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Musik in der Region : Früher war mehr Rock

  • -Aktualisiert am

Proben in Geisenheim: The New Roses in ihrer aktuellen Formation mit Norman Bites, Timmy Rough, Urban Berz und Hardy (v.l.) Bild: Cornelia Sick

It’s a long way to the top, sangen AC/DC 1975. Für die Band The New Roses stimmt der Satz noch heute. Und Leslie Link erinnert sich.

          Timmy Rough muss nicht lange nach Worten suchen, wenn er über sein Leben und seine Musik spricht. Der Dreißigjährige mit Bart, halblangen Haaren, zerschlissenen Jeans und brauner Lederjacke ist der Sänger und Songwriter der Rheingauer Band The New Roses. Im vergangenen Februar hat die vierköpfige Rockgruppe ihr zweites Album mit dem Titel „A Dead Man’s Voice“ herausgebracht. Und es damit auf einen respektablen 36. Platz der deutschen Albumcharts gebracht.

          Es ist ein grauer Tag in Geisenheim. Es regnet leicht, der Rhein hat heute nichts vom Technicolor-Glanz, den er auf Postkarten gerne zeigt. Glanzvollere Zeiten hat auch das Haus gegenüber der Villa Monrepos schon gesehen. Die Büsche rund um das Gebäude stehen hoch, aus den Fugen der gepflasterten Auffahrt wächst das Unkraut. Drinnen proben The New Roses.

          Am längsten durchgehalten

          Die Wände des Probenraums sind gelb gestrichen. Um die Akustik zu verbessern und um den Raum zu dämmen, hängen große Teppiche an den Wänden. In Regalen, die bis unter die hohe Altbaudecke reichen, lagern Boxen, Schlagzeugteile und Verstärker. Ihre Instrumente haben die Musiker zum Fototermin nicht dabei. Die sind in dem Van, mit dem sie auf ihre vielen Konzerte fahren.

          Mit 18 Jahren habe er gewusst, dass er Musiker werden wolle, sagt Rough. „Ich war mit dem Auto unterwegs, als ein Song im Radio kam, der mich angezogen hat wie ein Magnet.“ Welches Lied das war, fällt ihm nicht mehr ein. Aber er war so beeindruckt, dass er anfing, Gitarre spielen zu lernen und zu singen. Später studierte er Popmusikdesign an der Popakademie in Mannheim. Mit Urban Berz, dem Schlagzeuger von The New Roses, macht Rough schon seit zwölf Jahren Musik. Bis 2007 in wechselnden Bands und seitdem in der jetzigen.

          „Ich habe viele in der Szene kommen und gehen sehen“, sagt Rough. Dass es mit den New Roses jetzt Stück für Stück vorangehe, liege vielleicht nicht daran, dass sie die beste Band aus der Gegend seien, sagt er. „Aber wir haben am längsten durchgehalten.“ Das ist feines Understatement, denn in Wahrheit gibt es in Deutschland momentan keine zweite Band, die so authentisch amerikanischen Rock’n’Roll, spielt, der zwischen Aerosmith und Black Stone Cherry angesiedelt ist und diesen qualitativ in nichts nachsteht.

          Chart-Erfolg ist nicht gleich finanzieller Erfolg

          Aber nur gute Musik zu machen reicht nicht. Fast den ganzen November des vergangenen Jahres waren The New Roses im Vorprogramm der Südstaaten-Rocker Molly Hatchet unterwegs. Auch in den Vereinigten Staaten, dem Ursprungsland des Rock’n’Roll, standen die Hessen schon auf der Bühne. Zusammen mit der deutschen Heavy Metal Legende Accept, die gerade einen dritten Frühling erlebt. Damit sind die Rheingauer eigentlich im Profilager angekommen, zumindest, was die Zeit angeht, die sie für ihre Musik aufwenden.

          „Wir sind gerade an einem Punkt, an dem die Band eigentlich schon ein Full-time-Job ist, aber trotzdem noch nicht genug Geld abwirft“, sagt Schlagzeuger Berz, der nebenbei noch Unterricht gibt. Rough tritt zusätzlich in Bars auf, und hin und wieder spielen beide mit ihrer Coverband auf einer Hochzeit. Denn auch wenn ein Charteinstieg immer noch eine beeindruckende und voraussetzungsreiche Leistung ist, genügen in manchen Wochen schon ein paar hundert verkaufte Tonträger, um einen Platz im oberen Drittel zu erreichen. Dass viel zu verdienen sei, heißt das noch lange nicht.

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