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Nicht nur bei McDonald’s : Supermarkt-Regale sind längst voller Gentechnik

Kann auch mit Gentechnik sein: Fleischangebot in einem Supermarkt. Bild: Kaufhold, Marcus

Die hessische Umweltministerin Priska Hinz hat die Zusammenarbeit mit McDonald’s beendet, weil die Hähnchen für den Chickenburger jetzt gentechnisch verändertes Futter bekommen. Wann folgen weitere Kündigungen dieser Art?

          Priska Hinz hat nicht lange gefackelt. Nur vier Tage, nachdem in den Zeitungen zu lesen war, dass McDonald’s seinen Hähnchenfleisch-Lieferanten den Einsatz von gentechnisch verändertem Futter erlaubt, teilte die hessische Umweltministerin mit, sie kündige die Zusammenarbeit und die Sponsorenverträge mit dem amerikanischen Konzern. „Diese Nachricht über die neue Haltung Ihres Konzerns beunruhigt mich“, schrieb die Grünen-Politikerin dem Deutschland-Chef von McDonald’s, „da die Folgen von Anbau und Verzehr gentechnisch veränderter Lebensmittel für die menschliche Gesundheit und die Umwelt nicht vorhersehbar sind“.

          Manfred  Köhler

          Stellvertretender Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortlicher Redakteur des Wirtschaftsmagazins Metropol.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Nun hielt sich die Zusammenarbeit des Umweltministeriums mit den Hamburger-Bratern auch bisher schon in Grenzen. McDonald’s beteiligte sich an der Aktion „Sauberhaftes Hessen“, für die eine Art hessischer Frühjahrsputz organisiert wird, und am Wettbewerb „Ab in die Mitte“, bei dem originelle Ideen zur Stärkung von Stadtzentren prämiert werden. Doch hat Hinz die Messlatte damit äußerst hoch gelegt. Denn Gentechnik ist längst viel weiter verbreitet, als man im Umweltministerium glauben mag. So hätte die Ministerin etwa im Falle von McDonald’s schon viel früher handeln müssen. Denn der Konzern hat zwar erst Anfang Mai mitgeteilt, dass seine Hähnchenfleisch-Lieferanten künftig gentechnisch verändertes Futter verwenden. Aber bei den Produkten aus Schweine- oder Rindfleisch war das nie verboten. Ein Sprecher von McDonald’s-Deutschland bestätigt, dass es bei diesen Tieren selbstverständlich gut sein könne, dass deren Futter gentechnisch verändert sei.

          Auch Rewe mit Gentechnik-Lebensmitteln

          Vor allem aber ist bisher nicht bekannt, dass Hinz auch die Partnerschaft mit einem weiteren Konzern beendet hat, mit dem ihr Haus ebenfalls bei „Sauberhaftes Hessen“ und „Ab in die Mitte“ kooperiert: Rewe. Wäre sie konsequent, hätte sie keine andere Wahl. Denn in den Rewe-Märkten finden sich, genauso wie in den meisten anderen Supermärkten, Produkte zuhauf, bei deren Herstellung Gentechnik eine Rolle spielt. Einfach weil die Tiere, die gemolken oder geschlachtet werden, gentechnisch verändertes Soja gefressen haben, das längst auf dem Weltmarkt dominiert. Auch McDonald’s stellt ja nicht grundlos um.

          Zwar bemüht sich Rewe, die Lieferanten für eine gentechnikfreie Produktion zu gewinnen. Doch sei das lediglich bei Eigenmarken möglich, sagt ein Sprecher, auf all die anderen Produkte im Regal habe man keinerlei Einfluss. Und selbst bei den Eigenmarken ist es schwierig genug. Milch und Joghurt der Marke „Rewe Bio“ stellt jetzt eine einzige Molkerei aus Milch von Kühen her, an die kein gentechnisch verändertes Soja verfüttert wurde; der Betrieb muss dazu eine eigenständige Produktionslinie schaffen, die von den anderen getrennt ist, wie der Rewe-Sprecher erläutert. Im Falle der zum Konzern zählenden Metzgerei Brandenburg etwa sei es ein „langfristiges“ Ziel, nur noch Fleisch von Tieren zu beziehen, die mit Gentechnik nicht in Berührung gekommen sind. Gelungen ist die Umstellung immerhin bei frischem Hähnchenfleisch und Eiern. Der Sprecher rät, aufs Etikett zu schauen. „Pro Planet“ und „Ohne Gentechnik“ – das seien eindeutige Zeichen.

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