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„Strom-Bojen“ im Mittelrhein : Schwimmende Kleinkraftwerke

  • -Aktualisiert am

Liefert bei einer Strömungsgeschwindigkeit von 3,3 Meter pro Sekunde eine Nennleistung von 70 Kilowatt: „Strom-Boje“ Bild: Firma Aqua Libre

Eine „Strom-Boje“ ist wie jede andere Boje am Grund fixiert. Doch erfüllt sie einen ganz anderen Zweck, sie soll Energie erzeugen. Nun will auch Bingen die schwimmenden Strömungskraftwerke erproben.

          Die gemeine Boje schwimmt immer auf derselben Stelle. Der im Boden verankerte und mit Luft gefüllte Körper schaukelt auf der Oberfläche von Meeren, Flüssen und Seen, markiert Grenzen oder dient zum Festmachen von Booten. Am Grund fixiert ist die „Strom-Boje“ zwar auch, sie sieht aber eher aus wie ein kleines Düsentriebwerk und verfügt obendrein noch über ein Innenleben. Ein Rotor dreht sich in ihr - langsam, aber stetig. Angetrieben wird er vom Wasser, das durch die Boje rauscht. Der Rotor ist mit einem Generator verbunden, der elektrische Energie erzeugt, kurz: Der Strom produziert Strom.

          Hersteller der Strom-Boje ist das österreichische Unternehmen Aqua Libre, das in der Donau schon einige Prototypen betreibt. Die jüngste Entwicklung, Typ 3 genannt, liefert bei einer Strömungsgeschwindigkeit von 3,3 Meter pro Sekunde eine Nennleistung von 70 Kilowatt und je nach Standort bis zu 300 Megawattstunden Strom pro Jahr. Ein Bojen-Park könnte nach Angaben des Unternehmens ganze Gemeinden mit Strom versorgen.

          Von der Donau auf den Rhein. Dort möchte ein Unternehmen aus Bingen die schwimmenden Strömungskraftwerke erproben. Zwischen Assmannshausen und Lorch hält die Firma „Stromboje Mittelrhein“ es für möglich, mit rund 340 Bojen ein knappes Drittel des jährlichen Strombedarfs des Rheingau-Taunus-Kreises umweltfreundlich zu erzeugen. Man greife nicht in die Natur ein, schade weder Schwimmern, Fischen, Vögeln noch Schiffen. Mit einem Rechen aus Stahlseilen halte man Treibgut oder auch Menschen vom Stahlkörper fern. Der Rotor sei „fischfreundlich“ und drehe sich nur 50 bis 120 Mal in der Minute. Rotauge und Hecht könnten unbeschadet durchschwimmen.

          Quelle: F.A.Z.

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