im Juli 2012 wurde die Katze aus dem Sack gelassen, dass zur Realisierung der Tiefgarage das Fällen der Bäume unumgänglich ist. Seitdem wurde die Bürgerinitiative tätig. Netto entstehen 50 bis 60 neue Parkplätze zu einem Preis von ca. 3 Mio Eur. Faszinierend ist, dass mit diesen maximal 60 neuen Parkplätzen die Parkplatzsituation im Nordend entzerrt wird. Wie bereits anfangs erwähnt, wer ins Nordend zieht, weiß worauf er sich einläßt, eine gute Verkehrsanbindung mit dem ÖPNV und dem hoffentlichen Verzicht auf das Auto.

Dass die Grünen nun zur Autofahrerpartei mutieren ist bemerkenswert!

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Wolfgang Weinert

Wie im Großen so im Kleinen...

Ich wohne in Kelsterbach und war noch nie im Nordend - aber die Parallele zum Flughafenausbau ist frappierend. Hier - Nordend - droht der Kindstod durch Autoabgase, dort: Frankfurt Süd, Flörsheim - raffen die Feinstäube aus Düsentriebwerken die Bevölkerung dahin.
Hier - Frankfurt in toto - gibt es für diese Art von Kindstod keine Präzendenzfälle, weltweit gibt es keine belastbaren Daten für gleichartiges Hinsterben ganzer Anwohnerschaften von Großflughäfen. Wenn jeder über seiner Parzelle eine Ökodiktatur errichten darf, brauchen wir - für das große Ganze - auch keinen Demokratiebetrieb mehr, vielleicht auch nur noch wenig Rechtssprechung, damit niemand in seiner Ökodiktatur gestört wird. Ich hoffe, die Grünen lassen sich an ihre Bäume im Nordend anketten - das konterkariert alle Bemühungen der Realos, sich im bürgerlichen Milieu zu etablieren. Und wo bleibt eigentlich die FDP in dieser Debatte? Themen zur Selbstbehauptung gibt es mehr als genug!

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 05.01.2013 21:40 Uhr
Martin Schwoerer
Martin Schwoerer (ms-ffm) - 05.01.2013 21:40 Uhr

Billige Polemik

Wo haben Sie das eigentlich her mit der Ökodiktatur, Herr Weinert? Wissen Sie denn überhaupt, was eine Diktatur ist? Und wenn ja: warum missbrauchen Sie den Begriff so gerne?

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03.01.2013, 19:26 Uhr

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