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Streusalz-Lager : Händler sehen sich für Winter gut gerüstet

  • -Aktualisiert am

Alles bereit für die Kälte: Noch kann das Angebot an Schneeschaufeln und Streusalz mit der Nachfrage Schritt halten. Bild: Wresch, Jonas

Hessens Hausbesitzer können dem Winter beruhigt entgegensehen - zumindest, wenn es um das Streuen der Gehwege geht. Der Streusalzlieferant K+S AG sieht sich für dieses Jahr gut gerüstet.

          Hessens Hausbesitzer können dem Winter beruhigt entgegensehen - zumindest, wenn es um das Streuen der Gehwege geht. Während es vor zwei Jahren wegen des strengen Winters bundesweit vielerorts Lieferengpässe beim Streusalz gab, sieht sich die K+S AG, der größte Streusalzlieferant weltweit, dieses Jahr gut gerüstet. „Wir sind bestens auf einen strengen Winter vorbereitet“, sagte ein Sprecher des Kasseler Unternehmens. „Die Lager sind voll.“

          Für den vergangenen Winter hatten Städte und Gemeinden sicherheitshalber besonders viel Streusalz bestellt, um Engpässe wie im Jahr zuvor zu vermeiden. K+S hatte damals sogar Streusalz aus dem Lager in Nordamerika per Schiff nach Europa bringen lassen. Teilweise habe man Streusalz direkt aus der Tagesproduktion an die Kunden ausgeliefert, sagte der Sprecher.

          Das Geschäft beginnt für gewöhnlich im Spätsommer

          Da der vergangene Winter aber wieder vergleichsweise mild gewesen sei, seien in diesem Jahr die Streusalz-Lager der Autobahn- und Straßenmeistereien sowie die der Städte und Gemeinden noch gut gefüllt. Schon im Spätsommer gehe für gewöhnlich das Geschäft mit der Früheinlagerung los, sagte der K+S-Sprecher. In diesem Jahr sei es aber zurückhaltend gewesen. Das hatte Folgen für die Geschäftszahlen: Der Absatz von Salz ging bei K+S in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres um 16 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurück; der operative Gewinn sank um 76 Prozent. Laut dem Sprecher macht das sogenannte Auftausalz etwa 14 Prozent des Konzernumsatzes weltweit aus.

          K+S hat in Deutschland drei große Steinsalzbergwerke: eines im nordrhein-westfälischen Borth, eines am niedersächsischen Standort Braunschweig-Lüneburg und eines in Bernburg in Sachsen-Anhalt, das auch Streusalz nach Hessen liefert. Das Lager in Bernburg ist nach Konzernangaben eines der größten in Deutschland und eines der modernsten weltweit.

          „Alles ist wie immer“

          Gut gerüstet für den Winter sieht sich auch die Baumarkt-Kette Toom. „Wir sind sehr gut aufgestellt“, sagte eine Sprecherin des Unternehmens, das zur Rewe-Gruppe gehört. Sowohl mit Streusalz und Lava-Granulat als auch mit Schneeschiebern und sonstigen Wintergeräten sei der Baumarkt gut ausgestattet. Im Gegensatz zu K+S habe das Vorjahresgeschäft keine Auswirkungen auf das laufende Jahr. „Alles ist wie immer“, sagte die Sprecherin.

          Wenig Veränderung im Vergleich zum Vorjahr gab es auch bei der Auto-Werkstatt Pitstop an der Friedberger Landstraße. Das vergangene Wochenende sei ruhig gewesen, sagte der Filialleiter. Die meisten Autofahrer hätten ihre Winterreifen schon vor eineinhalb Monaten aufziehen lassen. Seit einer Woche habe sich das Geschäft wieder beruhigt. Im Vergleich zu anderen Jahren sei dieser Herbst nicht ungewöhnlich gewesen: „Bei Autowerkstätten ist das immer gleich.“ Derzeit seien noch 50 bis 60 Reifenpaare auf Lager; eventuelle Wartezeiten für Winterreifen betrügen ein bis zwei Tage.

          Manufactum hat viele Schlitten gekauft

          Auf einen strengen Winter hofft man beim Einzelhändler Manufactum („Es gibt sie noch, die guten Dinge“). Dieses Jahr habe das Unternehmen besonders viele Schlitten eingekauft, sagte der Leiter des Warenhauses in Frankfurt: „Da der vergangene Winter so mild war, wird es vielleicht dieses Jahr wieder richtig Schnee geben.“

          Beliebt seien derzeit Christbaumkugeln, Lebkuchen, Bienenwachskerzen, Winter-Kosmetik, Messing-Eiskratzer, Lederjacken und Schneebesen aus Kokosfasern. Alles habe Manufactum ausreichend vorrätig. Nach Angaben des Warenhausleiters haben aber sowohl das Wetter als auch die konjunkturelle Lage kaum Einfluss auf das Geschäft. Manufactum-Kunden seien bereit, über das ganze Jahr Geld für hochwertige, langlebige Produkte auszugeben. So verkauft sich auch der Schneeschuh „Michigan“ für knapp 400 Euro - wenngleich nicht in rauhen Mengen, wie der Warenhausleiter sagte. Die Schuhe seien eher ein Prestigeobjekt. Genaue Geschäftszahlen teilte Manufactum nicht mit.

          Kerzen und Lichter sind aus, Tannen noch zu haben

          Während beim Sunflower Garten-Center in Nieder-Eschbach der Großteil der Adventskränze, Abdeckzweige, Kerzen und Lichter schon verkauft ist, sind Weihnachtsbäume noch ausreichend vorhanden. Etwa 5000 Tannen habe der Betrieb noch vorrätig, sagte Victor Märcz, einer der Inhaber. Bisher hätten seine Mitarbeiter nur etwa zehn Prozent verkauft. Auch mit Schaufeln, Streusalz und Schneebesen sei man gut ausgerüstet, obwohl der Betrieb mit seinen diesjährigen Einkäufen eher zurückhaltend gewesen sei. Hobbygärtner sollten sich nun dringend darauf vorbereiten, Palmen oder Kamelien winterfest zu machen. Noch habe das Gartencenter ausreichend Rollen der dafür nötigen Noppenfolie.

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