Hessen, Rheinland-Pfalz, Thüringen und das Saarland übernehmen den Pilottarifvertrag für die Metall- und Elektroindustrie. Darauf einigten sich IG Metall und Arbeitgeber am Dienstag in Frankfurt. Im Tarifbezirk Mitte arbeiten etwa 420.000 Menschen in der Schlüsselbranche. Sie erhalten rückwirkend zum 1. Mai 4,3 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von 13 Monaten.
Der am vergangenen Samstag in Baden-Württemberg ausgehandelte Pilotvertrag räumt außerdem den Betriebsräten einige Kontrollrechte bei der Übernahme der Ausgebildeten und beim Einsatz von Leiharbeitern ein.
Höchstes Plus seit 20 Jahren
IG-Metall-Bezirksleiter Armin Schild hob das kräftige Lohnplus hervor: „Das ist die höchste Einkommenssteigerung seit zwei Jahrzehnten und das bei einer Laufzeit von 13 Monaten.“ Bei den qualitativen Themen sei es mit massiven Warnstreiks gelungen, die monatelange Blockadehaltung der Arbeitgeber zu überwinden. „Dass zukünftig Auszubildende in der Regel unbefristet übernommen werden müssen, bietet Jugendlichen eine echte Perspektive“, erklärte Schild. Bei der Leiharbeit sei es gelungen, die Position der Betriebsräte deutlich zu stärken.
Der Verhandlungsführer der Arbeitgeber von M+E Mitte, Eduard Kulenkamp, lobte die fairen Kompromisse zur Zeitarbeit und zur Übernahme der Ausgebildeten. „Für den Nachwuchs in der M+E-Industrie bringt der Abschluss mehr Sicherheit, ohne dass dabei die unternehmerische Freiheit eingeschränkt wurde“, sagte Kulenkamp. Die Regelungen zur Zeitarbeit sicherten den Betrieben die notwendige Flexibilität.

