Das Frankfurter Filmfestival Edit wird es in seiner bisherigen Form nicht mehr geben. Dies teilte das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst mit. Statt dessen soll im nächsten Jahr eine neu ausgerichtete Version des Festivals veranstaltet werden, das sich bislang vor allem Facetten der Bild- und Postproduktion widmete. Diese neue Edit soll offenbar Film und Medien, Spieleindustrie, Nachwuchsförderung, Talentbörsen, darstellende Kunst, Musik sowie die Vernetzung von Geldgebern und Anbietern unter einem Dach versammeln. Eine „breite Ausrichtung“ sei gewünscht, hieß es aus dem Ministerium.
Ein Gremium aus einstigen Fachbeiratsmitgliedern der Edit, Vertretern der Förderer Land Hessen, Stadt Frankfurt und Landesanstalt für den privaten Rundfunk sowie der Berliner Agentur Peaceful Fish erarbeite derzeit ein Eckpunktepapier, das „im Frühjahr“ vorliegen und über das dann die Landesregierung entscheiden solle. Dies geschehe im Sinne des Koalitionsvertrags, der einen Ausbau der Edit vorsehe.
Hohe Subventionen
Die im vergangenen Jahr vom Ministerium an Peaceful Fish in Auftrag gegebene Evaluierung weise aus, dass das Festival bei einem Aufwand öffentlicher Gelder von rund 15 Millionen Euro seit seiner Gründung weder eine „Marke“ geworden sei noch Alleinstellungsmerkmale besitze. Auch eine Nachhaltigkeit sei laut der Studie nicht erzeugt worden, obwohl die 575 verkauften Eintrittskarten mit je 1500 Euro öffentlicher Gelder unterstützt worden seien: „Das kann so nicht weitergehen“, hieß es gestern.
Die Verbesserungsvorschläge des Berliner Beratungsunternehmens, das auch Filmfinanzvermittlung betreibt, sollen nach Angaben des Ministeriums aber nicht direkt in ein neues Konzept münden. Das Festival 2013 soll „offen für alle Bewerber“ ausgeschrieben werden; bewerben könnte sich damit auch der bisherige Ausrichter, das Frankfurter Medienunternehmen Lunapark 64.
„Vergleichbare Veranstaltung“ im Herbst
Damit in diesem Jahr keine Lücke entstehe, solle eine „vergleichbare Veranstaltung“ im Herbst dieses Jahres stattfinden, allerdings nicht im Festivalformat der bisherigen Edit. Genauere Pläne dazu scheint es noch nicht zu geben.
Edit ist tot, es lebe das Lichter-Fest
Martin Schwoerer (ms-ffm)
- 09.03.2012, 18:28 Uhr