http://www.faz.net/-gzg-7705w

Studenten im Sigmund-Freud-Institut : Neue Besetzung nach Ivi-Urteil

Umgezogen: Studenten verlassen das Ivi. Bild: Bernd Kammerer

Die Studenten, die am Samstagabend das vorübergehend leerstehende Sigmund-Freud-Institut an der Myliusstraße besetzt haben, wollen keinen Ärger. „Wir werden gehen, wenn die Polizei uns dazu auffordert“, hieß es von den Besetzern.

          Die Studenten, die am Samstagabend das vorübergehend leerstehende Sigmund-Freud-Institut an der Myliusstraße besetzt haben, wollen keinen Ärger. „Wir werden gehen, wenn die Polizei uns dazu auffordert“, hieß es von den Besetzern. Man wolle in den Räumen nichts zerstören und das Gebäude nach der „Zwischennutzung“ an seine Besitzer zurückgeben.

          Denise Peikert

          Freie Autorin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Die Aktion richtet sich gegen das Urteil des Landgerichts vom Freitag, nach dem das „Institut für vergleichende Irrelevanz“ (Ivi) am Kettenhofweg geräumt werden darf. Noch am Samstagabend verhandelten die Besetzer des Sigmund-Freud-Instituts mit der Polizei und der Stiftung, die in dem Haus nach dessen Umbau weiter das Forschungsinstitut für Psychoanalyse betreiben will. Das Ergebnis: Die Studenten dürfen zunächst bis Samstag bleiben. Nach dem Vorbild des Ivi wollen sie verschiedene Veranstaltungen abhalten, darunter Vorträge zur kritischen Psychologie.

          400 Menschen protestierten

          Rolf Haubl, geschäftsführender Direktor des Sigmund-Freud-Instituts, sagte gestern, er wolle eine Eskalation verhindern. Deshalb habe man einer vorübergehenden Nutzung des Gebäudes als „alternative Uni“ zugestimmt. Haubl hat mit den Studenten eine Hausordnung abgestimmt, nach der diese keine Partys feiern und nur bestimmte Räume nutzen dürfen. „Ich hätte mich nicht darauf eingelassen, wenn dort gewaltbereite Chaoten eingezogen wären“, sagte Haubl.

          Die Aktivisten führten mit der Besetzung des Instituts ihren Protest vom Freitagabend fort. Rund 400 Menschen waren nach dem Ivi-Urteil vom Campus Bockenheim zu dem Haus am Kettenhofweg gezogen. Bei der Demonstration wurde laute Musik gespielt, die Stimmung war nach übereinstimmenden Aussagen von Polizei und Demonstranten friedlich. Im Anschluss an die Proteste seien einige Fensterscheiben von Häusern an der Bockenheimer Landstraße eingeworfen worden, sagte ein Polizeisprecher.

          „Scheinbesetzung“

          Ebenfalls aus Protest gegen das Ivi-Urteil und die „Privatisierung des öffentlichen Raums“ hatten Unbekannte am Freitagabend im Internet verbreitet, ein Haus an der Schumannstraße und Gebäude des ehemaligen Bio-Campus im Westend für einige Stunden besetzt zu haben. Bei den Aktionen handelte es sich jedoch um „Scheinbesetzungen“, bei denen lediglich Transparente von außen an den Gebäuden angebracht worden sind.

          Aus dem Ivi am Kettenhofweg haben die Studenten inzwischen ihre Musikanlage und Bücher herausgetragen. Die Aktivsten rechnen damit, dass das Haus bald geräumt wird. Die Immobilienfirma Franconofurt AG, die das Gebäude 2012 für etwas mehr als eine Million Euro von der Universität gekauft und am Freitag den Räumungstitel gegen die Besetzer erwirkt hatte, will nach eigenen Angaben aber nicht sofort polizeilich räumen lassen. Zunächst wolle man noch einmal versuchen, mit den Besetzern zu verhandeln.

          Quelle: F.A.Z.

          Weitere Themen

          Weitere Proteste von Palästinensern gegen Trump Video-Seite öffnen

          Jerusalem-Konflikt : Weitere Proteste von Palästinensern gegen Trump

          Palästinenser protestieren weiterhin gegen die Entscheidung des amerikanischen Präsident Donald Trump, Jerusalem als die Hauptstadt Israels anzuerkennen. Sie versuchen, die Straßen zu besetzen, sie verbrennen Reifen, und es gibt Zusammenstöße mit israelischen Sicherheitskräften.

          Revision im Prozess um Scharia-Polizei Video-Seite öffnen

          BGH prüft Freigesprochene : Revision im Prozess um Scharia-Polizei

          Im Jahr 2014 war eine Gruppe von Männern durch Wuppertal patrouilliert und wollten junge Muslime ansprechen und sie ermahnen, nach der Lehre des Korans zu leben. Nachdem vor einem Jahr das Landgericht Wuppertal die Männer freigesprochen hat, ist die Staatsanwaltschaft in Revision gegangen.

          Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben.

          Topmeldungen

          Schon das Software-Update aufgespielt?

          Diesel-Affäre : Zeit für Mogel-Volkswagen läuft ab

          Wer einen manipulierten Volkswagen besitzt, muss seine Ansprüche schnell geltend machen. Etliche auf Massenverfahren spezialisierte Kanzleien mahnen deshalb zur Eile.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.