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Tebartz-van Elst Vertreter Rösch : „Ich bin kein Vertrauter des Bischofs“

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Kehrte als Generalvikar von seiner Pilgerreise in Spanien zurück: Wolfang Rösch übernimmt kommissarisch die Leitung des Bistum Limburg. Bild: dpa

Wolfgang Rösch ist der neue Generalvikar im Bistum Limburg. Er vertritt Franz-Peter Tebartz-van Elst, dem vom Papst eine Zwangspause verordnet wurde. Im F.A.Z.-Interview spricht er über sein Verhältnis zum Bischof.

          Was sehen Sie jetzt als Ihre wichtigste Aufgabe an?

          Die Auszeit, die der Bischof jetzt hat, ist auch eine Auszeit für das Bistum. Ich werde vor allem dafür sorgen, dass die Verwaltung weitergeht. Wir müssen unsere Alltagsgeschäfte wieder in Ruhe erledigen können. Was den Bischof betrifft, müssen wir das Ergebnis der Prüfkommission abwarten. Darauf hat der Heilige Stuhl ein Auge.

          Der Bischof hatte Sie ja schon für das Amt des Generalvikars vorgesehen. Warum haben Sie es angenommen?

          Der Bischof hat Vertrauen in mich gesetzt. Sein Vertrauter bin ich aber deswegen nicht, wie es einmal hieß. Vertrauen genieße ich aber auch, so denke ich, bei den Priestern, Pastoralen Mitarbeitern und im Ordinariat. Und ich möchte ihnen Vertrauen entgegenbringen.

          Haben Sie in dieser Ausnahmesituation Vollmachten, die über die normalen Vollmachten eines Generalvikars hinausgehen?

          Das weiß ich noch nicht. Sobald es geht, werde ich in Rom nachfragen, denn meine Ernennung jetzt habe ich ja nicht vom Bischof, sondern vom Heiligen Stuhl.

          Wie ist Ihre Gefühlslage angesichts der neuen Herausforderung?

          Total ambivalent. Es tut mir sehr leid, meine Pfarrei in Wiesbaden loszulassen. Dort war ich sehr gerne. Andererseits habe ich auch ein Stück Vorfreude. Ich habe Gestaltungswillen, vor allem in Situationen, die nicht ideal sind, und Spaß, mit Menschen zusammenzuarbeiten.

          An welche Erfahrungen können Sie anknüpfen?

          Zum Beispiel an meine Arbeit in verschiedenen Pfarreien, zuletzt in Wiesbaden und an die Fusion der dortigen Innenstadtpfarreien. Das Pastoralteam stand vor großen Aufgaben, und es ist gelungen, dass die Mitarbeiter neue Qualitäten entdeckt haben.

          Was hat die jüngste Entwicklung in der Diözese in Ihnen ausgelöst?

          Vor allem eine große Sorge. Auch der Besuch von Kardinal Lajolo konnte die Situation ja nicht mehr beruhigen. Und ich habe mich gefühlt, als lebte ich in zwei Welten: hier die Pfarrei mit Menschen, denen wir helfen können und die Erfahrung, dass der Glaube trägt. Dort eine politische Ebene um die Zukunft des Bischofs, auf der man ohnmächtig ist.

          Was sind die ersten Schritte, die Sie unternehmen?

          Am Montag ist mein erster Arbeitstag in Limburg. Dort gibt es eine Versammlung mit den Mitarbeitern. Heute, nach meiner Rückkehr von meiner Pilgerreise in Spanien, will ich mit Mitgliedern aus dem Domkapitel zusammenkommen, um erste Gespräche zu führen.

          Die Fragen stellte Stefan Toepfer.

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