http://www.faz.net/-gzg-75o4j
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 11.01.2013, 14:46 Uhr

Stiftung „Präsenz zu Büdingen“ Kirche klagt gegen Land Hessen

Kirchen, Häuser, Grundstücke, Geld: Die Stiftung „Präsenz zu Büdingen“ kümmert sich allein um Millionen-Werte, die auch der Kirche gehören. Die evangelische Kirche sieht sich kaltgestellt - und klagt

© dpa Streit endet vor Gericht: Volker Jung, Präsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau.

Der Streit zwischen der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und den Verwaltern der Stiftung „Präsenz zu Büdingen“ landet vor Gericht. Um mehr Mitspracherecht innerhalb der Stiftung zu bekommen, hat die EKHN Klage gegen das Land Hessen eingereicht. Das Land habe eine unrechtmäßige Stiftungssatzung genehmigt, teilte die EKHN am Freitag in Frankfurt mit.

Zwar betrifft die Klage formal das Land Hessen. Eigentlich richtet sie sich aber gegen Wolfgang Ernst Fürst zu Ysenburg und Büdingen, dem Kirchen-Juristin Sabine Langmaak „zweifelhafte Grundstücksgeschäfte“ unter dem Deckmantel der Stiftung vorwirft, die den Verdacht der Untreue begründeten. Der Rechtsanwalt der „Präsenz zu Büdingen“, Karl-Heinrich Seel, wies diese Darstellung zurück.

EKHN will Auflösung der Stiftung verhindern

Die Kirche will die Auflösung der Stiftung verhindern, weil sie fürchtet, dass die Verwalterfamilie dann große Teile des Stiftungsvermögens bekommen könnte. „Das Vermögen der alten Stiftung ist aber immer kirchliches Vermögen gewesen“, sagte Langmaack.

Nach Ansicht der EKHN ist die „Präsenz zu Büdingen“ eine kirchliche und keine private Stiftung, da sie sich um zwei Kirchen, zwei Pfarrhäuser und einen Friedhof in Büdingen kümmern soll. Sie stehe zwar seit langem unter der Verwaltung der Familie Ysenburg-Büdingen, der Löwenanteil der Kosten dafür werde aber von der Kirche selbst getragen.

Der Stiftungssatzung hatte als Vertreter des Landes das Regierungspräsidium Darmstadt zugestimmt. Die Behörde habe auf eine Zustimmung der Kirche verzichtet, den Vorteil für den Privatmann übersehen. Es sei schleierhaft, „warum das dem Regierungspräsidium nicht aufgefallen ist“, meinte Kirchensprecher Joachim Schmidt. Vom Regierungspräsidium war keine Stellungnahme zu erhalten. Die Klage müsse erst geprüft werden.

Mehr zum Thema

Quelle: LHE

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Reformationsjubiläum Luther - ein Sommermärchen

Millionen Besucher, Milliarden Umsatz: Das Reformationsjubiläum wird ein großes Geschäft. Und jeder will dabei sein. Sogar der Playmobil-Luther hat sich schon 400.000 Mal verkauft. Mehr Von Ralph Bollmann

29.08.2016, 18:49 Uhr | Wirtschaft
Verkehrszentrale Hessen Wie meistern Stau-Lotsen den Ferienverkehr?

Sie warnen vor Gefahren bei Unfällen und veranlassen Umleitungen bei Staus: Die Verkehrszentrale Hessen regelt das Geschehen im gesamten Autobahnnetz des Bundeslandes. Radiosender der Region melden Störungen und Staus direkt aus der Verkehrszentrale live an ihre Hörer. Gerade am Ende der Ferien kein leichter Job. Mehr

26.08.2016, 19:49 Uhr | Gesellschaft
Streit um Verschleierung Käßmann nennt Burka-Debatte hysterisch

Im politischen Streit um ein Burka-Verbot hat sich nun auch Margot Käßmann eingeschaltet. Die evangelische Theologin und frühere EKD-Ratsvorsitzende kritisiert die Debatte in deutlichen Worten. Mehr

28.08.2016, 15:45 Uhr | Politik
Indonesien Streit um Mega-Bauprojekt auf Bali

Auf der Ferieninsel Bali gehen die Menschen auf die Straße. Sie wehren sich gegen die geplante Luxusferienanlage mitten in der Bucht von Benoa, ein Projekt für 13 Milliarden Euro. Die Regierung von Bali hofft, dass durch die Ferienanlage die Wirtschaft und der Tourismus angekurbelt werden. Mehr

27.08.2016, 16:20 Uhr | Gesellschaft
Hessen Weniger Türken lassen sich einbürgern

Die Zahl der Einbürgerungen von Türken in Hessen sinkt überproportional. Dafür steigt das Interesse einer anderen Nationalität deutlich. Mehr Von Stefan Toepfer, Frankfurt

25.08.2016, 06:32 Uhr | Rhein-Main

Nicht schlechter geworden

Von Peter Heß

Nach dem Sieg gegen Schalke 04 bleibt festzuhalten: Schlechter ist die Frankfurter Eintracht jedenfalls nicht geworden. Was das im Verhältnis zur Konkurrenz bedeutet, lässt sich seriös noch nicht beantworten. Mehr 1

Abonnieren Sie unsere Rhein-Main Newsletter

  • Newsletter auswählen

    Newsletter auswählen