Home
http://www.faz.net/-gzg-6u6p2
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

„Terrorverdacht“ Justiz bestreitet Panne

07.10.2011 ·  Die Staatsanwaltschaft hat Kritik zurückgewiesen, ein höchst gefährlicher und verdächtiger Mann sei durch Behördenpannen entkommen. Es habe seinerzeit kein Anlass bestanden, den Studenten als islamistischen Terroristen einzuordnen.

Von Thomas Kirn, Frankfurt
Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (1)

Gegen einen 24 Jahre alten Studenten aus Afghanistan habe im Februar dieses Jahres kein Terrorverdacht bestanden und kein Grund, einen Haftbefehl zu beantragen. Oberstaatsanwältin Nadja Niesen hat Kritik zurückgewiesen, ein höchst gefährlicher und verdächtiger Mann sei durch Behördenpannen entkommen. Die Sprecherin bestätigte, dass der Mann bei der versehentlich herbeigeführten Verpuffung von Pulver aus Feuerwerkskörpern in einem Küchenmixer verletzt worden sei. Ein Anlass, ihn deshalb als islamistischen Terroristen einzuordnen, habe seinerzeit nicht bestanden; wo er sich derzeit aufhalte, sei unbekannt.

Staatsanwaltschaft: Keine konkreten Ziele genannt

Weder die Hauptwache noch andere Plätze seien als Ziele eines Rohrbombenanschlags genannt worden. Strafrechtlich sei der Mann lediglich wegen fahrlässiger Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion verfolgt worden. Aus Kreisen der Polizei stamme die Bezeichnung „Gefährder“ für den Verdächtigen. Ein Begriff, den die Staatsanwaltschaft jedenfalls nicht für den Zeitpunkt bestätigt, an dem es zur Explosion kam.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Jahrgang 1944, freier Autor in der Rhein-Main-Zeitung.

Jüngste Beiträge

Perspektivlosigkeit ist Gift

Von Rainer Schulze

Die Zukunft der Wohnungsbaugesellschaft Nassauische Heimstätte ist unklar. Das Land will sich von der Beteiligung trennen - Frankfurt hat die Hand gehoben. Eine Entscheidung tut not. Mehr