Home
http://www.faz.net/-gzg-6lgwu
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

"The Squaire" öffnet am 1. Januar

Von Jahresbeginn an wird das Büro- und Hotelgebäude "The Squaire" am Flughafen bezogen. In seinen öffentlich zugänglichen Atrien sollen Reisende viele Restaurants und einen fast durchgehend geöffneten Supermarkt finden.

Wie ein riesiges Kreuzfahrtschiff auf dem Trockendock liegt "The Squaire" am Flughafen. Das Büro- und Hotelgebäude über dem Fernbahnhof ist mit 660 Metern fast doppelt so lang wie der größte Luxusdampfer. An Bug und Heck bietet sich die beste Aussicht - auf die Eisenbahngleise und den selten abreißenden Verkehrsstrom auf der A 3. Doch immer noch fehlen die Passagiere. Eigentlich sollten sie schon im Herbst 2009 an Bord gehen. Mit großer Verspätung nimmt das Schiff nun langsam Fahrt auf. Am 1. Januar ziehen die ersten Mieter ein.

Dann öffnet sich die Plane, die zurzeit noch unter der Glaskuppel des Fernbahnhofs den Durchgang versperrt. Das Konzept zielt nicht nur auf Hotelgäste und Geschäftsleute, die ihre Büros ansteuern. Auch Reisende sollen in den öffentlich zugänglichen Atrien ein Angebot finden, das jenem am Frankfurter Hauptbahnhof durchaus Konkurrenz machen kann. Unter anderem zieht ein Rewe-City-Supermarkt ein, der nahezu durchgängig geöffnet sein wird. Nur in den Nachtstunden soll er für wenige Stunden die Türen schließen. Außerdem finden die Reisenden vom 1. Januar an eine Bäckerei und mehrere Restaurants im "The Squaire". Eine Apotheke soll wenig später öffnen. Auch eine Buchhandlung, ein Juwelier, ein Feinkostladen, eine Drogerie und ein Friseur werben demnächst um Kunden. "The Squaire" plant Öffnungen "im Monatsrhythmus", wie ein Sprecher sagt.

Im Laufe des Jahres werden auch die Büros in dem früher "Airrail Center" genannten Gebäude bezogen. Im zweiten Quartal setzen sich die Wirtschaftsprüfer von KPMG erstmals an ihre Schreibtische. Die Gesellschaft richtet im westlichen Gebäudekopf ihre neue Europazentrale ein und hinterlässt im Mertonviertel leerstehende Büroflächen. Aus der Kantine blicken die KPMG-Mitarbeiter künftig auf die Baumkronen des Stadtwalds. Auch eine Kita soll ihnen zur Verfügung stehen. Im Juli ist die Hilton-Hotelkette an der Reihe, die auf der östlichen Seite des langgestreckten Gebäudes gleich zwei Hotels eröffnet: ein Haus der Luxuskategorie und ein "Garden Inn" im mittleren Preissegment.

Auf weiteren Büroflächen wird die Unternehmensberatung Arthur D. Little untergebracht. Außerdem sind ein Business Club mit Restaurants, Konferenzflächen und einem Fitness-Center sowie ein Ärztezentrum geplant. Der Eigentümer und Bauherr IVG eröffnet auch selbst eine Dependance am Flughafen. Dort ist man trotz der langen Verzögerung optimistisch, dass sich das eine Milliarde Euro teure Projekt auszahlen wird: "In eineinhalb Jahren werden wir das Gebäude komplett vermietet haben", hofft Sprecher Jens Friedemann. Bisher sind rund 60 Prozent der Flächen vergeben. Viele Unternehmen liebäugelten mit einem "Satellite Office", also einem kleinen Büro für Geschäftstermine am Flughafen, sagt Friedemann.

Noch nicht entschieden ist dem Vernehmen nach der Wettbewerb um einen weiteren Mieter: Außer "The Squaire" wirbt auch die Grundstücksgesellschaft Gateway Gardens um das Logistikunternehmen DB Schenker, das sich mit rund 330 Mitarbeitern in der Nähe des Flughafens niederlassen will. Immobilienmakler sehen mit Blick auf die bessere Infrastruktur das "The Squaire" im Vorteil.

Etwa 350 Meter westlich des Gebäudes wird zurzeit auf einem zwischen A 3 und B 43 gelegenen Grundstück ein 2500 Stellplätze fassendes Parkhaus errichtet, das zum Jahreswechsel 2011/12 fertig sein soll. Autofahrer können dann innerhalb von zwei Minuten mit einer Kabinenbahn das Gebäude erreichen.

Fast vier Jahre nach Baubeginn sollen die begrünten Atrien des "The Squaire" bald mit Leben gefüllt werden. Die Besucher erwartet eine kleine Stadt in der Stadt. "Im Grunde muss man das Gebäude gar nicht mehr verlassen", schwärmt ein Mitarbeiter des Bauherrn. rsch.

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 13.12.2010, 23:37 Uhr

Keine Brandmauer

Von Helmut Schwan

Die Stadt Frankfurt kann verdeckte Bordelle in Wohngebieten untersagen. Das bestätigt das Bundesverwaltungsgericht. Eine Brandmauer zwischen den Stadtvierteln wird es deshalb nicht geben - aus einem einfachen Grund. Mehr