In Hessen hat es im Jahr 2010 einer Studie zufolge mehr Kinderarmut gegeben als in anderen westlichen Bundesländern. 2010 lebten demnach 28.324 der unter Dreijährigen in Familien, die staatliche Grundsicherung wie Hartz IV bezogen. Das waren 18,3 Prozent der Altersgruppe, wie der Keck-Atlas („Kommunale Entwicklung - Chancen für Kinder“) der Bertelsmann Stiftung zur Situation von Kindern in Deutschland ergab. Die Studie wurde am Mittwoch veröffentlicht.
Damit lag Hessen zwar unter dem Bundesdurchschnitt von 19,8 Prozent, aber 1,1 Prozentpunkte über dem West-Mittel. Im Jahr 2009 habe der Anteil in Hessen noch bei 18,6 Prozent gelegen. Kinder gelten laut der Studie als arm, wenn sie in Familien aufwachsen, die staatliche Leistungen wie beispielsweise Hartz IV beziehen.
Mehr Armut im Norden
Große Unterschiede gab es zwischen den Regionen, wie aus einer Auswertung von Zahlen für das Jahr 2009 hervorgeht: Während im Main-Taunus-Kreis nur 9,4 Prozent der unter Dreijährigen in relativer Armut lebten, waren es im Werra-Meißner-Kreis mit 22,1 Prozent mehr als doppelt so viele. Den höchsten Wert verzeichnete Offenbach: Knapp vier von zehn Kleinkindern lebten dort in Familien, die staatliche Grundsicherung bezogen.
Die Armutsquote der hessischen Kinder unter 15 Jahren war 2010 im Vergleich zum Vorjahr annähernd gleichgeblieben. Der Landesdurchschnitt stieg um 0,1 Prozentpunkte auf 15 Prozent, bundesweit habe die Quote bei 15,9 Prozent gelegen. Damit waren in Hessen 124 717 Kinder und Jugendliche abhängig von Sozialleistungen. Auch in dieser Altersgruppe habe es regionale Unterschiede gegeben: Im Main-Taunus-Kreis lag im Jahr 2009 die Quote bei 7,8 Prozent, im Werra-Meißner-Kreis bei 16,4 Prozent und in Offenbach bei 34 Prozent.
Entwicklungsbedingungenim Blick
Für den Keck-Atlas wurden verschiedene Faktoren untersucht, die auf die Entwicklungsbedingungen von Jungen und Mädchen Einfluss haben. Dazu zählten Herkunft, soziales Umfeld, Bildungs- und Entwicklungschancen.

