Home
http://www.faz.net/-gzg-76dfy
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Streit um das Hessen-Wappen Witwe des Künstlers will Geld vom Land

Das hessische Wappen prangt auf Flaggen und Briefpapier: Der rot-weiße Löwe auf blauem Grund wurde 1949 von dem Künstler Gerhard Matzat entworfen. Seine Witwe verlangt nun eine angemessen Entlohnung.

© dpa Vergrößern Schlecht bezahlter Hessen-Löwe? Die Witwe des Künstlers Gerhard Matzart verlangt „Anerkennung“ vom Land.

Das hessische Wappen prangt auf Flaggen und auf Briefpapier, Briefmarken, Porzellan, Hausschlappen und sogar auf Gullydeckeln. Den rot-weißen Löwen auf blauem Grund mit seiner goldener Krone hat der Künstler Gerhard Matzat 1949 entworfen - ohne aber ausreichend dafür bezahlt worden zu sein, wie seine Witwe meint. Deshalb fordert Avietta Matzat-Rogoschina (79) vom Land Lizenzgebühren - und geht jetzt gegen das Innenministerium vor. „Es geht um die Grundsatzfrage, um Anerkennung, nicht ums Geld“, sagte Anwältin Helga Müller am Donnerstag und bestätigte damit Medienberichte.

Das Land habe die Rechte für die Verwertung, Nutzung oder Vervielfältigung des Wappens vom Künstler nie erworben. Denn mit der Überlassung der ersten Zeichnungen habe der 1994 gestorbene Matzat „auf keinen Fall“ auf jegliche Namensnennung als Urheber verzichtet, sagte Müller. „Er hat sich auch nicht sämtlicher Nutzungsrechte begeben“, heißt es in einem 33-seitigen Schreiben der Anwältin an Innenminister Boris Rhein (CDU). Das Ministerium will die Vorwürfe prüfen, sagte ein Sprecher.

Nur ein Almosen

Müller spart nicht mit Kritik am Politikstil. Matzat habe nur ein Almosen erhalten. Ausgezahlt worden seien ihm zunächst 180 Mark für den Entwurf - „obwohl 300 Euro ausgelobt waren“. Zwischen 1992 und 1994 erhielt er vom Land Hessen zudem einen monatlichen sogenannten Ehrensold in Höhe von 2000 Mark, von dem seine Witwe nach wie vor 500 Euro im Monat bekommt.

Mehr zum Thema

Quelle: LHE

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Im Atelier von Markus Ebner Eine Kopie ist eine Kopie ist eine Kopie

Seit Jahren malt Markus Ebner die Bilder seines einstigen Lehrers Günter Fruhtrunk so exakt wie möglich nach. Erst in den jüngsten Arbeiten wagt er sich an neue Farbakkorde. Ein Atelierbesuch. Mehr Von Christoph Schütte

17.01.2015, 12:03 Uhr | Rhein-Main
Friedensdemo in Moskau

Aus Protest gegen den Krieg in der Ukraine sind am Sonntag im Moskau tausende Menschen auf die Straße gegangen. Die Demonstranten schwenkten russische und ukrainische Flaggen und trugen Banner mit der Aufschrift Nein zum Krieg!. Mehr

22.09.2014, 11:00 Uhr | Politik
Translationale Medizin Schneller und billiger zu neuen Arzneien

In Frankfurt hat das Loewe-Zentrum für Translationale Medizin seine Arbeit aufgenommen. Seine Forschungen sollen Patienten Leid und Pharmakonzernen Milliardenkosten ersparen. Mehr Von Sascha Zoske

14.01.2015, 11:41 Uhr | Rhein-Main
Eurozone Euro ohne Griechenland?

Könnte Griechenland aus der Eurozone austreten? Nach Angaben des Spiegels hält die Bundesregierung dies für möglich, sollte die griechische Linke die Wahlen gewinnen und sich dem Sparkurs verweigern. Mehr

05.01.2015, 09:09 Uhr | Politik
Winston Churchills Wohnorte Ewiger Dank gebührt dem Retter Englands

Blenheim Palace und Chartwell waren die wichtigsten Wohnsitze Winston Churchills. In beiden Häusern lebt der Geist des legendären Politikers auch fünfzig Jahre nach dessen Tod weiter - und macht sie zu Touristenattraktionen ersten Ranges. Mehr Von Stefanie Bisping

23.01.2015, 06:01 Uhr | Reise
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 07.02.2013, 15:57 Uhr

K.-o.-Sieg ohne Gegner für den Eintracht-Präsidenten

Von Marc Heinrich

Peter Fischer bleibt Präsident von Eintracht Frankfurt. Er ist ein Präsident, der vieles richtig gemacht hat, um das anhaltende Wachstum des Klubs zu fördern. Sein Herausforderer schaffte es nicht, für Wechselstimmung zu sorgen. Mehr 1