In wenigen Wochen könnte das Urteil fallen.
Der Darmstädter Prozess um den Mord an einer zweifachen Mutter geht allmählich dem Ende entgegen. Der ehemalige Lebensgefährte der Frau muss sich seit Mai vor dem Landgericht verantworten. Der 47-Jährige aus dem südhessischen Riedstadt-Leeheim soll seine schlafende Ex-Freundin laut Anklage im April 2010 getötet haben, weil sie von seinen Betrügereien wusste. Außerdem habe sie hohen Unterhalt gefordert. Am 8. August werden die Plädoyers erwartet, danach könnten die Richter ein Urteil sprechen.
Der Täter muss den Kopf der schlafenden Frau ins Kissen gedrückt und mindestens fünfmal auf ihre rechte Halsseite eingestochen haben. So sieht es die Staatsanwaltschaft. Einer der Stiche ging dabei „fast durch bis auf die Wirbelsäule“. Die Mutter zweier Kinder hatte keine Chance. Stunden nach der Bluttat wurde die Leiche der 35-Jährigen im Schlafzimmer der Wohnung in Lautertal-Elmshausen (Odenwald) gefunden.
Er sei „mitteilungsbedürftig und narzisstisch“ und halte sich „anderen für überlegen“
Der Angeklagte, der laut Staatsanwaltschaft derzeit außerdem eine Haftstrafe wegen Betruges absitzt, schwieg bislang zu den Vorwürfen. Ein Psychiater nannte den 47-Jährigen „mitteilungsbedürftig und narzisstisch“, aber nicht psychisch krank. „Er hält sich anderen für überlegen“, sagte der Mediziner.
Vor Gericht wirkte der 47-Jährige souverän. Ohne erkennbare Regung sah er sich Fotos von der Leiche seiner Ex-Freundin an und hörte dem Rechtsmediziners zu. Nur ein Mal hat der stets einen Anzug tragende Angeklagte die Fassung verloren: Als Prozessbeobachter beim Bericht des Psychiaters lachten. „Lügner“, zischte er daraufhin in Richtung des Arztes.

